Rumänien, ich komme!

Streiflichter von der Ferien-Messe in Wien
Ausgabe Nr. 2513
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Kennen Sie das auch mit der Qual der Wahl? Soll man den öffentlichen Bus nehmen oder fährt man – seinem Körper zuliebe – doch mit dem Fahrrad? Soll ich nach einem langen Arbeitstag meinen Abend daheim gemütlich vor dem Fernseher verbringen oder gehe ich lieber mit Freunden zum After Work Clubbing in ein Szenelokal? Soll ich heuer einen Wellnessurlaub buchen oder wäre eine Kulturreise nicht interessanter? Urlaub ja, doch in welche Himmelrichtung wird es mich ziehen?

Eigentlich habe ich sie gerne, die Qual der Wahl, denn diese Möglichkeit der Wahl bedeutet für mich als Individuum Freiheit, Selbstverwirklichung und positive Emotionen!

Von dieser Qual der Wahl freudig angetrieben mache ich mich auf, die Wiener Ferienmesse 2017 zu besuchen. Obwohl laut Medienberichten die Grippewelle die Wiener Bevölkerung fest im Griff hat, scheinen am Eröffnungstag alle Menschen wieder gesundet. Tausende Besucher stürmen bereits am Vormittag die Messehallen am Wiener Messegelände. Und schon kann das Tagträumen beginnen: Von den heißen Malediven mache ich einen kurzen Abstecher auf die Prager Karlsbrücke, fliege anschließend nach Uganda, um Berggorillas in freier Wildbahn zu beobachten, bewundere bei minus 30 Grad und vor Kälte schlotternd das Maskottchen „Bonhomme“ des Winterkarnevals im kanadischen Quebec, erhole mich kurz auf einer Kreuzfahrt in der Ägäis, es locken die Strände der Seychellen und ein Shopping-Trip nach Shanghai, Chinas aufregendster Metropole.

Ich fühle mich fit wie ein Turnschuh beim Wandern in Irland und in Südtirol, muss unbedingt die Chelsea Flower Show in London sehen, bin in Island von der bizarren Lavalandschaft begeistert, rocke zehn Tage beim dänischen Roskilde Festival, dem größten nordeuropäischen Open-Air-Event, beobachte aus sicherer Entfernung und in Gummistiefeln die Weltmeisterschaft im Sumpffußballspielen (!!!) in Finnland, benötige unbedingt einen Badeurlaub an der Algarve, verbringe einen romantischen Abend bei einer Gondelfahrt in Venedig, feiere Halloween und Thanksgiving in den USA, schließe mich den Lichtfindern in Norwegen an, um endlich das Polarlicht zu sehen, tanke Wärme in einem gemütlichen Strandcafé an der deutschen Nordseeküste, darf die Besichtigung des höchsten Gebäudes der Welt in Dubai nicht versäumen, erfülle mir einen Lebenstraum und reise komfortabel mit der transsibirischen Eisenbahn, helfe bei der Weinlese in Neuseeland, und, und…benötige dringend eine Pause!

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Mitten im Gedränge klingt plötzlich Folkloremusik an mein Ohr. Die Showeinlage der rumänischen Volkstänzer ist ein Publikumsmagnet. Beinahe alle Besucher zücken ihre Mobiltelefone und fotografieren das farbenfrohe Treiben. Simion Giurcă, der rumänische Tourismusboss in Wien, beobachtet lächelnd das Szenario – er hat es wieder geschafft. Der imposante Ausstellungsstand Rumäniens ist förmlich belagert. Weinverkostung und Handwerkkunst live toppen die Vielfältigkeit des rumänischen Tourismus-Angebots.

Auch ich bin überwältigt: Passend zur Jahreszeit könnte ich einige (Tiefkühl-)Nächte im einzigen Eishotel Rumäniens bzw. Südosteuropas verbringen. Um nach so viel Kälte wieder völlig zu regenerieren, lässt man sich dann im einzigen 5-Sterne-Thermalkomplex von Băile Felix verwöhnen. Der Kurort ist bekannt für seine seit etwa tausend Jahren genutzten Thermalquellen. Deren Wassertemperatur beträgt 20 bis 49 Grad Celsius. Der verwöhnte (ausländische) Gast findet hier perfekte Entspannung und Erholung pur. Doch mich zieht es weiter. Zahlreiche Möglichkeiten, die Schönheit Rumäniens per Flugzeug, Bus, Motorrad, Fahrrad oder auch nur mit dem Wanderstock zu erkunden, werden offeriert. Von der Bibelreise bis zur Weinreise, vom Abenteuertourismus bis zum UNESCO-Kulturerbe, jedem Touristen wird sein ganz persönliches Fenster zum rumänischen Universum geboten. Mein Fenster öffnet sich, als ich den Slogan der Cross Country Farm lese: We ride Transylvania! Die Landschaft auf dem Rücken eines Pferdes erkunden durfte ich bereits als Teenager in England. Reitlehrer und das passende Pferd warten. Ich bin restlos begeistert. Zusätzlich wird auf Wunsch ein Kulturprogramm geboten. Apropos, wer im Urlaub malerische Gegend, Kultur- und Gourmetangebote unter einen Hut bringen möchte für den ist Sibiu/Hermannnstadt ein Muss! Die ganze Region um Hermannstadt wurde vor kurzem zur europäischen Region der Gastronomie für das Jahr 2019 ernannt. Die regionale und lokale Küche unter Verwendung von Bio- und Slow Food-Produkten steht im touristischen Fokus. Der regionale Wirtschaftskreislauf wird dadurch angekurbelt und der Mensch fühlt sich wieder mit Auge, Mund und Händen verstärkt an seine Region gebunden. Ein absolutes Highlight der Ferienmesse 2017 ist folglich die Live-Kochvorführung des rumänischen Teams auf der großen Showbühne!

Qual der Wahl? Nein! Es gibt es für mich im kommenden Urlaub nur ein Land, das alle meine Wunschvorstellungen befriedigt: Stundenlange Reitausflüge in herrlicher Landschaft genießen und den Gaumen nach allen Regeln der Kunst verwöhnen lassen – Rumänien, ich komme!

Ingrid WEISS

 

Großer Andrang herrschte bei dem Rumänien-Stand bei der Wiener Ferien-Messe 2017. Unser Bild: Ingrid Weiss (rechts), die als Mitarbeiterin der Hermannstädter Zeitung bei der Veranstaltung akkreditiert war (sie berichtet auf Seite 4) im Gespräch mit dem Ehepaar Adela und Mihnea Vîrgolici, die in Pruden/Prod einen Reiterhof betreiben und dort u. a. die Transilvania Horse Show veranstalten.                         Foto: Heinz WEISS

 

 

Stadt und Kreis Hermannstadt waren gut vertreten auf der Wiener Ferien-Messe 2017. Unser Bild: Am Stand der Stadt – das Pult war beschriftet mit Die Stadt Sibiu“ – gab die für Auslandsbeziehungen zuständige Carmen Nicula (1. v. l.) Auskunft.                                   Foto: Presseamt der Stadt

 

 

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