Fasst euch ein Herz!

Neues Hilfszentrum für Krebskranke eröffnet

Ausgabe Nr. 2643

Blick in eines der Zimmer im Hilfszentrum „Sus Inima“.
Foto: Cynthia PINTER

Seit dem 28. September gibt es in Hermannstadt ein soziales Zentrum, das Krebskranken und deren Angehörigen hilft, mit der Krankheit umzugehen. Das Zentrum heißt „Sus Inima“, hat seinen Sitz in der Friedenfelsgasse/Constantin Noica 26 und wird von dem NGO mit dem gleichen Namen geleitet. Am Tag der Offenen Türen, am 21. September, führten Marieluise Knobloch (Vizepräsidentin des Vereins), Anca Gavrilă (Mitarbeiterin) und Dr. Adrian Moga (Facharzt für Radiotherapie) durch die Einrichtung.

 

„Sus inima“, was ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie „Fasst euch ein Herz“, ist das erste Hilfszentrum für krebskranke Menschen im Kreis Hermannstadt. Hier möchten die Mitglieder des Vereins Patienten und deren Familien kostenfreie Unterstützung jedwelcher Art bieten, angefangen bei der Unterkunft, bis hin zu fachmännischer Beratung, psychologischer, ernährungswissenschaftlicher und geistlicher Art.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Carmen Chindriș 2015, nachdem ihr Vater an Krebs erkrankt war. Sie merkte schnell, wie hilflos man als Krebskranker und Familienangehöriger in Rumänien sein kann. Sie musste auf eigener Haut erfahren, dass es keinerlei Unterstützung von Seiten der Krankenhäuser gibt, weder informativer noch moralischer oder psychologischer Art. Damals wusste sie schon, dass sie irgendwie helfen wollte. Zusammen mit Marieluise Knobloch und Constantin Necula rief Carmen Chindriș den Verein „Sus Inima“ ins Leben, „damit niemand alleingelassen wird im Kampf gegen den Krebs“ – so das Motto des Vereins.

Bei der Pressekonferenz am Tag der Offenen Türen im Haus „Sus Inima“ (v. l. n. r.): Marieluise Knobloch, Anca Gavrilă und Dr. Adrian Moga.
Foto: Cynthia PINTER

In der Wohnung im ersten Stock der Friedenfelsgasse 26 stehen drei Schlafzimmer bereit, in denen sieben Patienten aufgenommen werden können. In der 150 Quadratmeter großen Wohnung gibt es auch eine Gemeinschaftsküche, ein Wohnzimmer und zwei Bäder. Die Unterkunft ist für jene Kranken gedacht, die im Anfangsstadium der Krankheit stehen und die sich selber verpflegen können. „Es gibt sehr viele Patienten außerhalb von Hermannstadt, die hier, im Kreiskrankenhaus Radiotherapie machen, aber die sich nicht leisten können, zu pendeln. Eine Radiotherapie dauert zwischen vier und sechs Wochen, das heißt sie müssen in Hermannstadt übernachten“, erklärt Dr. Adrian Moga, Facharzt für Radiotherapie. Etwa 70 Patienten habe Dr. Moga binnen einer Woche, davon seien mindestens sieben Sozialfälle. Genau für diese Menschen stünde das Haus „Sus Inima“ offen, das nur einige Meter vom Krankenhaus entfernt ist. Wer hier einen Schlafplatz bekommt, wird von den Onkologen bestimmt werden, die genauestens über den Zustand der Patienten informiert sind. „Leider wird eine Warteliste unvermeidbar sein“, fügt Dr. Moga hinzu, aber man werde versuchen, die Wartezeit auf höchstens zwei Wochen zu beschränken.

Für die psychologische Beratung, die in diesen Krankheitsfällen nötig ist, wird Psychologin Oana Vasiu zuständig sein und Ernährungsexpertin Ghizela Vonica möchte die Patienten in Ernährungsfragen aufklären. „Außer den körperlichen Leiden, kommen auch die geistigen Probleme auf krebskranke Menschen zu. Oft leiden sie an Entfremdung und Depressionen. Es ist schwierig, mit der Krankheit allein gelassen zu werden. Deswegen möchten wir Unterstützung bieten, Selbsthilfegruppen, Ernährungsworkshops und Informationssitzungen organisieren, sowohl für Patienten als auch für Familienangehörige“, sagt Marieluise Knobloch, Vizepräsidentin des Vereins.

Das Projekt „Sus Inima“ ist ausschließlich aus Spendenaktionen und Volontariatsarbeit entstanden. Unter anderem hatte der Verein beim Halbmarathon sehr großen Erfolg: Über 1.000 Spender und mehr als 500 Läufer machten mit, um zu helfen. Der Wunsch des Vereins ist es, im Laufe der Zeit in ein größeres Haus zu ziehen, um noch mehr krebskranken Menschen helfen zu können.

Die Unterkunft im Hause „Sus Inima“ ist kostenfrei. Wer mit einer kleinen Spende dem Verein helfen möchte, kann das Geld auf folgendes Konto überweisen: RO59BTRLRONCRT0329488001.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Posted in Aktuelle Ausgabe, Soziales.