Eine Vorzeigeschule für Hermannstadt

Neues Gebäude für die Kunstschule geplant / Abschleppdienst ab April 2017
Ausgabe Nr. 2515
 3-simulierung

Auf einer Pressekonferenz Mitte Januar verkündete Bürgermeisterin Astrid Fodor, dass die Stadtverwaltung nun einen geeigneten Standort für die neue Kunstschule ausfindig gemacht habe und die Machbarkeitsstudie zur Verfügung stehe. Genauer geht es um das Gebäude des ehemaligen Internats des Wirtschaftslyzeums an der Str. Aleea Buia sowie um das unbebaute Areal zwischen der Aleea Buia und der Str. Dorului, auf dem zusätzlich ein neues Gebäude errichtet werden soll. Weitere Themen der Pressekonferenz waren u. a. das Abschleppen der falsch geparkten Autos oder die Schneeräumung in der Stadt.

 

Bekanntlich wurde das Gebäude, in dem die Kunstschule gegenwärtig untergebracht ist, vor einigen Jahren an die evangelische Kirchengemeinde A. B. in Hermannstadt rückerstattet. Nach der Identifizierung einer geeigneten Stelle in der Stadt, hat die Stadtverwaltung als ersten Schritt die Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Architekt Alexandru Găvozdea stellte das Projekt kurz vor. Gemeinsam mit Lehrern und Schülern der Kunstschule habe man die Bedürfnisse eines solchen Projektes herausgefunden.

Bei dem bereits auf dem Grundstück vorhandenen Gebäude handele es sich um ein in den 70er Jahren anhand eines Standardplans aus großen Betonplatten gebautes Internat mit drei Stockwerken. Die Räume des ehemaligen Internats seien zwar für Klassenräume ungeeignet, würden sich jedoch als Räume für selbständiges Üben sehr gut eignen. Auch ein schuleigenes Informations- und Dokumentations-Zentrum soll hier untergebracht und sogar von der Aleea Buia aus zugänglich gemacht werden.

Vor allem auf Flexibilität, die heutzutage überall in der Welt gesucht werde, wolle man Wert legen, vor allem beim Bau des neuen zweistöckigen Gebäudes. Eine Standard-Klassenzimmerwabe müsse durch Flexibilität an die jeweiligen Ansprüche anpassbar sein und die Wände verschiebbar gebaut werden. Auch ein multifunktionaler Hörsaal, der u. a. auch die Aktivitäten eines Orchesters beherbergen soll, sei vorgesehen.

Insgesamt sollen 51 Räume mit akustischen Bedürfnissen geschaffen werden. Von diesen seien etwa 29 als Klassenräume geplant.

Um die Gebäude herum sollen insgesamt 12 Erholungsplätze, Höfe, eingerichtet werden. Einen Abstellplatz für Fahrräder werde es auch geben. Der Haupteingang werde an der Frontseite des neuen Gebäudes geplant, an der Str. Dorului. Gedacht ist die neue Kunstschule für Schüler ab der Vorbereitungsklasse bis zur 12. Klasse.

„Wir möchten, dass daraus eine Vorzeigeschule für Hermannstadt wird“, sagte Bürgermeisterin Astrid Fodor. Im Haushaltsplan für 2017 habe man die nötigen Mittel für die Planung und Ausführung vorgesehen. Fodor schätzt, dass die Arbeiten noch im nächsten Jahr abgeschlossen werden können, so dass die Kunstschule im Schuljahr 2018/2019 einziehen kann. Der Wert der Arbeiten belaufe sich dabei auf insgesamt 24,6 Millionen Lei, ohne Mehrwertsteuer.

Wie schon in ihrem Wahlkampf angekündet, hat sich Fodor als Priorität gesetzt, die Bildungsinfrastruktur zu verbessern und zu versuchen, das Problem des Zweischichtenunterrichts zu lösen. Vorgesehen sei beispielsweise die Mansardierung der Regina Maria-Schule.

Für Investitionen und Reparaturen im Schulwesen plant die Stadtverwaltung für 2017 Ausgaben von 50 Millonen Lei (vergangenes Jahr waren es 16.291.550 Lei), wobei das Geld teilweise aus dem lokalen Haushalt und teilweise aus Strukturfonds kommen soll. Von diesen sind für Reparaturen und Instandhaltung über 6 Millionen Lei veranschlagt (vergangenes Jahr waren es 2,5 Millionen). In diesem Sinne ließ Bürgermeisterin Astrid Fodor den Bedarf aller Bildungseinrichtungen der Stadt durch die technische Mannschaft des für die Schulen zuständigen Dienstes erfassen. In diesem Jahr wurde übrigens zwischen der Bürgermeisterin und den Direktoren der Bildungseinrichtungen Verträge über die Verwaltung der Schulgebäude unterzeichnet.

Aus EU-Strukturfonds sollen über die zweite Finanzierungslinie Fonds für 4 Projekte im Bereich Energieeffizienz beantragt werden. Genauer geht es um das Constantin Noica-Lyzeum, die Schule Nr. 21, die Schule Nr. 1 und die Radu Selejan-Schule. Weiterhin sollen Fonds für den Ausbau von Schulen und für den Bau von Sportsälen beantragt werden, nachdem die entsprechenden Finanzierungslinien freigegeben werden. Bis dahin will die Stadtverwaltung allerdings die Arbeiten an der Erweiterung der Schule Nr. 6 in der Str. Nicolae Iorga und den Bau eines Sportsaales trotzdem starten, wo es übrigens etwa 20 Klassen mit Nachmittagsunterricht gibt. Über eine weitere Finanzierungslinie sollen Fonds für eine Kinderkrippe in der Nähe der Schule Nr. 1 und eine weitere an der Str. Constructorilor beantragt werden.

Für den städtischen Abschleppdienst gibt es nun wieder eine legale Basis. Die im Mai 2015 aufgehobene Tätigkeit wurde durch einen Regierungsbeschluss im Dezember des vergangenen Jahres wieder möglich gemacht. Die Absicht ist einen öffentlichen Dienst ins Leben zu rufen, welcher der Stadtpolizei unterstellt und vermutlich ab April funktionsfähig wird.

Wie jedes Jahr, gab es auch in diesem Unzufriedenheiten bezüglich der Schneeräumung. Ein nächstes Projekt der Stadtverwaltung, das Bürgermeisterin Astrid Fodor vorstellte, ist die Gründung eines Öffenlichen Dienstes für Management und Überwachung von Reinigungs- und Schneeräumungsdienstleistungen. Nach wie vor fehle es nämlich an Kontrolle über Stadtreinigungs- und Schneeräumungsarbeiten. Falls man Unregelmäßigkeiten feststelle, sagte Fodor, könne man theoretisch zwar den Vertrag mit der zuständigen Firma kündigen, was aber in der Praxis nicht möglich ist, vor allem wenn gerade der dicke Schnee geräumt werden müsse. Bis ein neuer Vertragspartner zur Schneeräumung nach dem Vergabeverfahren gefunden wird, würde der Verkehr in der ganzen Stadt blockiert sein. Natürlich könnten der zuständigen Firma auch verschiedene wirtschaftliche Probleme zustoßen, wegen denen sie ihre Verpflichtungen nicht erfüllen kann. In diesem Winter sei beispielsweise die Ausrüstung der für die Schneeräumung zuständigen Firma für die Bewältigung der Aufgaben unzureichend gewesen. Seitens der Stadtverwaltung sei in diesem Sinne ein Schreiben an das zuständige Ministerium geschickt worden. Natürlich gelte die selbe Situation auch für Bauarbeiten.

Die Schneeräumung auf den Gehsteigen betreffend wurden von der Stadtpolizei zwischen dem 6. und 12. Januar 1.140 Mahnungen an Privat- und Rechtspersonen erteilt. In einer zweiten Phase wurden 42 Protokolle verfasst, von denen 24 Protokolle mit schriftlichen Mahnungen waren. In der selben Zeitspanne hat der Dienst zur Verwaltung des öffentlichen Raumes 114 Warnungen in der Altstadt erteilt. In der zweiten Phase wurden 21 Protokolle mit schriftlicher Warnung erteilt. In 5 weiteren Fällen sollten noch die Besitzer identifiziert werden.

Werner FINK

 

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