„Das Tanzen, ein Teil von mir“

Ausgabe Nr. 2432
 

Gespräch mit dem südamerikanischen Tanzlehrer Hugo Cedeño

 

Pokale waren im Vorraum in einer Ecke zu sehen. Hier hing auch die Fahne Ecuadors. In einer Schale auf einem Tisch waren Chips? Beim genaueren Hinsehen merkte man, es waren keine gewöhnlichen Kartoffelchips,  es waren „Chifles“, lateinamerikanische Bananenchips. Lateinamerikanische Klänge drangen herüber. „Un dos, tres, cinco seis siete, eins, zwei drei, fünf sechs sieben“, hörte man jemanden zählen. „Chicos, uitați-vă/ Jungs, schaut her”, heißt es in spanisch-rumänischem Gemisch. Es war die Stimme von Hugo Cedeño, der gerade einigen Schülern Salsa beibringt. „Erst ein Cross Body Lead, dann Paseala“ lautete die Figurenabfolge. Wer lateinamerikanische Tänze lernen wollte, war hier richtig. Hugo Cedeño stammt aus Ecuador und betreibt seit einiger Zeit eine Tanzschule in der Str. Alba Iulia, Nr. 6 in Hermannstadt. HZ-Redakteur Werner F I N K sprach mit dem Tanzlehrer.

 

Warum hast du dich  entschieden eine Tanzschule gerade in Hermannstadt zu eröffnen?

Die Stadt und die Menschen hier gefallen mir sehr und einige Personen haben mich eingeladen, hier eine Tanzschule zu eröffnen. Ich bin nun seit zwei Jahren in Hermannstadt.

Hast du lateinamerikanische Tänze gelehrt schon bevor du nach Hermannstadt gekommen bist?

Viele Jahre lang habe ich Tanzkurse und Tanz-Workshops in verschiedenen Ländern in Europa gehalten wie Spanien, Portugal, Frankreich, Norwegen und Bulgarien und in zahlreichen Städten in Rumänien wie Bukarest, Klausenburg, Großwardein, Buzău, Sathmar und andere.

Wie ist es dazu gekommen, dass du 2012 und 2013 die rumänischen Meisterschaften für Batchata gewonnen hast?

Alles hat damit angefangen, dass ich das Tanzen gern habe und dass ich gerne Tanzshows auf der Bühne präsentiere. Die Titel habe ich im Nachhinein gewonnen und das hat mich dazu bewogen, auch weiterhin an Wettkämpfen teilzunehmen.

Mit meiner gegenwärtigen Partnerin Daniela Hermenczi zeigen wir Shows jede Woche. Oft kommt es dazu, dass wir sogar an mehreren Veranstaltungen am selben  Wochenende teilnehmen.

Was hast du denn beruflich gemacht bevor du mit dem Tanzen anfingst?

Ich war einige Jahre lang Direktor einer Bank in Spanien. Es sind aber nun acht Jahre her, seit ich professionell tanze. Ich war aber bereits lange Jahre davor ein leidenschaftlicher Sportler. 18 Jahre lang habe ich Taekwondo gemacht, ich trage den schwarzen Gürtel.

Woher die Liebe zum Tanzen?

Als ich acht Jahre alt war, lernte ich in der Familie tanzen. In meinem Land, in Ecuador, ist das Tanzen teil der Kultur und des täglichen Lebens. So habe ich als Kind angefangen zu tanzen und habe später dann auf professioneller Ebene getanzt, weil es  ein Teil von mir ist und ich wünsche mir, dass auch andere die Welt des Tanzens kennenlernen.

Welcher ist dein Lieblingstanz?

Ich ziehe Salsa vor, weil Salsa komplexer ist, sowohl die Musik aber auch die Techniken und Figuren betreffend.

Was für Tänze werden in deiner Tanzschule, in der „Hugo Dance Academy“angeboten?

Im allgemeinen lateinamerikanische Tänze, Tänze die zu meiner Kultur gehören: Salsa, Batchata, Merengue, Cha-Cha aber auch Tänze wie Kizomba. Meine Partnerin Daniela bietet für Kinder aber auch Tänze an, die im Tanzsport üblich sind, darunter Standardtänze wie Langsamer Walzer, Wiener Walzer oder lateinamerikanische Tänze wie Samba, Rumba und Jive. Sie gibt aber auch Brautpaaren Tanzunterricht.

Außerdem organisieren wir jeden Donnerstag, ab 22 Uhr, im La Strada Caffe&Lounge lateinamerikanische Partys.

Danke für das Gespräch.

 

 

Hugo Cedeño und Daniela Hermenczi

 

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