,,70 Jahre für die Gemeinschaft“

Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland feierte Jubiläum in München

Ausgabe Nr.2647

Die Kindertanzgruppe aus Geretsried eröffnete die Festlichkeiten im Senatssaal.
Foto: Maria WEBER

Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens wurde der  Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. im Rahmen der Festlichkeiten am 26. Oktober 2019 in München nicht selten als Brückenbauer genannt, gelobt, geehrt und gefeiert.

Bei strahlendem Sonnenschein, klarem blauen Himmel und in Anwesenheit politischer und geistlicher Ehrengäste, sowie auch zahlreicher Vertreter der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft, wurde im Senatssaal des Bayerischen Landtages das Jubiläum begangen.

Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland feierte am 26. Oktober in München sein 70. Jubiläum.  Unser Bild (v. l. n. r.): Sylvia Stierstorfer, Michael Schmidt, Kerstin Schreyer, A Froese, Herta Danile, Emil Hurezeanu und Bernd Fabritius gehörten zu den Rednern bzw. den Geehrten.                               
Foto: Maria WEBER

 

Die Gäste konnten vor Beginn der Veranstaltung sich an der Musik der Siebenbürger Blaskapelle München unter der Leitung von Georg Philp, an den schönen Trachten mancher Gäste aus Girelsau, aus dem Nösner Land und anderen Gemeinden bei Hanklich, Kuchen und Getränken erfreuen.

Herta Daniel, die Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, begrüßte in ihrer Eröffnungsrede die anwesenden Gäste. Sie bedankte sich in ihrer Ansprache für die Aufnahme der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, erinnerte an die Anfänge des Verbandes und an die Auswanderungswellen aus dem Heimatland. In Anlehnung an ein Zitat von Konfuzius :“(….) mit 70 könnt‘ ich unbedenklich folgen des Herzens Wünschen, ohne je das rechte Maß zu übertreten“ äußerte Daniel die Wünsche „mit 70, ohne maßlos zu sein, Rentengerechtigkeit für Aussiedler und Spätaussiedler“ und gemäß dem Motto der Festlichkeit „70 Jahre für die Gemeinschaft“ auch weiterhin den Sinn für Gemeinschaft zu bewahren und im Ernstfall füreinander da zu sein.

Blick in den Senatssaal des Bayerischen Landtags. In der ersten Reihe (4. v. l.) ist auch der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Gant zu sehen, der zu den Ehrengästen gehörte.
Foto: Maria WEBER

Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags begrüßte und beglückwünschte den Verband und die Gäste auch im Namen der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, zum festlichen Anlass. Auch wenn der Anlass zu Gründung des Verbandes ein trauriger sei, nämlich der Verlust der Heimat, äußerte er die Hoffnung, dass die Siebenbürger Sachsen Deutschland ebenfalls als ihre Heimat ansehen mögen, ein Land, welches sie mit ihrer Kultur im Laufe der Jahre bereichert haben.

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, erinnerte an die Veränderungen nach 1989 in Europa und schrieb den Siebenbürger Sachsen die Fähigkeit zu „…in Europa Brücken zu schlagen – das können die Siebenbürger Sachsen!“

Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales gratulierte und dankte dem Verband für seine Arbeit und nannte ihn eine Säule der Gesellschaft; eine Säule die Orientierung, Halt und der siebenbürgisch-sächsischen Jugend seine Geschichte mitgibt.


An der abschließenden Podiumsdiskussion beteiligten sich Angelika Beer, Simone Eick, Bernd Fabritius, Florian Kühler-Wielach, Konrad Gündisch und Sylvia Stierstorfer (v. l. n. r.)
Foto: Maria WEBER

Eine Grußbotschaft des Bischofs der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Reinhart Guib, sowie auch Glückwünsche per Videobotschaften erreichten die Gäste seitens der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) und des Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Dr. Markus Söder. Selber Mitglied der Landsmannschaft, nannte Söder die Siebenbürger Sachsen „eine echte Bereicherung für Bayern“, würdigte die Arbeit der Landsmannschaft als „eine unglaubliche Leistung über die Jahre hinweg, aus der alten Heimat in die neue; alte Traditionen zu behalten, sich zu erinnern, Verbindungen zu pflegen zu Familie, zu Brauchtum, zu seiner eigenen Geschichte und Identität, zu Sprache und Kultur“ und dankte dem Verband für seine „Brückenfunktion in einem zusammenwachsenden Europa“.

Die besondere musikalische Umrahmung durch das Münchner Klaviertrio – Michael Art, Gerhard Zank und Donald Sulzen – unterstrich den feierlichen Rahmen der Festveranstaltung.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags fanden Ehrungen statt. Geehrt und ausgezeichnet für  ihre Arbeit und ihr Engagement wurden Michael Schmidt, Gründer und Vorsitzender der Michael Schmidt-Stiftung, Dr. Axel Froese, stellvertretender Vorsitzender des Siebenbürgischen Kulturzentrums, Schloss Horneck e. V. und Seine Exzellenz Emil Hurezeanu, rumänischer Botschafter in Berlin.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Scheck über 30.000 Euro an den Vorstandsvorsitzenden des Siebenbürgischen Kulturzentrums Schloss Horneck e. V., Prof. Dr. Konrad Gündisch, übergeben.

Zum Abschluss der Festlichkeiten fand im Senatssaal eine angeregte Podiumsdiskussion zum Thema „Wo sind wir daheim?“ statt. Daran beteiligten sich Angelika Beer, Theologin und Kulturmanagerin, Vikarin der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Dr. Simone Eick, geschäftsführende Direktorin des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven, Prof. Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Präsident des Bundes für Vertriebene, Dr. Florian Kührer – Wielach, Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte an der LMU München, Prof. Dr. Konrad Gündisch, Historiker, Vorsitzender des Vereins Siebenbürgisches Kulturzentrum ,,Schloss Horneck“ e. V. und Sylvia Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene.

„Heimat ist Gemeinschaft“ so Dr. Bernd Fabritius, getreu dem Motto der Veranstaltung.

„Alles Gute  und Gottes Segen!“ – damit schloss Armin Laschet seine Rede; ein Wunsch, dem wir uns alle anschließen.

Maria WEBER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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