Handwerk hautnah

Ausgabe Nr. 2431
 

Streiflichter vom Handwerksmarkt in Holzmengen

 

Beim Handwerksmarkt in Holzmengen/Hosman gab es am vergangenen Samstag für die ca. 300 Besucher eine interessante Auswahl an Handwerkskunst, gutem Essen und ein entspanntes Treiben in der warmen Frühlingssonne.

 

Auf dem Gelände hinter der Alten  Mühle hatten verschiedenste Handwerker ihre Stände aufgebaut. Die Variation reichte von Filzprodukten aus Schafwolle über geflochtene Körbe, eingemachte Lebensmittel und Lebkuchen bis zu vor Ort gebundenen Reisigbesen. Daneben wurde auch anderes geboten, wie etwa der Stand von World Wide Opportunities on Organic and Traditional Farms (WWOOF), wo Samen von traditionell hier wachsenden Pflanzen verschenkt wurden. Insgesamt kamen an die 20 Aussteller zusammen.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Die zur Mühle gehörende Bäckerei verkaufte ihre Waren, dazu gab es einen Stand mit deftigem Gulasch und Mici.

Neben dem Bummeln an den Ständen wurde den Besuchern noch ein zusätzliches Programm geboten. Zur Eröffnung trat eine lokale Gesangs- und Tanzgruppe auf. Des weiteren wurden Gedichte auf Rumänisch und Romanes vorgelesen. Es gab außerdem die Möglichkeit, Lehmpfannen eigenhändig herzustellen und zu verzieren. Wer wollte, konnte auch ein Stück weit mit der Draisine auf den Schienen der Schmalspurbahn zu fahren.

Der Handwerksmarkt im Frühling wird schon seit 2010 von der Dorfinitiative „Hosman durabil" (Holzmengen nachhaltig) organisiert, wobei er im letzten Jahr wegen zu starken Regens ausfallen musste.

Viele der Aussteller kommen regelmäßig, auch zum im Herbst stattfindenden Mühlentag. Die Grundidee ist es, den lokalen Warenherstellern eine weitere Absatzmöglichkeit zu geben und die Gemeinde im Zusammenhalt zu stärken.

Die Märkte sind nicht die einzigen Projekte des Vereins. In der Mühle wurde bereits eine Bäckerei eingerichtet und im Rahmen eines aus Mitteln des Schweizer Beitrags an die erweiterte Europäische Union mitfinanzierten Projektes, das den Titel „Solidarität für die wirtschaftliche Entwicklung im Harbachtal" trägt, sollen weitere Teile des alten Gebäudes renoviert werden, um Räumlichkeiten für verschiedene Workshops zu erhalten. In einem Jahr soll dort verschiedenes Handwerk vermittelt werden.  Alles geschieht in Partnerschaft mit dem Schweizer Verein „Pro Longo maï" mit Sitz in Basel. (Longo maï, das alte provenzalische Grußwort, bedeutet: „Es möge lange dauern!") 

Wie Jochen Cotaru von „Hosman durabil" es formulierte, will man auch mit diesem Projekt dahingehend wirken, dass das Harbachtal nicht länger als Tal der Tränen bezeichnet werden kann, sondern sich aus eigener Kraft endgültig zu einer guten Adresse entwickelt.

Josephine-Therese TIPKE

 

Foto 1: Die Möglichkeit, Lehmpfannen eigenhändig herzustellen und zu verzieren, nahmen einige Besucher gerne wahr.                        

 

Foto 2: Ein Spindelnschnitzer und eine Korbflechterin präsentieren ihre Waren, im Hintergund lehnen Reisigbesen an dem Zaun.

Fotos: die Verfasserin

 

 

 

 

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