Auf den Spuren des „weißen Mohren“

Ausgabe Nr. 2433
 

Neue „Harap Alb"-Inszenierung auf der Bühne des Gong-Theaters

 

 

„Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage…" Zu diesem Schluss kamen am Samstagabend, dem 23. Mai d. J., auch die Besucher der Premiere von „Harap Alb“ (Das Märchen vom Weißen Mohren) in der Inszenierung von Gavriil Pinte im Hermannstädter Gong-Theater, die eine Stunde lang den weißen Mohren bei seinen Abenteuern begleitet haben.

 

Das 1877 geschriebene Märchen von Ion Creangă erhält in der Inszenierung unglaublich moderne Valenzen. Das auf den ersten Blick ganz einfache Bühnenbild wandelt sich in einem interaktiven „miteinander Spielen“ der Schauspieler. Masken die sich vom Holzkörper trennen, riesige Vogelsilhouetten,  die die Rolle des Erzählers übernehmen, Schattenspiele, ein Pferd, dessen Hufe den Rhythmus der Wanderung angeben, bilden zusammen das Universum des jungen Königssohnes, der sich auf einer Bildungsreise befindet. Harap Alb lernt, was Freundschaft, Mut und Ehrlichkeit bedeutet und erhält als Belohnung das ewige glückliche Leben an der Seite der Prinzessin, die Tochter des Roten Kaisers.

Gavriil Pinte stellt eine lebendige, kindertaugliche Inszenierung vor, die aber, den Reaktionen aus dem Publikum zufolge, die Erwachsenen gleichmäßig in ihrem Bann gehalten hat. Sehr hilfreich hierfür war auch der musikalische Hintergrund, eine gelungene Interpretation Marmaroscher Volksmusik, die das Geschehen auf der Bühne sehr gut abrundete.

Für das unglaublich kreative, vorwiegend aus Kartonrollen oder wiederverwertbaren Stoffen gebauten, bunte und phantasievolle Bühnenbild und für die Kostüme ist Roxana Ionescu verantwortlich. Gavriil Pinte hat auch die musikalische Gestaltung entwickelt und gemeinsam mit den Schauspielern das Publikum in die Welt der Kindheit entführt.

Monika TOMPOS

 

Szenenfoto mit Fabelwesen.                                           

Foto: Paul BĂILĂ

 

 

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