Retrospektive als Wanderausstellung

Ausgabe Nr. 2370
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Kronstadt ist vierte Station einer Werkschau der Künstlerin Katharina Zipser

 

„Ein Bild ist wie eine Einladung zum Tanz" habe ihr ein Student der Kunstakademie Bukarest gesagt, den sie bei der Austellung der Kunststudierenden am Tag davor in Bukarest getroffen hatte, sagte die Enkelin der aus Hermannstadt stammenden Künstlerin Katharina Zipser (Kath.), Elena Zipser, bei der Vernissage der Retrospektive am Donnerstag der Vorwoche im Kronstädter Kunstmuseum vor einem zahlreichen und interessierten Publikum.

   Elena Zipser stellt die dritte Generation Künstlerinnen in der Familie Zipser dar und studiert derzeit an der Universität der Künste Berlin, nachdem sie zwei Jahre in Aranjues in Spanien studiert hatte. Katharina Zipser konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein.

Die 1931 in Hermannstadt geborene Künstlerin, ihr Vater war Dolf Hienz, ein bekannter Maler, sagte in einem Interview, das 2011 in der Siebenbürgischen Zeitung erschienen ist, knapp vor ihrem 80. Geburtstag, den sie am 28. Dezember 2011 gefeiert hat: „Wenn ich das, was ich darstelle, sagen könnte, würde ich es sagen und nicht malen oder zeichnen". Trotzdem können die Museumsbesucher in einem Nebenraum in dem von Günther Czernetzky über die Künstlerin gedrehten Film Katharina Zipser erleben, wie sie sozusagen „aus dem Nähkästchen", Einblick gewährt in ihr künstlerisches Credo in ihren Lebenslauf, ein spannendes Unterfangen, das die Werkschau aufs Treffendste ergänzt.

Laut Kurator Radu Popica, der sich schon seit geraumer Zeit mit dem Werk und Leben siebenbürgisch-sächsischer Künstlerinnen und Künstler auseinandersetzt, illustriert die Ausstellung aufgrund von Aktzeichnungen, Ikonen, Gemälden unterschiedlicher Größe die Vielseitigkeit von Katharina Zipser. Davon können sich die Kronstädter und ihre Gäste bis 23. März d. J. überzeugen.    Allerdings befindet sich diese Retrospektive schon im vierten Jahr auf „Wanderschaft" durch Siebenbürgen. Die erste Station war 2011 der Schmiedeturm in Schäßburg, die Einladung kam von Frieder Schuller zu den „Katzendorfer Kulturtagen". Vom 14. September bis 7. Oktober 2012 gastierte die Ausstellung im Brukenthalmuseum in Hermannstadt und anschließend vom 1. November bis 3. Dezember 2012 im städtischen Museum Mediasch.

Die Retrospektive wird im Kronstädter Kunstmuseum mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und dem Haus des Deutschen Ostens München gezeigt.

Elena Zipser war auch bei der Eröffnung der Retrospektive im Schmiedeturm in Schäßburg dabei. Schließt sich nun mit Kronstadt der Kreis oder wandert die Ausstellung nun auch nach Temeswar oder Klausenburg? Diese Frage steht nun im Raum.

Beatrice UNGAR

 

Ein Höhepunkt in Katharina Zipsers Laufbahn war die Auszeichnung mit dem Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreis 2008. Unser Bild: Katharina Zipser 2008 in ihrer aus diesem Anlass gezeigten Ausstellung beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl 2008.

Foto: Christian SCHOGER

Bei der Vernissage sprachen Radu Popica (1. v. l.), Elena Zipser (2. v. r.) und Museumsdirektor Árpád Bartha (1. v. r.).      

Foto: Dragoş TUDOR

 

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