Rolle in der Schwarzen Kirche

Ausgabe Nr. 2403
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Kantatenabend mit zwei Chören, Orchester und Solisten

 

Johann Heinrich Rolle (1716-1785) gehörte in seiner Zeit zu den aktivsten Organisten und Musikdirektoren. Er war in Magdeburg im Sinne der Aufklärung tätig und schaffte es, dass Magdeburg ab 1764, als eine der ersten deutschen Städte ohne Residenz, Konzerte durchführte, die überregionale Bedeutung entfalteteten. Am vergangenen Samstag erfuhren die beim Konzert im Chorraum der Schwarzen Kirche in Kronstadt Anwesenden, dass Rolle auch international bekannt war und auch heute seine Werke auch heute noch aufgeführt werden.

 

Dieses Konzert ist einer Zusammenarbeit zwischen der cappella piccolla aus dem schleswig-holsteinischen Hohenwestedt unter der Leitung von Norbert Klose und dem Kronstädter Bach-Chor unter der Leitung von Steffen Schlandt zu verdanken.

Wie Steffen Schlandt der Hermannstädter Zeitung sagte, ist der Komponist Rolle im Archiv der evangelischen Honterusgemeinde  Kronstadt mit sieben Kantaten vertreten: „Diese wurden 1784 angekauft und befinden sich trotz Kriegswirren immer noch hier. Manche dieser Kantaten sind bislang nur hier in Kronstadt überliefert."

Bei dem als Chor- und Orchesterkonzert angekündigten Abend wurden drei Kantaten von Rolle dargeboten, die sich im musikalischen Archiv der Schwarzen Kirche befinden. Es handelt sich um folgende Werke: Die Kantate zum Pfingstfest „Herr Zebaoth, wer ist wie du?", die Kantate zum 21. Sonntag nach Trinitatis, „Freund, welcher meine Seele liebt" und die Kantate zum Sonntag Trinitatis, „Bringt dem Höchsten Preis und Ehre".

Mitgewirkt bei dem gut besuchten Konzert haben Musiker von der Philharmonie Kronstadt und die Gesangssolisten Cristina Radu (Sopran), Carmen Topciu (Alt), Liviu Iftene (Tenor) und Dan Popescu (Bass). Am Dirigentenpult stand der Hohenwestedter Kantor Norbert Klose, der es verstand, Orchester, Solisten und Chormitglieder  auf die lebendige, beschwingte und zum Teil erhebende Musik „einzuschwören", die klar in der Tradition des Barock steht aber streckenweise den Übergang zum Hochbarock ankündigt und auch schon Elemente des galanten Stils des Rokoko aufweist.

Beatrice UNGAR

 

 

Blick in den Chorraum, wo die beiden Chöre aus Hohenwestedt und Kronstadt gemeinsam mit dem Orchester konzertierten. Foto: Barbara DUTLI

 

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