Unter Siebenbürgern aufgewachsen

Ausgabe Nr. 2340
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Interview mit Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann von Oberösterreich

 

Am Montag, dem 15. Juli, tritt Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann des Bundeslandes Oberösterreich in Hermannstadt seinen nunmehr dritten Besuch in Rumänien an. Dabei wird der seit 1995 amtierende Gast von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.  Am Dienstag setzen Dr. Pühringer und seine Begleiter die Reise fort nach Konstanza. Im Vorfeld des Besuches gewährte Dr. Josef Pühringer durch Vermittlung der Österreichischen Botschaft in Bukarest der Hermannstädter Zeitung nachstehendes Interview.

 

Wann hatten Sie erstmals Kontakt mit Landlern in Siebenbürgen?

Ich wusste über die Landler schon sehr früh gut Bescheid, da ich in Traun aufgewachsen bin – mitten unter den Siebenbürgern – und dieses Thema natürlich immer eine besondere Rolle spielte.  Kontakt hatte ich sofort nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als mein Vorgänger, Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck, einer der wesentlichen Initiatoren war, dass die Landler sofort ihre Staatsbürgerschaft wieder bekamen, wenn sie nach Oberösterreich zurückkehrten. Ich habe Landler aus Bad Ischl und aus dem Inneren Salzkammergut dann auch selbst mehrmals getroffen.

Sie kommen aus Traun, wo es u.a. eine Tanzgruppe der Siebenbürger-Sachsen gibt. Kann es sein, dass Sie zuerst Sachsen und erst später Landler kennen gelernt haben?

Ja, so ist es. Natürlich sind mir die Siebenbürger Sachsen seit meinen Kindheitstagen bekannt. Ich bin mit ihnen aufgewachsen, habe mit einigen von ihnen die Schulbank gedrückt und kenne natürlich die ganze Problematik bis hin zur Vertreibung sehr gut.

Dankenswerterweise haben Sie die Einrichtung eines Landlermuseums in Neppendorf unterstützt. Welche Bedeutung hat für Sie persönlich und für Sie als Landeshauptmann die Unterstützung der Landlergemeinden in Siebenbürgen?

Das ist eigentlich eine moralische Pflicht Oberösterreichs, denn schließlich haben sie wegen der herrschenden Intoleranz im Land unsere Heimat verlassen müssen. Es war mir daher wichtig, dass Oberösterreich auch einen Beitrag leistete, als Hermannstadt zur Europäischen Kulturhauptstadt wurde. Ich war übrigens selbst im Museum in Neppendorf.

Wie oft waren Sie schon in Siebenbürgen?

Ich war bisher zwei Mal in Siebenbürgen und werde im Juli meinen dritten Besuch in Siebenbürgen abstatten.

Welches sind die Schwerpunkte Ihres Rumänien-Besuches im Juli 2013?

Es geht um den Kontakt zu den Siebenbürgern, es geht um den Kulturaustausch und es geht dieses Mal auch um Wirtschaftskontakte, denn ich werde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Vielen Dank für das Gespräch.           

Beatrice UNGAR

Dr. Josef Pühringer ist am  30. Oktober 1949 in Traun geboren und studierte Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz. 1973 begann er seine politische Laufbahn als Stadtrat in Traun, arbeitete dann als Beamter im Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, wurde am 11. Februar 1995 zum Landesparteiobmann der ÖVP Oberösterreich gewählt und ist seit 2. März 1995 Landeshauptmann von Oberösterreich. 

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