Bilder als Spiegel der Welt

Fotografieausstellung von Fred Nuss im Teutschhaus eröffnet

Ausgabe Nr. 2650

 

Constantin Necula, Fred Nuss und Beatrice Ungar (v. l. n. r.) bei der sehr gut besuchten Vernissage.                                      Foto: Cynthia PINTER

Jede Fotografie erzählt eine Geschichte und jede Geschichte verdient, erzählt zu werden. Über jede seiner Fotografien kann der wohl bekannteste Fotograf Hermannstadts stundenlang erzählen. Es handelt sich um Fred Nuss, den Mann, der ein Auge für das Besondere hat und der auch durch seine neueste Ausstellung zu begeistern weiß. Am 11. November eröffnete der 85-Jährige eine Ausstellung mit einer Auswahl unbekannter Fotografien aus seinem in Jahrzehnten erarbeiteten Schatz an Bildern unter dem Titel „Alpha-Omega. Freies Thema“ im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums.

 

Was ist zwischen Alpha und Omega zu finden? Darüber klärte Beatrice Ungar, Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung auf, die die Moderation der Vernissage übernahm. Das A und O der Fotografiekunst, das nur von einem so erfahrenen Fotografen wie Fred Nuss, der nun seit 57 Jahren in der Hermannstädter Presse, bei der Tageszeitung Tribuna und bei der Hermannstädter Zeitung (seit 1968) tätig ist, ergänzt werden kann. Zwischen Alpha und Omega befindet sich ein weites Feld, auf dem alles möglich ist, auf dem der Künstler die Freiheit hat, alles auszudrücken, was er möchte. Ungar dankte Dr. Gerhild Rudolf, der Leiterin des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums und Heidrun König, der Leiterin des Museums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, die den bekannten Fotografen eingeladen und unterstützt haben, diese Ausstellung hier zu zeigen.

Fred Nuss: Durchgang in Hermannstadts Altstadt.

Es sind 110 Bilder in der Ausstellung, jedes Bild ist verschieden. Wie es zu der Ausstellung kam? Fred Nuss hatte schon lange den Wunsch gehegt, nach etlichen thematischen Ausstellungen, eine Exposition zu einem freien Thema zu organisieren. Das seien Fotos, die meistens in der Freizeit eines Pressefotografen entstünden, was aber nicht heißt, dass nicht jedes Foto gut überlegt wurde. Denn, wie Fred Nuss des öfteren zu sagen pflegt: Auf den Auslöser drücken, kann jeder, aber die richtige Perspektive, das ausdrucksvollste Licht und die besten Einstellungen zu finden, das ist die Kunst.

Auf den 110 Bildern, schwarz- weiß und in Farbe, erkennt man Hermannstädter Ecken seiner Stadt, die man nie zuvor bemerkt hat oder die beim Vorbeigehen banal zu sein scheinen. Es gibt aber auch Fotos von Gebäuden und Plätzen in Hermannstadt, die inzwischen ganz anders aussehen. So zum Beispiel gibt es in der Ausstellung ein altes Schwarz-Weiß-Foto, auf dem die Alt-Hermannstädter die Ruine des alten Stadttheaters (heute Thalia-Saal) nach dessen Brand erkennen können.

Fred Nuss schafft es, das Interessante und Faszinierende aus dem Banalen einzufangen. Ein ganz normaler Glasstiel wird durch das Objektiv des erfahrenen Hermannstädter Fotografen zu einem Kunstwerk.

Fred Nuss: Bunte Spiegelungen.

„Der größte Verdienst von Fred Nuss ist, dass er durch seine Aufnahmen den Betrachter dazu zwingt, den tieferen Sinn der Fotografie zu finden. In diesen Bildern sind wir eigentlich alle mit drin“, erklärte Universitätsdozent und Pfarrer Constantin Necula bei der Vernissage am Montagabend, für den Fred Nuss ein guter Freund und eine Inspiration ist. Necula nennt die ausgestellten Aufnahmen „Spiegel der Welt, in der wir leben und die uns braucht, damit alles gut wird.“ In diesen Fotos erkennen wir aber auch den Autor, der durch seine Perspektiven Einblick in seine Gedanken gewährt.

„Alpha – Omega. Freies Thema“ ist von Montag bis Freitag jeweils zwischen 10 und 17 Uhr bis nächstes Jahr am 3. März, im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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