Die Erinnerung bleibt

Beatrice Gutt ist tot

Ausgabe Nr.2568

Beatrice Gutt mit Emmerich Schäffer in Martin Walsers „Die Zimmerschlacht“ in der Regie von Hanns Schuschnig am Deutschen Staatstheater Hermannstadt (Landespremiere am 25. April 1973).
Foto: Horst BUCHFELNER

Die Schauspielerin Beatrice Schuschnig, geborene Gutt, langjähriges Mitglied der Deutschen Bühnen Hermannstadt und Temeswar ist am 2. Februar d. J. in Altusried im Allgäu gestorben.

 

Den Mimen flicht bekanntlich die Nachwelt keine Kränze. Und doch folgten und folgen immer wieder junge Menschen dem Ruf der Bühne. So auch Beatrice Gutt, von allen liebevoll „Babe“ genannt. Geboren am 18. April 1936 in Hermannstadt, wuchs sie zusammen mit zwei Geschwistern in einem musischen Elternhaus auf. Der Vater war Geiger, die Mutter eine anerkannte Klavierlehrerin. Der Wunsch, Sängerin oder Schauspielerin zu werden, war früh da. Folgerichtig schloss sie sich der 1956 neu gegründeten Deutschen Abteilung des Staatstheaters Hermannstadt begeistert an. Dieser Bühne sollte sie treu bleiben bis zu ihrer Ausreise 1982, ausgenommen die Jahre 1962-1969, ihrem Intermezzo an der Temeswarer Deutschen Bühne. (…)

Privat führte das Schicksal Regie. In dem Leiter der Schauspieltruppe Hanns Schuschnig fand sie den Lebensgefährten und späteren Vater ihrer Söhne Tristan und Marc. Es war für sie bestimmt nicht immer leicht, neben dem umtriebigen, rastlosen Theatermenschen Schritt zu halten. Fakt ist, dass sie ihm in allen Lebenslagen tatkräftig zur Seite stand.

Auch in der neuen Heimat Altusried, wo ihr Mann die Leitung der Freilichtspiele bis 1999 innehatte, war sie ihm unentbehrlich: als „Frau“ für alles, als Regieassistentin, Kostümbildnerin, aber auch als Darstellerin in verschiedenen Produktionen. Nebenbei, als die Söhne ein Puppentheater in Rothenburg o. d. Tauber übernahmen, fertigte sie in mühevoller Kleinarbeit 150 lebensgroße Puppen, mit denen sie die Aufführungen bestritten.

Der Tod ihres Mannes vor vier Jahren hat sie sehr getroffen. „Er fehlt mir so sehr“, sagte sie immer wieder zu Freunden. Nun ist sie ihm in die Ewigkeit gefolgt. Was bleibt, ist Erinnerung.

Luise POMARIUS

 

(Leicht gekürzte Fassung des Nachrufs aus der Siebenbürgischen Zeitung vom 28. Februar 2018)

 

 

 

 

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