„Wer Munro schätzt, muss auch Steinhoff lesen”

Lesung mit Dorian Steinhoff im deutschen Kulturzentrum Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2602

Dorian Steinhoff und Beatrice Ungar.                Foto: Ruxandra STĂNESCU

Der deutsche Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff hat vergangene Woche auf Einladung des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadts aus seinem 2013 erschienenen Erzählband „Das Licht der Flammen auf unseren Gesichtern” gelesen. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung, Beatrice Ungar.

 

Vor der Lesung stellte Beatrice Ungar den 1985 in Bonn geborenen Autor vor, der sich als „Deutscher und Österreicher” in seinem Lebenslauf vorstellt. Die Chefredakteurin sprach auch über die Literatur-, Slam- und Theaterworkshops und -projekte von Dorian Steinhoff, insbesondere über „Lyrik hinter Gittern”  in der Justizvollzugsanstalt Schwerte.

Im ersten Teil der Lesung konnten die Zuhörer die Geschichte eines werdenden Fußballers hören, der allerdings ein Doppelleben führt, das ihm zum Verhängnis wird. Der junge Mann kann sich von seiner Vergangeheit nicht trennen und somit auch nicht von der Beziehung zum Chef der kriminellen Machetenbande – auch wenn er sich selber nicht als Krimineller sieht -, während er versucht, ein neues Leben in seiner ersten eigenen Wohnung mit einer neuen Liebesbeziehung aufzubauen. Beide Leben nehmen ein Ende, als die Bande gefasst wird, auch wenn es nicht für alle Beteiligten gleich schlecht ausgeht – es bleibt bis zu Ende spannend. Spannend für die Zuhörer war auch zu erfahren, dass die Geschichte nicht frei erfunden ist, denn Dorian Steinhoff wusste auch zu erzählen, was aus dem jungen Mann geworden ist, zumindest bis vor einigen Jahren.

Im zweiten Teil der Veranstaltung las Steinhoff aus einem Roman, an dem er noch arbeitet, der den Arbeitsnamen „All In” trägt. Beide Texte wurden von Nora Căpăţână übersetzt. Im Roman geht es um Betrug und Betrüger, die Handlung verläuft sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart, seinem Stil bleibt der Autor treu, der vom Autor Alain Claude Sulzer in der Basler Zeitungmit der Nobelpreisträgerin Alice Munro verglichen wurde: „Wer Munro schätzt, muss auch Steinhoff lesen.”

Im Anschluss an der Lesung lud das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt alle Anwesenden auf ein Glas Wein ein, eine gute Gelegenheit, sich mit dem Autor und den anderen Zuhörern im informellen Rahmen zu unterhalten.

Dorian Steinhoff studierte Philosophie, Rechtswissenschaften und Germanistik an der Universität Trier und hat mehrere Preise und Stipendien erhalten. Seit 2010 arbeitet er als freier Autor, Journalist und Literaturvermittler. Unter http://www.doriansteinhoff.de sind nähere Information zu seinem Lebenslauf zu finden, aber auch zu den Workshops und Programmen – u. a. „Dorian Steinhoff liest und erzählt” -, die er durchführt. Der Autor lebt in Köln.

Ruxandra STĂNESCU

 

 

 

 

 

 

 

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