Roboter in der Stadt

Schüler-Demonstrationswettbewerb fand erstmalig statt

Ausgabe Nr. 2658

Roboter werden gesteuert, um einen Turm aus Blöcken zu bauen.Foto: Cynthia PINTER

„Los blau! Heb den Würfel auf die Turmspitze! Los!“. Laut und enthusiastisch geht es am Freitag, dem 24. Januar, in der Transilvania-Halle zu. Hunderte von Jugendlichen feuern ihre Kollegen an und laute Technomusik dröhnt aus den Boxen. Doch diesmal geht es nicht um Basketball oder Handball sondern um einen Roboter-Wettkampf. Zum allerersten Mal fand nämlich in Hermannstadt die „Demo Robotica“ statt, ein Demonstrationswettbewerb innerhalb der FIRST Tech Challenge (FTC), die vom Verein „Nație prin Educație“ und der Bank „BRD“ in Rumänien unterstützt wird und bei der sich 29 Teams aus ganz Rumänien angemeldet haben. Organisiert wurde die Demo von dem Team „Gear Maniacs“ der Brukenthalschule, unter der Leitung ihrer Informatiklehrerin Delilah Florea. Finanzielle Unterstützung fanden sie durch die Firma „Marquardt Schaltsysteme“ Hermannstadt.

Laut Wikipedia ist „die FIRST Tech Challenge (FTC) ein weltweites Bildungsprogramm im Bereich Robotik, das für Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren konzipiert ist. Die Jugendlichen arbeiten in Teams und entwickeln, bauen und programmieren Roboter, die vorgegebene alljährlich wechselnde Aufgaben erfüllen müssen und schließlich im Wettbewerb gegeneinander antreten.“  Im Wettbewerb tritt jeweils eine – ad hoc gebildete – Allianz aus zwei Teams gegen eine zweite Allianz an, die ebenfalls aus zwei Teams besteht. Dabei gliedert sich jede Wettkampfrunde in zwei Teile: im ersten operieren die Roboter 30 Sekunden lang autonom, im zweiten werden sie zwei Minuten lang von den Teams ferngesteuert.

In der Transilvania-Halle in Hermannstadt sind 29 Teams mit insgesamt 352 Teilnehmern aus dem ganzen Land zusammengekommen, darunter aus Hermannstadt das eben erwähnte Team der Brukenthalschule „Gear Maniacs“ und „Byites“ von der „Octavia Goga“-Schule, unter der Leitung der Lehrerinnen Mădălina Sibișan und Ana-Maria Minea. Schon am frühen Nachmittag fand die erste Roboterinspektion statt, dabei wurden die Roboter getestet. Dann gab es ein Driver-Meeting mit den Jugendlichen, die die Roboter per Controller fahren.

Um Punkt 12 Uhr ging es endlich los und der Schiedsrichter sagt das erste Match an. Die Roboter müssen zuerst 30 Sekunden lang eine vorprogrammierte Tätigkeit selbstständig durchführen. Dieser Teil wird „autonome Phase“ genannt, eine Phase in der die Schüler nicht eingreifen dürfen. Zum Beispiel einen Skystone – so werden die gelben Legostein-ähnlichen Blöcke genannt – aufheben oder auf die andere Seite des Spielfelds stoßen. Danach steuern die Schüler die Roboter mit Gamecontrollern, wie man sie von Spielkonsolen kennt. Das Ziel: „Die Roboter sollen die Würfel auf einer Art Tablett aufladen und versuchen einen Turm zu bauen“, erklärt Informatiklehrerin Delilah Florea, die die Demo in Hermannstadt organisiert hat.

Extrapunkte gibt es, wenn der Roboter per Greifarm einen Würfel auf die Spitze des Turms platziert. Und in der dritten Phase, dem Endspiel, geht es darum, den Roboter in ein blaues Dreieck zu parken. Dann zählen die Schiedsrichter die Punkte und geben sie in ihren Laptops ein. Die Ergebnisse erscheinen auf einer Leinwand und manch einer ist enttäuscht, dass sein Team nur 40 Punkte geschafft hat. Doch das ist nur die erste von fünf Runden, also beginnt sofort die Verbesserung des Roboters für den nächsten Wettkampf. Bis spät abends dauerte die Demo in der Transilvania-Halle.

Noch länger dauert allerdings die Vorbereitung auf das Event und der Bau des Roboters, weiß Delilah Florea, die Koordinatorin des Teams der Brukenthalschule „Gear Maniacs“: „Unser Team ist seit letztem Jahr, als wir zum ersten Mal bei FTC mitmachten, gewachsen. Insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler der 9., 10. und 11. Klassen sind dabei. Es gibt die Hardwareabteilung, die den Roboter baut, die Softwareabteilung, die den Roboter programmiert, Management und Marketing, denn das ganze muss gleichzeitig auch dokumentiert werden. Voriges Jahr hatten wir eine Dokumentation, ein „Engineering Notebook“, das 300 Seiten lang war. Es kann beim Roboter sehr schnell etwas kaputt gehen. Zum Beispiel kann bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Roboter eine Schraube abfallen. Da muss man darauf vorbereitet sein und schnell reparieren können.“

Bei der „Demo Robotica“ wurden keine Preise vergeben, jedoch muss jedes Team an mindestens zwei solchen Demos mitmachen, um sich für die Regionalphase des FTC, die am Wochenende vom 21. bis 23. März in Temeswar stattfindet, zu qualifizieren. Beide Hermannstädter Teams haben sich qualifiziert. „Byites“ hat sogar den ersten Platz belegt und die Demo gewonnen. Wir drücken beiden Teams für die Regional- und Nationalphase die Roboter-Daumen.

Cynthia PINTER

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