Von Lowrin bis Bistritz gelesen

Ideen und Perspektiven für die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien

Ausgabe Nr. 2604

Michael Mundt, Werner Kremm, Elise Wilk, Vlad Popa, Klaus Philippi, Ralf Sudrigian, Cristiana Scărlătescu, Raluca Nelepcu und Andreea Oance (v. l. n. r.) bei den „Hermannstädter Gesprächen“ im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt. 
Foto: Cynthia PINTER

Die Allgemeine Zeitung  aus Namibia, Der Nordschleswigeraus Dänemark und die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. Diese drei Zeitungen sind weltweit die einzigen deutschen Tageszeitungen außerhalb des deutschsprachigen Raums. Und eine dieser drei Publikationen erscheint in Rumänien. Zum Thema „Ideen und Perspektiven für die Allgemeine Deutsche Zeitung“ wurde im Rahmen der „Hermannstädter Gespräche“ am Montag, dem 26. November, im Spiegelsaal des Forums, eine Diskussionsrunde organisiert. Eingeladen waren neun Redakteurinnen und Redakteure aus Bukarest, Hermannstadt, Kronstadt und Temeswar, die sich dem Hermannstädter Publikum vorstellten und mit ihnen über die Perspektiven der ADZ sprachen.

 

Über die Zukunft der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien(ADZ) diskutierten Werner Kremm, Raluca Nelepcu und Andreea Oance aus Temeswar, Vlad Popa, Michael Mundt und Klaus Philippi aus Hermannstadt, Ralf Sudrigian und Elise Wilk aus Kronstadt sowie Cristiana Scărlătescu aus Bukarest. Die Diskussionsrunde, die vom Hermannstädter Forum organisiert und vom Institut für Auslandsbeziehungen finanziert wurde, war die Folge eines im März stattgefundenen Treffens der jüngeren ADZ-Redakteure in Temeswar, wo sich die Mitarbeiter kennenlernen durften, aber auch Gedanken über ihre Arbeit und die Zeitung austauschen konnten.

Moderator des Gesprächs war Michael Mundt, der 2013 ein Praktikum bei der ADZgemacht hatte und seit September 2015 bei der ADZarbeitet. Mundt gewährte einen kurzen Einblick in das deutsche Pressewesen außerhalb des deutschsprachigen Sprachraums. Über die  Geschichte der ADZsprach der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr. Er erwähnte auch dass der Neue Weg, die Vorgängerzeitung der ADZ, die zwischen 1949 und 1992 erschienen ist, die lesenswerteste Zeitung Rumäniens war: „Sie war sehr vielseitig und sehr wichtig: Sie hat die verschiedenen Siedlungsgebiete der Deutschen, das heißt das Banat, Siebenbürgen, Sathmar, das Altreich und die Bukowina zusammen gebracht. Man hat dementsprechend in Lowrin lesen können was in Schäßburg passierte und in Bistritz was in Perjamosch los war. Dieses Verbindungselement ist auch heute sehr wichtig bei der ADZ.“

Nach der Vorstellungsrunde der neun ADZ-Redakteure durften sich die Gäste aus dem Publikum äußern, Fragen stellen und Vorschläge machen. Einer der anwesenden Hermannstädter wollte mehr Kritik über die deutsche Minderheit und deren Institutionen, sowie über Korruptionsfälle in Hermannstadt in der Zeitung lesen, und nicht nur „Schönwetterberichterstattung“. Mehrere Stimmen beklagten sich über den Vertrieb der Zeitung und die schlecht – beziehungsweise in Hermannstadt gar nicht – funktionierende Post. Es gäbe zu viele überflüssige dpa-Meldungen auf der ersten Seite der ADZ, wobei Meldungen aus erster Hand viel lesenswerter wären, erklärte ein anderer Gast. Verkehrssituation, Lärmbelästigung und Luftverschmutzung seien Themen, die sich eine andere ADZ-Leserin wünschte. Eine App, durch die man die ADZleicht auf dem Tablet oder Smartphone aufrufen könnte, war ein gut aufgenommener Vorschlag. Es müssten mehrere Zeitungsexemplare in Hotels und an Flughäfen aufliegen, wo sie von Touristen und deutschen Geschäftsleuten gelesen werden könnten. So könnte man die Zeitung rentabilisieren. In einer Hinsicht waren sich alle Gäste einig: Die Internetseite sei zwar sehr hilfreich, trotzdem würde niemand auf die Printausgabe verzichten wollen.

Nach der offiziellen Diskussionsrunde, hatten die Gäste die Gelegenheit, persönlich mit den Redakteurinnen und Redakteuren der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänienins Gespräch zu kommen. Alle Teilnehmer der fünften und vorletzten Ausgabe der diesjährigen „Hermannstädter Gespräche“ waren sich einig, dass im Spiegelsaal des Forums ein sehr aufschlussreiches und konstruktives Gespräch stattgefunden hatte.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

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