Jeder Winter hat ein Ende

Maler und Restaurateur Ioan Muntean stellt Winterbilder im Brukenthalpalais aus

Ausgabe Nr. 2661

Ioan Muntean.                                                        Foto: Fred NUSS

Schritt für Schritt führt der Hermannstädter Maler Ioan Muntean – Ionică für die Freunde – den Zuschauer aus dem Winter heraus. Erst dominieren die kalten Farben, langsam werden sie wärmer und bald ist es klar, dass „kein Winter ewig dauertˮ. Das ist nämlich auch der Titel der persönlichen Ausstellung mit Landschaftsbildern No Winter Lasts Foreverˮ, die bis zum 3. Mai im Landkartenkabinett des Brukenthalmuseums zu sehen ist.

 

Sehr viele Gäste durfte der Maler am 12. Februar bei der Vernissage begrüßen.

Der Öffentlichkeitsreferent des Brukenthalmuseums, Alexandru Constantin Chituță, moderierte die Vernissage, plauderte gleich aus dem Nähkästchen und verriet, dass der Maler mehrere begonnene Serien hat, unter anderem Aktbilder, Portraits und siebenbürgische Häuser. Chituță erklärte: „Ich freue mich, dass Ionică trotz seiner knappen Freizeit eine Serie zu Ende gebracht hat, die er heute hier vorstellt.” Tatsächlich ist der Maler als Restaurateur tätig, außerdem stellt er zusammen mit dem hauseigenen Verein „Brukenthal von Studio” aus und hatte u. a. in Arad und in Bistritz persönliche Ausstellungen.  Chituță nutzte die Gelegenheit, auch Werbung  zu machen und wies darauf hin, dass sich Interessenten beeilen müssten, denn drei der 22 Ölbilder seien bereits bei der Vernissage reserviert worden.

Die Kuratorin dieser Ausstellung, Dr. Dana Hrib, stellvertretende Direktorin des Brukenthalmuseums, führte die Teilnehmer in das Thema Winter in der Kunstgeschichte ein: „Das Thema ist nicht einfach, auch die Methode ist außergewöhnlich”, sagte sie. „Die ersten Winterlandschaften sind sehr spät erschienen, in der nördlichen Renaissance, und erhielten ein eigenes Leben erst gegen Ende der Romantik und Anfang des Impressionismus. Der Winter hatte aus dekorativen Gründen nicht viel zu bieten, da er nicht sehr farbenfroh ist, er wurde aus realistischen Gründen dargestellt. Pieter Bruegel der Ältere machte den Anfang mit ‚Die Heimkehr der Jäger‘, als er den schweren Winter 1564-1565 darstellte. ˮ Bruegels Ölbild, das den Titel der jetzigen Ausstellung inspirierte, ist im Kunsthistorischen Museum Wien zu sehen.

„Auch Ionicăs Bilder haben eine romantische Geschichte, es hat nämlich anderthalb Jahre gedauert, bis die Ausstellung zusammen kam. Auf den ersten Bildern sind die Farben fast verbrannt, die Grautöne sind fast neutral, man spürt regelrecht die Kälte. Langsam geht es dem Frühling entgegen, die ersten Ocker- und Brauntöne erscheinen und gegen Ende sogar ein bisschen grün. Die Bilder sind nicht imaginär, sondern haben Identität, unsere Identität”, erklärte die Kuratorin, die auch die „effets de neigeˮ (Schneeeffekte) erwähnte, die sehr schön in dieser Ausstellung zu sehen sind.

Der Maler begrüßte am Ende seine Gäste und es war offensichtlich, dass er sich lieber mit Farben ausdrückt. Er lud die Gäste zu einem Glas Wein ein, Bekannte und Unbekannte gratulierten, die von seiner Ausstellung beeindruckt und erfreut waren. Die Ölbilder auf Leinwand kann man kaufen, der Autor gibt gerne Auskunft per Mail (ioni-muntean@yahoo.com).

Ruxandra STĂNESCU

 

 

 

 

 

 

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