Nicht selbstverständlich, einen Kandidaten zu haben

DFDR-Spitzenkandidat MP Ovidiu Ganț zu Gast bei der Mitgliederversammlung des DFDH
Ausgabe Nr. 2509
 1-klein-und-gant

Am Montag der Vorwoche fand die Mitgliederversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) statt. Begrüßt wurden die Anwesenden von Hans Klein, dem Vorsitzenden des DFDH. Als Sondergast dabei war im Vorfeld der Parlamentswahlen der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț, der sich für ein weiteres Mandat als Abgeordneter zur Verfügung stellt. „Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir einen Abgeordneten haben, wir sollten aber nicht vergessen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir einen Abgeordneten im Parlament haben”, unterstrich Martin Bottesch, Vorsitzender des Siebenbürgenforums.

 

Ganț bedankte sich bei den Wählern, Hermannstadt war schließlich die Stadt, wo das Deutsche Forum in der Vergangenheit die meisten Stimmen bekommen hat. In diesem Jahr wurde eine Liste eingereicht, auf Grund der Erneuerung des Wahlgesetzes, auf der Ovidiu Ganț den Platz als Spitzenkandidat des DFDR einnimmt. „Es ist nicht egal, ob wir einen Abgeordneten, oder keinen haben, und dass es nicht egal ist, was für einen Abgeordneten wir haben, dass es nicht von alleine passiert, dass wir einen bekommen, das muss man wissen. Wenn wir uns nicht an der Wahl beteiligen, und unser Kandidat nicht eine bestimmte Anzahl von Stimmen erhält, dann haben wir keinen Abgeordneten”, unterstrich Martin Bottesch. Hätte man Anfang der 90-er Jahre keinen Abgeordneten gehabt, hätte niemand für die ehemaligen Russlanddeportierten gesprochen, und sich dafür eingesetzt, dass sie als politisch Verfolgte anerkannt werden und somit eine Zusatzrente bekommen, so, wie die politisch Verfolgten aus der kommunistischen Zeit. Es sei notwendig, dass sich die Abgeordneten für die Belange der deutschen Minderheit einsetzen, und Ovidiu Ganț habe sich, seiner Meinung nach, am allermeisten, für das Schulwesen eingesetzt, nicht nur in Bukarest im Ministerium, sondern, lokal, an den verschiedenen Orten, wo es notwendig war. Außerdem besäße kein anderer im Kreise der Gemeinschaft die Erfahrung, die Ovidiu Ganț gesammelt habe, man könne also keinen anderen Kandidaten ernennen, der im Parlament das leisten könne, was Ovidiu Ganț leistet.

Seine Zeit als Europaparlamentarier habe Ganț sehr gut genutzt, um Kontakte zu knüpfen, vor allem zu deutschen EU-Parlamentariern, aber auch zu anderen Politikern. Das habe auch dazu geführt, dass sich die Haltung mancher bundesdeutscher Politiker gegenüber Rumänien geändert habe, und diese u. a. auch für den Beitritt Rumäniens zur EU gestimmt hätten. Bottesch hob auch die Bedeutung der Kontakte hervor, die Ganț für die Deutsche Minderheit knüpfte. Die Kontakte zu Deutschland, Österreich und zu anderen Ländern, wo Deutsch gesprochen wird, seien zwar sowieso da, aber durch Ovidiu Ganț seien diese besonders gut aufrecht erhalten worden.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des DFDH legte der Vorsitzende Hans Klein seinen Bericht vor. Mit den Ergebnissen der Kommunalwahlen könne man zufrieden sein. Astrid Fodor wurde zur Bürgermeisterin von Hermannstadt gewählt. Im Stadtrat verlor man zwei Mandate. Die Aufgabe sei, sich mehr und vielleicht sichtbarer in die Kommunalpolitik einzubringen. Die Arbeit im Stadtrat verlange immer mehr Zeit und die Anzahl der Aufgaben würde zunehmen.

Nötig war es, einen weiteren Pförtner einzustellen, der auch Fahrdienste tätigt. Oberbuchhalterin Eva Serghei habe mit einem Dienstleistungsvertrag die Buchhaltung übernommen.

Im Bereich der Kulturtätigkeit seien mehrere Bücher gedruckt worden, von denen vier für das große Sachsentreffen Anfang August vorbereitet worden sind und mit dem Thema Reformation in Siebenbürgen in Verbindung stehen. Die Kulturveranstaltungen betreffend erwähnte Klein u. a. die Begegnung auf dem Huetplatz, das Maifest, das Kronenfest in Kerz, den Katharinenball. Das Internationale Carl Filtsch-Festival sei ebenfalls unterstützt worden.

Die Jugendarbeit betreffend, die von Franziska Fiedler koordiniert wird, habe jeden Dienstag der Forumsclub stattgefunden, die Tanzgruppe für Anfänger unter der Leitung von Sebastian Arion und Nick Fernolendt, mittwochs die Tanzgruppe für Fortgeschrittene sowie ein Tanzwochenende in Törzburg unter der Leitung von Vlad Popa. Zum dritten Mal habe in Holzmengen das Holzstockfestival mit etwa 230 Teilnehmern und vier Musikgruppen aus dem Inland, einer Band aus Österreich und einer aus Deutschland stattgefunden.

Ifa-Kulturmanagerin Pia Ionescu-Liehn habe mehrere Filmvorführungen in Hermannstadt und ein Seminar zur Filmproduktion in Reichesdorf veranstaltet.

Der Forumskindergarten habe sich an vier Projekten beteiligt, u. a. Dekoration von Ostereiern, Feier des Kindertages, Feier des Martinstages.

Immobilien betreffend, solle infolge des Beschlusses des Vorstandes, das Haus in der Str. Alba Iulia 61 gegen eine Wohnung in der Sporergasse 5, getauscht werden. Das Hermes-Haus am Kleinen Ring, sei dem Forum rückerstattet worden. Dieses soll weiterhin das Franz Binder-Völkerkundemuseum beherbergen.

Weitergeführt werden Aktionen wie die Arbeit mit den Senioren jeden zweiten Dienstag im Monat, betreut von Marga Grau, die Treffen mit den Sympathisanten, an jedem ersten Donnerstag des Monats, das von Bürgermeisterin Astrid Fodor getragen wird, die Proben des „Sälwerfäddem”-Chors jeden Mittwochnachmittag, betreut von Rose Henning, zeitweilig geleitet vom Belgier Karel Berger.

Werner FINK

 

Ehrengast der Mitgliederversammlung des DFDH war am 28. November der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț. Unser Bild: Der DFDH-Vorsitzende Hans Klein (links) moderierte das Gespräch mit dem Spitzenkandidaten Ovidiu Ganț.

Foto: Werner FINK

Posted in Aktuelle Ausgabe, Politik.