Versicherungen, Kunst und Wirtschaftsrecht

Mitgliedertreffen des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen

Ausgabe Nr. 2629

 

Der Galerist Thomas Emmerling (stehend) präsentierte u. a. das Bild „Togetherness“ von Agnes Mattis-Teutsch.                         
Foto: Werner FINK

Im Rahmen des Mitgliedertreffens des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) am vergangenen Mitwoch gab es eine Reihe von interessanten Vorträgen. Klaus Jäger von der Firma Inter-Sigsprach von Neuigkeiten im Bereich der Versicherungen in Rumänien, Jörg auf der Heide, Geschäftsführer der  RedAnts Group GmbHstellte die Firma und ihre Tätigkeit vor, Rechtsanwältin und Fachanwältin für internationales Wirtschaftsrecht Bianca Krakkai sprach zum Thema „Beschäftigung von Rumänen in Deutschland und von Deutschen in Rumänien“ den rechtlichen Rahmen betreffend und Thomas Emmerling, der gleich eine kleine Ausstellung mitgebracht hatte, stellte das Kunsthaus 7B in Michelsberg vor.

 

Klaus Jäger von der Firma Inter-Sig, der seit 17 Jahren hier ein Versicherungsbüro der Allianz-Țiriac und parallel dazu in Süddeutschland ein Büro der Allianz betreibt, machte darauf aufmerksam, dass eine „versicherungstechnische Revolution“ begonnen habe im Bereich der Kfz-Versicherungen. Es gebe nun eine Menge neuer Produkte auf dem Markt. Jäger stellte ein Büchlein vor, in dem die neuen Produkte  wiederzufinden sind.

Jörg auf der Heide stellte die Firmengruppe RedAntsvor, die er 2005 gründete und damit als Dienstleister hauptsächlich die Automobilindustrie begleitet. RedAnts unterstützt Firmen in allen Phasen des Fehlermanagements, von der Handarbeit bis zum Hightech-Bereich. Angeboten wird u.a. Fachgerechte und qualitativ hochwertige Prüf-, Sortier- und Nacharbeit, Qualitätssicherung durch Einhaltung geltender Qualitätsstandards, Beschaffung von benötigten Werkzeugen und anderen Hilfs– und Prüfmitteln mittels CAD, herausragende Kompetenzen in den Bereichen Aluminiumbearbeitung und Elektrostatik-Schutz, qualifizierte Mitarbeiter und Fachkräfte auf dem neuesten technischen Stand. RedAntshat inzwischen 23 Niederlassungen und ist natürlich auch in Rumänien anwesend. Mehr zur Fimengruppe kann auf www.redants.de nachgelesen werden.

Bianca Krakkai, die zugleich die deutsch-rumänische Juristenvereinigung vertrat, wies auf einige Aspekte der Entsendung von Personal von Deutschland nach Rumänien und umgekehrt hin. Falls Interesse besteht, hofft sie im Herbst eine eigens für solche Fragen gewidmete Veranstaltung zu organisieren.

Ein weiterer Gast war Thomas Emmerling, Leiter des Kunsthauses 7 B in Michelsberg. Die Künstler seien im 19. Jahrhundert, als die Fotografie erfunden wurde, in eine „große Depression“ verfallen. Stillleben, Portraits, Landschaften, das konnten die Fotografen besser, schneller. Man habe sich Gedanken gemacht, wie kann man Kunst verändern, Ästhetik anders ausdrücken könnte. Und das geschah, indem man die Formen veränderte. Henri Matisse sei einer der ersten gewesen, der das getan habe.

Emmerling wies auch auf den Wertzuwachs in der Kunst hin. 2008 gab es Schlagzeilen, als ein bestimmtes  Kunstwerk, das für 8 Millionen Dollar gekauft, dann für 139 Millionen verkauft wurde. 2015 wurde das höchste Auktionsergebnis in der Geschichte verzeichnet. Für 150 Millionen Dollar wurde ein Werk Picassos verkauft. Die Kunstgalerie 7B konzentriert sich nun auf zwei Bereiche. Zum einen auf den Kunsthandel und zum anderen auf das Entwickeln von Künstlern. „Es ist jetzt fast so wie im Bau, bei dem Entwickeln von Grundstücken“, meinte Emmerling. „Man hat in der Entwicklung von Künstlern eine ähnliche Dynamik.“  Beim Entwickeln von jungen Künstlern gehe es darum junge Künstler zu promoten, sie zu Ausstellungen, Auktionen zu bringen, in den entsprechenden Kreisen bekannt zu machen, und damit eine Wertsteigerung zu erzielen.

Ein kleines älteres Bild von Ardian Ghenie wurde für  45.000 Euro gekauft und für 92.000 Euro verkauft. Adrian Ghenie ist einer der etablierten Künstler, diese Sprünge im Wertzuwachs von Werken sollen aber auch im Falle von Künstlern, die gerade neu auf dem Markt sind, stattfinden. „Und das ist die Entwicklung, die wir versuchen zu unterstützen“, unterstrich Emmerling.

Emmerling hatte gleich eine kleine Ausstellung in den DWS-Sitz mitgebracht mit Werken von Niki Passath und von Agnes Mattis-Teutsch. Die Werke von Niki Passath aus Graz wurden erstmals vor zwei Jahren hier vorgestellt, wobei es zugleich die erste Präsentation von Robotkunst in Rumänien war. Passath lässt nämlich Roboter künstlerisch tätig werden. Auf der Kunstmesse in Shanghai  soll Passath den Preis für innovative Kunst gewonnen haben. Unter anderem möchte Emmerling Kunst, Spektakuläres, aus dem Westen hierher bringen, aber genauso einheimische Künstler nach Außen bringen.

Weitere Werke waren diejenigen von Agnes Mattis-Teutsch, wobei die Familie Mattis-Teutsch bereits in vierter Generation künstleisch aktiv ist. Der Urgroßvater der Künstlerin,  Hans Mattis-Teutsch, war ein Freund von Henri Matisse, wobei die Freundschaft über die Namensgleichheit zustandegekommen sein soll. Sogar mit Pablo Picasso soll dieser angeblich befreundet gewesen sein.

In den Werken von Agnes Mattis-Teutsch sind Elemente des typischen Stils ihres Urgroßvaters erkennbar: die Art und Weise etwas darzustellen, die kräftigen Farben. Das Thema Landschaften war bei ihrem Urgroßvater auch immer vorgekommen.

Das Kunsthaus 7B im alten Schulgebäude in Michelsberg ist eine Gemeinschaftsinitiative der evangelischen  Kirchengemeinde in Michelsberg. Am Samstag, dem 22. Juni wird um 16 Uhr eine neue Ausstellung eröffnet mit Meistern der klassischen-rumänischen Kunst, wie Victor Brauner, Theodor Pallady oder Nicolae Tonitza. Alle Kunstliebhaber und Interessenten sind herzlich eingeladen.

Werner FINK

 

 

 

 

 

 

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