„Immer glaubwürdig“

Altbundespräsident Roman Herzog ist tot
Ausgabe Nr. 2512
3-roman-herzog1995Er war eine markante Persönlichkeit, die das Selbstverständnis Deutschlands und das Miteinander in unserer Gesellschaft geprägt und gestaltet hat“. Mit diesen Worten würdigt der  amtierende Bundespräsident Joachim Gauck den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, der am Dienstag, dem 10. Januar d. J., gestorben ist. Der 1934 im bayerischen Landshut geborene Roman Herzog war promovierter Jurist. 1970 wurde er Mitglied der CDU und war als solcher in der Landespolitik tätig, bis er 1983 zum Bundesverfassungsrichter berufen wurde. Dieses Amt hatte er bis 1994 inne. Von 1994 bis 1999 war er der siebte Präsident der Bundesrepublik Deutschland.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte zum Tode von Bundespräsident Roman Herzog:

„Die Nachricht vom Tod Roman Herzogs habe ich mit großer Trauer vernommen. Ein großer Verfassungsrechtler, Politiker und Staatsmann ist heute von uns gegangen.

Roman Herzog hat unserem Land viele Jahrzehnte an herausragenden Stellen und in ganz vielfältiger Weise gedient. Sein öffentliches und politisches Leben und sein juristisches und wissenschaftliches Wirken waren von Beginn an untrennbar miteinander verknüpft.

Der lange politische Weg führte Roman Herzog von Rheinland-Pfalz über Baden-Württemberg nach Berlin in das Amt des ersten im wiedervereinigten Deutschland gewählten Bundespräsidenten.

Auch als Präsident des Bundesverfassungsgerichts stand Roman Herzog immer glaubwürdig für Grundrechte, den Rechtsstaat und Mitmenschlichkeit.

Ich habe Roman Herzog als einen geradlinigen, ehrlichen und klugen Menschen erlebt, der sich nicht scheute, auch harte Wahrheiten anzusprechen, aber auch seinen tiefsinnigen Humor niemals verlor.

Wie zahllose Studenten der Rechtswissenschaften vor und nach mir habe ich mit seinem Grundgesetzkommentar das deutsche Verfassungsrecht erlernt.

Meine tief empfundene Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen des Verstorbenen.“

Die Redaktion der HZ schließt sich den Beleidsbekundungen an.

Anmerkung der Redaktion: Noch heute liegt im Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt ein Kondolenzbuch aus.

Am 16. und 17. Mai 1995 besuchte der damalige Bundespräsident Hermannstadt und die Umgebung. Zum Auftakt hatte er im Bischofssitz der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien ein Gespräch mt Vertretern der deutschen Minderheit. Am 17. Mai nahm er an einem Gottesdienst in der evangelischen Stadtpfarrkirche teil, wo er eine Ansprache hielt. Danach besuchte er die Brukenthalschule, die Michelsberger Burg und die Heltauer Kirchenburg. Unser Bild: Bei dem Rundgang durch Hermannstadts Altstadtzentrum in Begleitung des damaligen DFDR-Landesvorsitzenden Paul Philippi (1. v. r.) machten Roman Herzog (3. v. r.) und seine inzwischen verstorbene erste Gattin Christiane Herzog Halt auf der Lügenbrücke.           Foto: HZ-Archiv

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