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Als vor ca. einem Jahr der GTZ-Koordinator Steffen Mildner in einem Gespräch gegenüber der Hermanstädter Zeitung erwähnte, er plane, etwas gegen die baulichen Veränderungen an Häusern in den siebenbürgischen Dörfern zu tun, sagten wir: „Es ist eigentlich zehn nach zwölf“. Schließlich kann man allerorten sehen, wie wenig Eigentümer von Häusern auf dem Lande auf die Bewahrung traditioneller Architektur achten, wenn sie ihre Behausungen modernisieren.
Mildner hat aber nicht aufgegegeben und hat gemeinsam mit seinen Mitarbeitern ein rumänisch-deutsches Kooperationsprojekt erstellt zur „Stärkung des touristischen Potenzials siebenbürgischer Dörfer“. Kooperationspartner sind die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Kreisrat Hermannstadt, finanziell unterstützt wird das Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Wer mit offenen Augen durch die Dörfer in Südsiebenbürgen fährt, kann selbst sehen, wie viel an traditioneller Architektur schon verschwunden ist und wie wichtig es ist, das, was noch vorhanden ist, zu bewahren. Das geht aber nicht ohne die Eigentümer der Häuser bzw. ohne die Bürgermeister, die z. B. durch die Erteilung von Baugenehmigungen eine wichtige Rolle beim Denkmalschutz spielen, die ihnen oft nicht bewusst ist, wie das der Kreisratsvorsitzende Martin Bottesch bei der Präsentation des Projekts am Mittwoch der Vorwoche formulierte.
Deshalb stehe im Mittelpunkt nicht die Bestrafung der Bürgermeister oder der Eigentümer sondern die Bewusstmachung, die Information, die Motivation. Oft liege es ja daran, dass die Leute es nicht besser wissen oder können, wenn sie ihre Häuser modernisieren, sagt Marius Constantin von der Stiftung für Stadterneuerung, der das GTZ-Projekt koordiniert.
Ob die mancherorts aggressiv wirkende Modernisierungswelle gestoppt werden kann, bleibt dahingestellt. Die Projektpartner zielen vor allem auf die Förderung des Tourismus und so wurden auch die Tourismusvereine befragt, welche Dörfer ausgewählt werden sollen, um das Projekt umzusetzen. Tatsache ist, dass die Landschaft und die zahlreichen Kulturgüter ein touristisches Potenzial darstellen, das derzeit nicht ausgeschöpft wird und das auch gefährdet ist. In den 10-12 ausgewählten Dörfern werden dann Informationkampagnen durchgeführt, anhand von Broschüren und Leitfäden, die der Dorfbevölkerung den großen historischen Wert ihrer Häuser aufzeigen und ihnen Denkanstöße liefern sollen. Der Autor Wolfgang Sréter arbeitet dazu mit zwei Schauspielern vom „Gong“-Theater an einem Theaterstück, das im Freien aufgeführt werden soll.
Beatrice UNGAR
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