„Seit ich klein war, lese ich gerne“

Siebenbürgenentscheid der Lesefüchse-International stattgefunden
Ausgabe Nr. 2524
 

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Die Neuntklässlerin Shaina Cotoarbă von dem Joseph Haltrich-Lyzeum in Schäßburg ging am vergangenen Samstag im Schullerhaus in Mediasch im Siebenbürgenentscheid des Lesefüche-Wettbewerbs als Gewinnerin hervor. Den Preis überreichte als Jury-Mitglied Judith Urban, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt. „Lesefüchse International“ ist ein Lese- und Diskutierwettbewerb, durch den die Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) Deutschlernenden in Mittel/ und Osteuropa deutschsprachige Jugendliteratur nahebringt.

 

Das Lesefüchse-Projekt soll damit zur Entwicklung einer demokratischen Diskussions- und Konsensfähigkeit beitragen und die kritische Argumentationsfähigkeit der Jugendlichen sowie ihre Fähigkeit, einen eigenen Standpunkt zu vertreten fördern.

Auch in diesem Jahr soll das Lesen großes Interesse im Kreise der Schüler erweckt haben. Im Laufe des Schuljahres mussten die Schüler dieses Mal „Zeit der großen Worte“ von Herbert Günther, „Echt“ von Christoph Scheuring, „Brennendes Wasser“ von Lukas Erler und „Like me. Jeder Klick zählt“ von Thomas Feibel lesen. Nach dem Entscheid auf Schulebene in den Sprachdiplomschulen in Siebenbürgen, die von der ZfA betreut werden, gingen elf Sieger hervor von denen zehn nun an dem Siebenbürgenentscheid vergangenen Samstag in Mediasch teilnahmen. Jeder Schüler stellte eines der Bücher vor, dann wurde im Rahmen einer von Fachberaterin für Deutsch Birgit van der Leeden, Fachschaftsberatern Carol Szabolcs und Susan Danowsky moderierte Disskussionsrunde literarische Kritik geübt. Die immergrünen beziehungsweise aktuellen Themen der Bücher lieferten selbstverständlich interessanten Gesprächsstoff. Die Jurymitglieder konzentrierten sich dabei auf Kriterien wie Textkenntnis, sprachlicher Ausdruck oder Interaktion.

„Nach der heutigen Performance hat Shaina am meisten Potenzial und hat es am besten gemacht“, lauteten die Worte der Konsulin Judith Urban, die im Namen der Jury der Siegerin den Preis überreichte. „Uns allen hat die flüssige Art ihres Vortragens und wie sie mit allen anderen Teilnehmern interagiert hat sehr gut gefallen“.

„Seit ich klein war, lese ich schon immer sehr gern Bücher und ich dachte da wäre es ziemlich cool wenn ich da vier Bücher lesen kann und vielleicht auch gewinnen kann“, sagte Gewinnerin Shaina Cotoarbă. Am besten hat ihr das Buch „Zeit der großen Worte“, ein Buch zum Thema Erster Weltkrieg, das aus der Sicht eines Jugendlichen erzählt wird, gefallen. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich ähnlich wie Paul reagieren würde auf bestimmte Dinge. Ich finde es wichtig, dass man über den Krieg aufgeklärt wird, denn es gab ja sehr viele Tote, und ich glaube hinter jedem Toten steckt eine Geschichte. Das hier ist nur eine Geschichte, von Millionen von Geschichten die alle irgendwie aber nicht richtig abgeschlossen wurden. Diese Geschichten hätten eigentlich alle ein Happy End haben sollen. Ich hatte noch ein anderes Buch über den ersten Weltkrieg aus der Sicht der Engländer gelesen. Ich habe darin gesehen, dass die Hauptidee die gleiche war, dass Krieg nicht richtig ist.“ Das Lesefüchse-Projekt soll übrigens auch einen Beitrag zur Friedenserziehung leisten und auch die interkulturellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler stärken.

Die Gewinnerin geht nun zur nächsten Etappe nach Berlin im September, wo sie gegen den Sieger der Region Westrumänien antreten wird. Der engültige Sieger wird dann Rumänien in der Finale hier vertreten.

Gratuliert wurde auch Kathaharina Ongyerth vom Doamna Stanca-Lyzeum und Claudia Kamla von der Brukenthalschule, die auf dem zweiten Platz landeten. Die übrigen Teilnehmer Denisa Dragotă (Stephan Ludwig Roth Lyzeum), George Florescu (C.N. Decebal), Michael Gross (Dr. Ioan Meșotă-Lyzeum), Lukas Horvath (Sfăntul Iosif Schule), Olivia Ioo (Pädagogisches Lyzeum), Maria Ivănescu (Johannes Honterus-Lyzeum), Kirsten Pantiri (George Coșbuc-Lyzeum) wurden als Gewinner des dritten Platzes beglückwünscht. Olivia Ioo und Kirsten Pantiri waren schon zum zweiten Mal dabei.

Weitere Mitglieder der Jury waren Christine Manta-Klemens, Deutschlehrerin am Päda in Hermannstadt, Helmine Pop, Leiterin der Schulkommission des Siebenbürgenforums, der Freiwillige Christian Lütgens und die Finalistin des Wettbewerbs auf Siebenbürgenebene in den letzten zwei Jahren Isabela Opriş von dem Doamna Stanca-Lyzeum aus Fogarasch.

Werner FINK

 

Bild links: Helmine Pop, Isabela Opriș, Christian Lütgens, Shaina Cotoarbă, Claudia Kamla (11. Klasse, Brukenthalschule), Katharina Ongyerth (11. Klasse, Doamna Stanca), Christine Manta-Klemens, Birgit van der Leeden, Judith Urban, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt (v. l. n. r.)

 

 

 

 

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