Bier und Bildungsangebote

Erstes Mitgliedertreffen des Deutschen Wirtschaftsclub Siebenbürgen Jahr 2020

Ausgabe Nr. 2659

Der DWS-Vorsitzende Harald Friedrich (links) durfte als Erster von dem Trei Stejari-Bier probieren, das Ioan Marius Milonean (rechts) in einem Fass mitgebracht hatte.                                                 Foto: Werner FINK

Das erste Mitgliedertreffen des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) im laufenden Jahr  fand am 22. Januar statt, wobei es auch dieses Mal interessante Vorträge gab. Ovidiu Matiu, Leiter des Departements für Anglo-Amerikanische und Germanistische Studien an der Lucian Blaga-Universität zeigte Interesse vor allem an Partnerschaften für Praktika und Forschungsverträge.  Ovidiu Oltean stellte Transilvania Executive Education vor, wo verschiedene Akteure zusammen mit der University of Hull eine Weltklasse-Ausbildung für Manager in Klausenburg anbieten. Thomas Emmerling vom Kunsthaus 7Bpräsentierte Werke von Radu Rodideal und Oana Ionel.

Im  Anschluss präsentierte Ioan Marius Milonean sein selbstgebrautes Bier aus Zoodt/Sadu, das unter den Brands Bere Sadu, Trei Stejari, und Hermannstadt – Cinstește Sibiul vermarktet wird. Außerdem erweitert der DWS seinen Veranstaltungskalender erstmals mit einer Faschingsparty, die am 15. Februar im Apfelhaus in Michelsberg stattfinden wird.

 

Ovidiu Matiu stellte das Departement für Anglo-Amerikanische und Germanistische Studien vor. Im Rahmen eines Programms wird der Schwerpunkt auf Sprache und Literatur gelegt, wobei der Abschluss mindestens zwei Sprachen beinhaltet. In den meisten Fällen gehe es um Englisch und Deutsch oder um die Kombinationen Englisch/Rumänisch und Deutsch/Rumänisch. Es gibt aber auch ein Programm für Chinesisch/Englisch. Im Rahmen des zweiten Programms geht es um den Studiengang Moderne Angewandte Sprachen, wo keine Literatur unterrichtet wird. Hier stehen Englisch, Deutsch und Französisch sowie Kombinationen zwischen den drei Sprachen zur Auswahl. Sodann gibt es je einen Masterstudiengang mit den Schwerpunkten Sprache und Literatur für Englisch und einen für Deutsch, weiterhin einen Masterstudiengang für Wirtschaftskommunikation Deutsch und einen Masterstudiengang für Übersetzungstheorie und Praxis Englisch.

Ovidiu Oltean von Transilvania Executive Education.Foto: Werner FINK

Partnerschaften gibt es mit der Philipps Universität Marburg, mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) oder mit Fulbright, weiterhin gibt es eine gute Zusammenarbeit mit dem Deutschen Konsulat in Hermannstadt. Die Partnerschaften mit einigen Universitäten weltweit sind über Erasmus zustande gekommen. Außerdem besteht das chinesische Team fast zur Gänze aus chinesischen  Lehrkräften, die von Universitäten aus China kommen.

Matiu hob auch die Bedeutung von lokalen Partnern hervor wie Bibliotheken, Schulen, Wirtschaftsorganisationen und von nationalen Partnern, vor allem Wirtschaftsorganisationen und gemeinnützigen Vereinen.

„Wir sind an Partnerschaften interessiert, für Praktika, weiterhin an Forschungsverträgen“, sagte Matiu. Dabei gehe es  beispielsweise um das Verfassen von Glossaren, Übersetzungen. Die Wirtschaftskommunikation betreffend gehe es um das Verfassen von Verträgen u.a.

Auf die Frage eines Anwesenden, ob die Sprachen auch als zusätzliche Kompetenz erworben werden können, sagte Matiu, dass es die Möglichkeit gebe, für Gruppen von mindestens 10 Personen Sprachkurse zu veranstalten.

Ovidiu Oltean stellte die gemeinnützige Organisation Transilvania Executive Education vor,  wo verschiedene Akteure zusammen mit der University of Hull eine Weltklasse-Ausbildung für Manager in Klausenburg anbieten. Dabei geht es um ein Bildungsprojekt, das 2015  auf Initiative eines Managers von der Transilvania-Bank gestartet worden ist. „Mit einigen anderen Akteuren wurde besprochen Weltklasse-Bildung nach Klausenburg zu bringen, das sich auf die Bedürfnisse der neu entstehenden Managementgemeinschaft einstellen muss, die aber nicht vorbereitet ist, alle Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Oltean. Als ein Anbieter der zertifizierten Weltklasse-Ausbildung für Manager wurde die University of Hull entdeckt und in das Projekt eingebunden, der Vertrag wurde 2014 unterzeichnet.  Ausgebildet werden Leute, die bereits eine Karierre oder Erfahrung hinter sich haben und ihr Wissen verbessern möchten“, sagte Oltean. Es sei eine Initiative, die von vielen Unternehmen aus dem Nordwesten Siebenbürgens unterstützt wird, darunter die Transilvania-Bank, Emerson, Electrogroup u. a.

„Die Ausbildung ist ein Erfolg geworden und ist für einen Bedarf da, der bereits vor 2015 da war, wo außerhalb von Bukarest kein MBA (Master of Business Administration)-Programm zur Verfügung stand, das global zertifiziert war“, erklärte Oltean. Seitdem haben sich über 130 Personen angemeldet und 76 die Ausbildung abgeschlossen. Insgesamt schickten über 120 Unternehmen Auszubildende. Für Kandidaten, die nicht von einer Firma unterstützt werden oder die es sich nicht leisten können, gibt es die Möglichkeit ein Stipendium zu bekommen. Es geht dabei um Leute, die bereits über technisches Wissen verfügen, wobei die Führungsfähigkeiten fehlen. Angeboten werden mehrere Studienrichtungen, wobei die erfolgreichste die „General Manager“-Ausbildungsrichtung ist. Die Lehrkräfte kommen dabei aus Großbritannien, sind aber nicht zur Gänze in der Bildung, sondern ihrerseits in Unternehmen tätig und verfügen über praktische Erfahrung.

Die Ausbildung soll sich auch positiv die Abwanderung von Fachkräften betreffend auswirken. „Viel versprechende Manager gehen nach London, nach Wien, um sich dort fortzubilden und bleiben auch dort“, bemerkte Oltean.

Thomas Emmerling vom Kunsthaus 7B in Michelsberg sprach über den Künstler Radu Rodideal, der aus einer Musikantenfamilie stammt und als Kind in Bukarest von einer Familie aufgenommen worden war, die Deutsch sprach. Das Besondere an den Werken von Rodideal sei, dass der Maler Figuratives und Abstraktes verbinde, eine Tatsache die die Anwesenden gleich anhand einiger Werke beobachten durften. Ausgestellt waren auch Werke von Oana Ionel. Übrigens werden im Kunsthaus 7B vom 5. Juli bis zum 6. September d. J. Werke von Gabriela von Habsburg zu sehen sein.

Den DWS-Veranstaltungskalender betreffend wird es außer der Faschingsparty im Februar auch eine Veranstaltung zum Thema Industrie 4.0 am 26. März stattfinden. Weiterhin verkündete DWS-Vorsitzender Harald Friedrich die Übergabe der Spende von 10.000 Lei, die größtenteils von dem Erlös der DWS-Weihnachtsfeier kam, an das Carl Wolff-Kinderhospiz.

Zum Schluss gab es für die Anwesenden einen erfrischenden Moment. Ioan Marius Milonean, Geschäftsführer von CIS, einem Unternehmen, das in der Kabelkonfektion im Automobilbereich tätig ist, stellte sein selbstgebrautes Lagerbier vor. Er hat die Brauerei 2017 gegründet, nachdem er es geschafft hatte, die Marke Sadu schützen zu lassen. Er fing damit an, die Brauerei wieder aufzubauen und mit deutscher und österreichischer Technik neu auszustatten. Zum Brauen benützt er dabei eigens Quellwasser. „In Hermannstadt wurden unterjährige helle Biere gebraut und ich versuche diese Brautradition weiterzuführen“. Milonean vermarktet sein Bier unter den drei Brands Bere Sadu, Trei Stejari und Hermannstadt – Cinstește Sibiul.

Werner FINK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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