Mit Kraft in Rosenau

Skispringen-WM in Rosenau stattgefunden

Ausgabe Nr. 2662

Auf das Siegertreppchen stiegen (v. l. n. r.) Karl Geiger (Platz 2), Stefan Kraft (1. Platz) und Constantin Schmid (3. Platz).   Foto: Ski Rasnov

„Es ist ein historischer Moment, ein Traum ist wahrgeworden. Was in Rosenau passiert, ist vergleichbar mit einem Grand Slam im Tennis“, sagte Sportkommentator Ion Sorin Hobana während der Live-Übertragung auf TVR 2 der Weltmeisteretappe Nummer 28 im Skispringen der Herren, die zum ersten Mal in Rosenau/Râșnov am Freitag und Samstag (21. und 22. Februar) stattgefunden hat. Damit ist Rumänien das Gastgeberland Nummer 21 des Skispringen-Weltcups. Auf dem Mühlengrund/Valea Cărbunării wimmelte es von Stars aus der Welt des Skispringens, neun der zehn weltbesten Sportler beteiligten sich am Wettbewerb. Sieger der Rosenauer WM-Etappe wurde der Österreicher Stefan Kraft, der zusammen mit Gregor Schlierenzauer und Constantin Schmid den Schanzenrekord auf 103 Metern festlegte.

Stefan Kraft sprang 103 Meter weit und belegte den ersten Platz.Foto: Daniel Maximilian MILATA

Die Skisprunganlage Valea Cărbunării befindet sich am südlichen Stadtrand von Rosenau und hat laut Wikipedia „zwei kleine Schanzen der Kategorie K 15, K 35, eine Mittelschanze der Kategorie K 64 (HS 71) und eine Normalschanze der Kategorie K 90 (HS 97)”. Gebaut wurden die Schanzen von Juli 2009 bis August 2011. Im Jahr 2013 fand hier das Europäische Olympische Jugendfestival statt und mehrere FIS-Wettbewerbe der Damen und Herren. Die ersten Weltcup-Etappen der Damen wurden im März 2014 in Rosenau organisiert. Das wichtigste Event war allerdings das am Wochenende stattgefundene, bei dem die besten Skispringer der Welt dabei waren.

Zum ersten Mal bei einer WM-Etappe war ein Rumäne dabei: Daniel Andrei Cacina sprang 79 Meter und wurde von den zahlreich erschienen Zuschauern bejubelt, konnte sich aber nicht weiter qualifizieren.

Mit Sprüngen auf 103 und 97,5 Meter sicherte sich Stefan Kraft den Sieg beim zweiten Einzelspringen in Rosenau. Der Österreicher erzielte am Samstagmittag insgesamt 270 Punkte und setzte sich damit gegen gleich zwei deutsche Skispringer durch: Karl Geiger belegte mit 99,5 und 96 Metern (266,7 P.) den zweiten Platz. Dahinter folgte Constantin Schmid, der mit 103 und 95,5 Metern (260,2 P.) das erste Weltcup-Podium seiner Karriere erzielt hat. Am Tag zuvor, dem Freitag, siegte Karl Geiger aus Deutschland, der genau 100 Meter weit sprang. Kraft schaffte es nur auf Platz drei. Die Revanche kam aber am Samstag.

Daniel Andrei Cacina durfte als einziger Rumäne dabei sein und war deswegen ein Publikumsliebling.                                   Foto: Ski Rasnov

Kraft führte schon nach dem ersten Durchgang am Samstag vor den beiden Deutschen an. Auch der zwischenzeitlich aufziehende Wind konnte im Finaldurchgang an der Rangfolge der besten Athleten nichts mehr ändern. Stefan Kraft ist 1993 in Schwarzach im Pongau (Österreich) geboren und gewann 2017 sowohl den Gesamtweltcup als auch den Skiflug-Weltcup und krönte sich in Lahti (Finnland) zum Doppelweltmeister auf Normal- und Großschanze. Darüber hinaus sicherte er sich den Sieg der Vierschanzentournee 2014/15 sowie sieben weitere WM-Medaillen. Seit dem 18. März 2017 hält er mit 253,5 Metern den Skiflugweltrekord.

Fortgesetzt wird der Weltcup am kommenden Wochenende in Finnland: In Lahti stehen gleich drei Wettbewerbe auf dem Programm. Vor dem langen Weltcup-Wochenende in Finnland führt Stefan Kraft (1433 Punkte) den Gesamtweltcup mit einem Vorsprung von 118 Punkten weiter vor Karl Geiger (1315) an. Dritter ist Dawid Kubacki (1067).

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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