Deutsche Sendung von Radio Bukarest

Der Rumänische Rundfunk feierte am 1. November den 90. Geburtstag

Ausgabe Nr. 2601

In der Bukarester Redaktion arbeiten (v.l.n.r.): Cristina Stoica, Bianca Filip, Reiner Wilhelm, Monica Strava und Helga Neustädter.    
Foto: Privat

„Alo, Alo, aici Radio Bucureşti!” (Hallo, hallo, hier Radio Bukarest) konnten Radiobesitzer landesweit am 1. November 1928 hören, in der ersten Sendung der Rumänischen Gesellschaft für Rundfunktelefonie (Societatea de Difuziune Radiotelefonică), wie sie erst hieß. Bekannt zur Zeit als Radio România, hat der rumänische öffentlich-rechtliche Sender auch Programme für die nationalen Minderheiten in Rumänien. Die deutsche Sendung beim öffentlich-rechtlichen Hörfunk gibt es seit 1948, bekannt ist sie heutzutage als die  Deutsche Sendung von Radio Bukarest“. Monica Strava, Redakteurin bei Radio Bukarest, sprach stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen mit HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u über den Alltag im Beruf eines Rundfunkjournalisten.

 

Wie viele Leute arbeiten bei Radio Bukarest?

In der Bukarester Redaktion arbeiten fünf fest angestellte Redakteure: Helga Neustädter, Bianca Sahighian, Cristina Stoica, Monica Strava und Reiner Wilhelm. Wir haben noch drei Mitarbeiterinnen in Siebenbürgen: Ruxandra Stănescu und Christa Richter in Hermannstadt und Krisztina Molnar in Neumarkt. Unsere Sendung läuft täglich von 14 bis 15 Uhr und am Sonntag gibt es das „Wort zum Sonntag“ von 10.20 bis 10.30 Uhr.

Wie sieht der Alltag eines/r Redakteuren/in aus?

Es kommt darauf an, was man an einem Tag zu tun hat. Mindestens drei von uns sind für die tägliche Sendung zuständig. Der eine Redakteur bereitet die Beiträge vor, die in der Sendung laufen werden. Derjenige, der die Sendung moderiert, überlegt sich den Aufbau der Sendung und schließlich ist ein Redakteur für die täglichen In- und Auslandsnachrichten zuständig. Radioarbeit ist Teamarbeit und deshalb müssen die Arbeitsabläufe sehr gut aufeinander abgestimmt werden. Neben der Arbeit in der Redaktion oder im Studio, sind wir auch unterwegs, um an verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen, über die wir dann berichten. Wir arbeiten auch eng zusammen mit unseren Kollegen aus Temeswar und Neumarkt und moderieren sogar einmal im Monat eine gemeinsame Sendung, das Funkmagazin.

Warum habt ihr euch für diesen Job entschieden?

Ich glaube, die meisten von uns sind durch Zufall zum Radio gekommen. Es hat uns dann so sehr gefallen, dass wir nicht mehr weggegangen sind. Manche von uns sind zeitweise weggegangen, sind aber dann wieder zurückgekehrt. So auch unsere Kollegin Cristina Stoica, die sich vor vielen Jahren für den Printjournalismus entschied und nun seit Monaten wieder bei uns tätig ist.

Gibt es Unterschiede zwischen dem öffentlich-rechtlichem und einem privaten Sender?

Die gibt es gewiss, angefangen von der Finanzierung bis zu den Programminhalten. Wir verstehen aber unsere Radioarbeit  als ein gesellschaftlicher Auftrag, allen deutschsprachigen Menschen in Rumänien einen freien Zugang zu Information, Bildung, Unterhaltung und Kultur zu sichern. Wir sind auch darum bemüht, allen Gruppen der deutschen Minderheit hierzulande in unserer Berichterstattung gerecht zu werden.

Gibt es Schwierigkeiten im Berufsleben?

Schwierigkeiten gibt es immer wieder, aber die muss man wie in jedem anderen Bereich überwinden. Und man muss eben auch beim Radio auf Phantasie und Kreativität setzen.

Habt ihr Zukunftspläne und -wünsche?

Ja, wir würden gern mehr im Land unterwegs sein, um an den zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen und darüber zu berichten. Wir würden auch gern unsere Webseite ausbauen, geht aber zur Zeit aus Kostengründen nicht. Wir sind aber bei Facebook unter radiobukarest und auf funkforum.net zu finden, mit den besten Beiträgen aus unserer Sendung.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Die „Deutsche Sendung von Radio Bukarest“ wird in der Minderheitenredaktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Rumänien gestaltet. Das Deutsche Programm kann im Banat, in Siebenbürgen und rund um Bukarest von Montag bis Samstag zwischen 14.00 und 15.00 Uhr, sonntags zwischen 10.20 und 10.30 empfangen werden, auf den Frequenzen der Mittelwelle 603, 909, 1197, 1314, 1404 und 1593kHz.

 

 

 

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