Ein kleines Fest für eine kleine Gemeinde

Feierliche Orgeleinweihung in der Baassener evangelischen Kirche
Ausgabe Nr. 2505
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„Es war eine schöne Feier, mit viel Musik, ein kleines Fest für eine kleine Gemeinde in Baassen“, schlussfolgerte der für Baassen zuständige Pfarrer Wolfgang Arvay. Arvay hatte im Festgottesdienst am Samstag Bischof Reinhart Guib begrüßt, der nun schon zum zweiten Mal in Folge im Mediascher Kirchenbezirk zu Gast war.

 

Das erste Mal hatte der Wiedereinweihung der Eibesdorfer evangelischen Kirche im Rahmen des Bezirksgemeindefestes gegolten. Auch in Baassen hielt Bischof Guib die Predigt und ehrte darin den vor kurzem verstorbenen Kurator Albert Binder, als „gottesfürchtigen und einsatzfreudigen Mann“. Binder war knapp eine Woche vor dem Termin der Orgeleinweihung plötzlich verstorben und so erklang das Instrument, für dessen Restaurierung er sich so tatkräftig eingesetzt hatte, zu seiner Beerdigung am Mittwoch. Der Festgottesdienst hatte denn auch mit einer dem Verstorbenen gewidmeten Gedenkminute begonnen. In seiner Predigt zu Kolosser 3 siedelte Bischof Guib das „Fest der Auferstehung der Baassener Orgel“ zwischen Trauer, Dankbarkeit und Freude an, das auch im Zeichen der Reformation stünde. Schließlich habe der Orgelbau im Zuge der Reformation einen Aufschwung erlebt.

4-arvay-und-binderDie Orgel selbst ist zwar nicht so alt wie die Reformation, deren 500. Jubiläum 2017 ansteht, doch immerhin stammt das älteste Teil, die Windlade, aus dem Jahr 1600, sagte Orgelbauer Hermann Binder in seinen Ausführungen über die Restaurierungsarbeiten. Die Anwesenden konnten anhand von Bildern verschiedene Etappen nachvollziehen und erfuhren, dass die Orgel ursprünglich als Chororgel in der Mediascher evangelischen Margarethenkirche gestanden hatte, 1621 wurde sie erstmalig restauriert. Gebaut wurde sie von dem Hermannstädter Orgelbauer Johannes Fest. 1757 ist sie nach Baassen umgesiedelt worden, Orgelbauer Johannes Hahn hatte die Arbeit durchgeführt. Bei der jüngsten Restaurierung fand Binder einige Tabulaturblätter, einen „Pfingstrhythmus“, den der Musikwart der EKR, Jürg Leutert, kurz vorspielte. Die Musik stand denn auch im Mittelpunkt des Festes, an der Orgel wechselten sich Liv Müller und Jürg Leutert ab, der Mediascher Kirchenchor, dirigiert von Edith Toth, brachte wunderschöne Lieder zu Gehör.

Mitgefeiert hat seitens der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Baassen Michael Hermann, der sagte, „ich freuen mich sehr, dass ich das miterleben darf“. Die HOG hatte sich vor allem um die finanzielle Unterstützung bemüht, u. a. veranstaltete man in Dinkelsbühl drei Benefizkonzerte, die von der Musikerin Ilse-Maria Reich bestritten wurden.

Beatrice UNGAR

 

Foto 1: Musikwart Jürg Leutert (vor der Orgel) stellte das Instrument vor, die Mediascher Stadtkantorin und Leiterin des Kirchenchores, Edith Toth (rechts außen) übersetzte ins Rumänische.

Foto 2: Pfarrer Wolfgang Arvay (links) überreicht Orgelbauer Hermann Binder als Dank ein Blumenarrangement.                                

Fotos: die Verfasserin

 

 

 

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