Kochen wie die Heiducken

Kulinarische Reise in Hamlesch und Hermannstadt
Ausgabe Nr. 2523
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Jedes Jahr fährt das Team „Watch&Eat” durch die Welt, lernt Gerichte kochen und stellt sie den Gästen in Österreich vor. Hannes Ager, Inhaber des Restaurants „Schulhaus” in Söll und der Koch Andreas Faistenauer reisen dieses Jahr mit Kameramann Andreas Zulauf durch Rumänien, die Republik Moldova und Russland. Rund 1.000 Gäste des Restaurants werden im Spätherbst nicht nur die Filme dieser Reise sehen, sondern auch die Gerichte probieren.

 

„Die Grundstory ist, dass wir uns jedes Jahr drei Länder aussuchen, dahin reisen und dort mit Einheimischen alte Gerichte kochen. Wir machen einen Film draus und im Herbst werden im Rahmen eines Events der Film gezeigt und Gerichte aus allen drei Ländern angeboten“, erklärte Hannes Ager in einer Verschnaufpause in Hamlesch, während er wartete, dass das Lamm in der Grube garte.

Das erste besuchte Land war nämlich Rumänien, genauer gesagt Hermannstadt und Hamlesch und unter den erlernten Gerichten befand sich auch das alte Rezept der Heiducken, nebst Brotbacken, Krautwickel und Hochzeitssuppe kochen.

Das ist die fünfte Reise des „Watch&Eat“-Teams, im Vorjahr ging die Reise nach Indien, Sri Lanka und Nepal. Der Film lief auch im Winter im Restaurant, als Familie Klein aus Deutschland dort essen ging. Auf die Frage, wohin die nächste Reise 2017 gehen soll, kam die Antwort Rumänien, so dass Georgeta Klein, eine gebürtige Hermannstädterin, sie kurzerhand nach Hermannstadt und Hamlesch einlud, wo ihre Mutter, Niculina Weber, die ebenfalls in Deutschland wohnt, oft auf Besuch kommt und hier einen schönen Garten pflegt. „Ich könnte mir keinen schöneren Ort in Rumänien vorstellen als Siebenbürgen”, erklärte Georgeta Klein, die mit Ehemann Michael und Sohn Marc-Kevin bei der Rumänienreise des Teams dabei war. Ihre Mutter, Niculina Weber, war die Kontaktperson in Rumänien, zusammen bereiteten sie ein typisches rumänisches und sächsisches Menü vor.

„Wir möchten nicht das moderne Essen in den Ländern probieren, sondern traditionell mit Großmüttern die alten Rezepte kochen”, erklärte Hannes Ager. Deswegen wurde auch das Lamm in der Grube gemacht, ein auch in Rumänien seltenes Gericht, das sich als Erfolg erwies. „Hirtenleben, Brot backen, Schnaps brennen – das alles ist sehr interessant für einen Gastronomen”, erzählte Georgeta Klein, die bemüht war, ihren Gästen die schmackhafte Seite Siebenbürgens vorzustellen.

Hauptsächlich Rezepte und Lebensmittel werden im Film gezeigt, doch werden auch Land und Leute vorgestellt – Hermannstadt war deswegen ein Reiseziel des Teams, aber auch das Hirtenleben in der Gegend soll im Film vorkommen, der allerdings nur im Restaurant zu sehen sein wird, „damit die Spannung im Lokal bleibt”, so Ager, der Trailer des Films ist allerdings auf Youtube hochgeladen worden. Einen kleinen Trostpreis gibt es allerdings schon, wie Andreas Faistenauer verriet: „Heuer machen wir ein Kochbuch zu allen Ländern, weil die Rezepte bei den Gästen sehr gefragt sind.”

Ruxandra STĂNESCU

 

Bei Sonnenuntergang hoben Hannes Agar (links), Andreas Faistenauer (2. v. l.) und zwei Dorfbewohner das Lamm aus der Kohlengrube, unter der strengen Aufsicht von Niculina Weber.            

Foto: Mugur FRĂȚILĂ

 

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