Sie sind alle Gewinner

Die Kyokushin-WM fand in Hermannstadt statt
Ausgabe Nr. 2532

 

8-karate

Die letzte, absolute Wahrheit. Das bedeutet übersetzt aus dem Japanischen Kyokushin. Kyokushin ist eine der härtesten Karatearten und die 5. Auflage der Weltmeisterschaft im Kyokushin wurde von der Internationalen Karate Föderation (IFK) in der Hermannstädter Transilvania-Halle abgehalten. 400 Kämpfer aus 40 Ländern nahmen am Wochenende vom 27.-28. Mai daran teil.

 

Aufgeteilt wurde der Wettbewerb auf 3 Alterskategorien: U 18, U 21 und Erwachsene. Am ersten Tag fanden die Qualifikationskämpfe und am Sonntag, dem 28. Mai, die Halbfinalen und Finalen statt. Eine große Tatamimatte thronte in der Mitte der Halle und wurde von allen Seiten beleuchtet, während das Publikum im Dunkeln saß. So waren alle Augen auf die Sportler in den weißen Keikogis – so nennt man die Karate-Kleidung – gerichtet. Ein Keikogi besteht aus einer Jacke (Uwagi), einer Hose (Zubon) und einem Gürtel (Obi) und entwickelte sich aus einer traditionellen japanischen Unterbekleidung, die man unter einem Kimono trug. Auf der quadratförmigen 8 Meter langen Kampffläche gab es fünf Schiedsrichter, davon vier Eckenrichter, die an den Ecken der Kampffläche saßen und ein Hauptrichter, der sich innerhalb der Kampffläche aufhalten durfte und die Kommandos an die Kämpfer erteilen durfte. Die zwei Kämpfer wurden immer zuerst vorgestellt. Und dann ging der Kampf los. Faust- und Ellenbogenhiebe zum Körper des Gegners waren ebenso erlaubt wie Fußtechniken zum Kopf, Körper und zu den Beinen. Vollkontakt-Karate eben. Da kam es nicht selten vor, dass hier und da rote Bluttropfen auf die schneeweißen Keikogis spritzten. Drei Minuten lang dauerte ein Kampf. Danach durften die Schiedsrichter den Gewinner per Fähnchen bekanntgeben. War der Kampfverlauf jedoch nach der ersten Runde unentschieden, wurde das Match um 2 Minuten verlängert.

Sehr auffällig waren die vielen russischen Sportler, die in fast allen Kategorien Preise gewannen. Insgesamt 10 Goldmedaillen wurden den russischen Kämpfer ausgehändigt. Am spektakulärsten war der Kampf zwischen den beiden Russen Vitalii Ishakneli und Vasily Samadurov in der Kategorie Erwachsene, Super Heavyweight (über 90 kg). Mit nur einem Schlag, einem Highkick, der am Hals traf, ging der massive Vasily Samadurov zu Boden. Die Sanitäter mussten sofort mit Sauerstoffmasken helfen. Der Sportler erholte sich schnell, aber der Kampf war für ihn verloren und Vitalii Ishakneli gewann Gold.

Die rumänischen Sportler konnten zwar keine Goldmedaille gewinnen, dafür aber eine Silbermedaille in der Kategorie U 18/ über 75 kg durch Bogdan Prâlea aus Galatz. Auf dem 4. Platz landete bei den Damen Madena Bozianu aus Ploiești in der Kategorie Erwachsene, unter 60 kg.

Doch wie Hanshi Steve Aneil, 10th Dan, Präsident der IFK bei der einleitenden Pressekonferenz sagte: „Es gibt keine Verlierer. Sie sind alle Gewinner. Und die Internationale Karate Föderation respektiert jeden.“

Cynthia PINTER

 

 

Trotz spektakulärer Kampftechnik landete Jamal Aboubakri aus dem Iran keinen Podiumsplatz. Sein Gegner, der Russe Marcel Mansurov (links im Bild), hatte die bessere Taktik und gewann Gold in der Kategorie Erwachsene, unter 70 kg.                                              

Foto: Cynthia PINTER

 

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