Meisterwerke der frühen Fotografie am Brukenthalmuseum

Ausgabe Nr. 2403
 >

Vernissage in der Galerie für zeitgenössische Kunst

 

Heute um 16 Uhr findet in der Galerie für Zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums in Hermannstadt die Vernissage der Ausstellung „Soft Tourism. Die Liebe zur pittoresken Landschaft in der frühen siebenbürgischen Fotografie “ statt, ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde A. B. Hermannstadt, des Brukenthalmuseums und des Umweltamts Hermannstadt. Die Ausstellung ist bis zum 30. November d. J. zu besichtigen.

 

 

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Die Grüne Sendelbinde" zeigt das Brukenthalmuseum bislang unbekannte Meisterwerke der frühen siebenbürgischen Landschaftsfotografie im Original.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sahen sich auch in Siebenbürgen Fotografen wie Theodor Glatz oder Gustav Theis oftmals nicht lediglich als sachliche Beobachter, sondern als Künstler, die dieselben Kompositionsregeln in ihren Werken anwenden wollten wie akademisch geschulte Maler in ihren Gemälden. Als der 1880 gegründete Siebenbürgische Karpatenverein einen naturnahen, umweltfreundlichen Karpatentourismus zu beleben beabsichtigte, nutzte er das neue Medium der Fotografie zu Werbezwecken. So trat die pittoreske Landschaftsfotografie in den Dienst eines nachhaltigen Tourismus, eines „soft tourism“.

In der Ausstellung werden neben Fotografien und Druckzeugnissen aus dem ehemaligen Sammlungs- und Publikationsprogramm des Siebenbürgischen Karpatenvereins auch Handzeichnungen und Radierungen des 18. und 19. Jahrhunderts und eine Reihe herausragender Landschaftsfotografien aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gezeigt, so dass auch ein erhellender Einblick in die Vorgeschichte der SKV-Fotografie gewährt wird.

Nach der im Früjahr 2014 gezeigten Ausstellung „Bestiarium Brukenthalium”  findet diese  Ausstellung nun als zweite von vier Pilotausstellungen des Projekts „Die Grüne Sendelbinde" statt. Das auf 36 Monate angelegte Projekt widmet sich der experimentellen Aufnahme von umweltrelevanten Themen in die Vermittlungsmaßnahmen des Museums: kultur- und kunsthistorische Inhalte werden mit solchen der Umweltbildung verbunden. Am Brukenthalmuseum zeigt der Umweltschutz seine spannende Seite.

Frank-Thomas ZIEGLER

 

 

Unbekannter Fotograf: Ausflug der Sektion „Sächsisch-Regen” des SKV auf die Sattelburg, 1905. Brukenthalmuseum, Sammlung für Dokumentargrafik.

 

 

Posted in Aktuelle Ausgabe, Kultur.