Archivbestand Weltgebetstag erschlossen

Eine gute Nachricht aus dem Zentralarchiv der EKR im Teutsch-Haus
Ausgabe Nr. 2518
5-archivEine gute Nachricht aus dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (ZAEKR) kommt passend zum Weltgebetstag, der jedes Jahr am ersten Freitag im März begangen wird, heuer am 3. März: Das Archiv dieser ökumenischen Arbeit ist nun erschlossen und zugänglich. Der Bestand „Ökumene. Weltgebetstag der Frauen“ ist eine Dokumentation aus dem Bereich ehrenamtliche Arbeit, der für die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien und für die Ökumene von Belang ist. Durch die Archivierung im ZAEKR wird der Bereich der ökumenischen Frauenarbeit für Forscher zugänglich und zitierbar.

Der Weltgebetstag der Frauen (WGT) ist die älteste ökumenische Basisbewegung der heutigen Christenheit. Vor 130 Jahren in Amerika begonnen, ist der Weltgebetstag der Frauen seit gut 75 Jahren in Deutschland und seit über 45 Jahren auch in Siebenbürgen bekannt. Hier breitete sich die Weltgebetstagsarbeit vor allem durch die Ehefrauen der siebenbürgisch-sächsischen Pfarrer, später auch durch die Frauenarbeit der EKR aus. Die Kontakte zum Komitee in Deutschland und zum Internationalen Komitee blieben stets aufrecht. Nach 1990 begannen auch reformierte, katholische und orthodoxe Frauen in Rumänien, den Weltgebetstag zu feiern. 1995 erhielten Frauen in Rumänien durch das Internationale Weltgebetstagskomitee den Auftrag, die Gebetsordnung für das Jahr 2002, zu verfassen. Ein wichtiges Datum war daraufhin die Gründung des Ökumenischen Komitees für den Weltgebetstag in Rumänien im Mai 1996. Dieses landesweite ökumenische Komitee, das von 1996 bis 2007 von Gerhild Cosoroabă koordiniert wurde, erstellte das Material für 2002 mit dem Thema „Zur Versöhnung aufgerufen“. Zusammen mit dem dreizehnköpfigen Komitee beteiligten sich insgesamt 32 Frauen, darunter auch Theologinnen, aus sieben Kirchen Rumäniens an der Redaktion: Sie verfassten die Gebetsordnung, eine Bibelarbeit, die Landesinformation (mit dem schwierigen Kapitel Geschichte Rumäniens!) und die Kindergebetsordnung für 2002. Im März 2000, pünktlich zwei Jahre vor dem Weltgebetstag aus Rumänien, schickte das Landeskomitee die Gebetsordnung und das Begleitmaterial in englischer Fassung aus einer siebenbürgischen Kirchenburg per E-Mail (damals hier ganz neu) nach New York an die internationale WGT-Geschäftsstelle, welche das Material an die Länderkomitees versandte, die wiederum ihre Übersetzungen anfertigten. Laut Journal des Internationalen WGT-Komitees betrug die Auflagenhöhe der 2002-Gebetsordnung weltweit 2,7 Millionen gedruckte Hefte in etwa 70 Sprachen. Am 1. März 2002 wurden auf allen Kontinenten Gebetsgottesdienste mit den Anliegen der Frauen aus Rumänien gehalten und auch im Inland war die Beteiligung hoch. Die Entstehungsgeschichte der Gebetsordnung für 2002 und die Reaktionen darauf sind nun in der Unterlagensammlung im Zentralarchiv dokumentiert und geben über ein Gebiet der konkreten ökumenischen Zusammenarbeit in Rumänien Auskunft. Die Laufzeit der Sammlung umfasst die Jahre 1975-2016, wobei die meisten Unterlagen aus den Jahren 1996-2007 stammen. Das Material wurde in 56 Signaturen erfasst und in acht Schachteln fachgerecht gelagert.

Dank gebührt Frau Elisabeth Deckers aus Köln, die im Oktober 2016 als freiwillige Mitarbeiterin des Zentralarchivs das von Gerhild Rudolf und Helga Pitters gesammelte Material gesichtet und vorsortiert hat, sowie Frau Monica Rus, Sachbearbeiterin im Archiv der EKR, die im Januar 2017 den Bestand fachgerecht erschlossen und das Findbuch erstellt hat.                Gerhild RUDOLF

 

Archivmitarbeiterin Monica Rus (links) und Gerhild Rudolf, ehemalige Koordinatorin des landesweiten WGT-Komitees.      Foto: András BÁNDI

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