Auf den Markt mit dir! (Teil II)

Eine Hermannstädterin zu Besuch auf dem Heiratsmarkt in China

Ausgabe Nr. 2571

Maya Kielhorn (unser Bild) schreibt: „Ein Jahr im Land der Kontraste – als Ausländer ist das Leben in China nicht immer ein Zuckerschlecken, und doch ist dies die beste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe.“
Foto: privat

Man stelle sich also die 3 D und etwas veraltete Version von Tinder oder anderen Dating-Apps vor, nur dass hier nicht die Hauptpersonen, sondern ihre Mütter und Väter die Matchmaker sind. Und, dass nicht einer Person ein Benutzerkonto oder eine Webseite entspricht, sondern, wie schon oben angedeutet, ein Regenschirm.

Man spaziert also durch auf beiden Seiten von Regenschirmen gesäumten Parkwege, jeder Person entspricht ein Regenschirm, auf jedem Schirm klebt das Blatt Papier mit der Information, die den Traumprinzen oder eben die Märchenprinzessin beschreibt. Auf meine Frage, wie man denn auf die Idee mit den Regenschirmen gekommen sei, antwortet eine der ayis, auf einem wackelnden Holzhocker hinter dem Schirm ihres Sohnes kauernd, der, so wie es dem Zettel zu entnehmen ist, ein vorzüglicher „IT-Mann“ und im Bereich der Informationstechnologie tätig ist: „Das ist doch logisch, wegen dem Regen. Wer möchte schon die Blätter auf die nasse Erde legen, wenn´s regnet?“ „Außerdem“, fügt sie hinzu, „ ist es so bequemer für die Vorbeigehenden, die verschiedenen Personeninformationen schneller abzuchecken.“ Die Antwort ist fast zu einfach, so wie es mir in China oft passiert. Da sieht man etwas, von dem man überzeugt ist, es hat eine gewisse symbolische und wahrscheinlich in den meisten Fällen auch geschichtliche Bedeutung, und dann kommt eine Erklärung wie diese hier. Man denkt hier praktisch. Und einfach.Weiterlesen

„Das haben die Leute noch nicht gehört“

Gespräch mit dem Wiener Komponisten Werner Schulze

Ausgabe Nr. 2571

Werner Schulze.
Foto: Beatrice UNGAR

LEID+HOFFNUNG ist die Neuinszenierung von PASSIO (UA 2016, Wien), ein Werk des Wiener Komponisten Werner Schulze, das um einen Tanzperformance-Part erweitert wurde. Aufgeführt wird die Neuinszenierung am 28. März, 19 Uhr, im Festsaal der Gheorghe Dima-Musikakademie und am Karfreitag, dem 30. März, 19 Uhr, im Gemeindesaal in der Hammersdorfer Kirchenburg. Das Osterfest steht auf zwei theologisch-anthropologischen Grundpfeilern, die menschliches Leben durchziehen: Leid und Hoffnung. Das gleichnamige Projekt inszeniert das christliche Heilsgeschehen – Kreuzigung+Auferstehung – zeitgenössisch als Konzert. Performance.Gottesdienst“: musikalisch, szenisch, poetisch, tänzerisch. Die Idee des österreichischen Komponisten Werner Schulze einer „Theology on Stage“ verbindet sich mit dem Interesse der in Rumänien lebenden österreichischen Performance-Künstlerin Teresa Leonhard: das Erkenntnispotential der Handlung in der Liturgie hervorzuheben und zu gestalten. In diesem internationalen Projekt kooperieren Beteiligte aus Siebenbürgen (Melinda Samson – Sopran, Brita Falch-Leutert, Jürg Leutert – Klaviere, Andrei Marcovici, Gabriel Barani –Schlagewerk, Klaus Philippi, Elisa Gunesch, Gesangssoli im Chorpart) und Österreich (Johann Leutgeb – Sprecher/Bariton, A. Schober – Lichtdesign). Neben einem Männer- und Frauenchor agiert die Compania DIS.PLACE für zeitgenössischen Tanz mit Performern mit/ohne Behinderungen. Im Vorfeld gewährte Werner Schulze der HZ-Chefredakteurin Beatrice U n g a r nachstehendens Interview.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2571

Morgen Osterbasar; Monat der Frankofonie; Vertreterversammlung; Vernissage im Kunsthaus 7B; Earth Hour am Samstag; Ostermarkt ab 30. März; Konferenz über Kirchenburgen; Geld für Kreis Hermannstadt; Steuer online bezahlen; Radio Neumarkt auf Deutsch; Rumänisches Fernsehen in deutscher Sprache.Weiterlesen

„Die Grundlage ist gelegt”

Gespräch mit dem scheidenden DFDH-Vorsitzenden Hans Klein

Ausgabe Nr. 2570

Hans Klein (rechts) im Gespräch mit Beatrice Ungar in der HZ-Redaktion.
Foto: Ruxandra STĂNESCU

Gestern hat Hans Klein an der DFDH-Mitgliederversammlung den Vorsitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) abgegeben. Er selbst sprach von seiner „Abdankung“, da im Mittelpunkt seines letzten Rechenschaftsberichts der Dank stand. Mit Hans Klein verabschiedet sich eine Epoche aus der Geschichte der Stadt. Er selbst hat die Geschichte des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, der Interessenvertretung der deutschen Minderheit, von Anfang an mitgeschrieben. Dessen erste Sitzung hatte er am 23. Dezember 1989 einberufen, sie fand dann in der Wohnung von Paul Philippi statt. 28 Jahre lang war er im Vorstand des Hermannstädter Forums, 18 Jahre (1990-1992 und 2002-2018) dessen Vorsitzender. Von 1992 bis 2011 vertrat er das DFDR im Stadtrat. Mit dem scheidenden DFDH-Vorsitzenden Hans Klein sprach die HZ-Chefredakteurin Beatrice U n g a r.Weiterlesen

Aus der Opferhaltung hinausfinden

Gespräch mit Walther Gottfried Seidner im Vorfeld dessen 80. Geburtstag

Ausgabe Nr. 2570

Walther Gottfried Seidner.
Foto: Ernst Gerhard SEIDNER

Der Schriftsteller und Pfarrer Walther Gottfried Seidner hat gestern seinen 80. Geburtstag gefeiert. Dazu wünscht die Redaktion der Hermannstädter Zeitung dem Jubilar alles Gute und Gesundheit. Im Folgenden veröffentlichen wir den zweiten Teil eines Interviews, dessen erster Teil in der Ausgabe Nr. 2555 vom 17. November 2017 zu lesen war. Das Gespräch führte die Germanistin Anne Türk-König am 25. Oktober 2017 in Vorbereitung für ihren Vortrag zum Thema „Kultureller Austausch anhand einer Novelle Walther Gottfried Seidners“, den sie in der Sektion „Forum junger ForscherInnen“ bei der Jahrestagung der Hermannstädter Germanistik gehalten hat, die am 24. und 25. November 2017 im Begegnungszentrum der Lucian Blaga-Universität Hermannstadt stattgefunden hat. Weiterlesen

Auf den Markt mit dir! (Teil I)

Eine Hermannstädterin zu Besuch auf dem Heiratsmarkt in China

Ausgabe Nr. 2570

Der „Marriage Market“: auf den ersten Blick ein Haufen Leute, die inmitten von unzähligen Regenschirmen geschäftig durcheinander reden.

 

Die ältere Frau, die gerade noch in starkem shanghainesischem Akzent versucht hat, mir die Vorteile einer potentiellen Verbindung mit ihrem Sohn vorzustellen, lacht auf: „Achtzehn erst! So jung!“. Ihr Gesicht strahlt vor Heiterkeit und Vergnügen in der für chinesische ayis (übersetzt „Tanten“, aber umgangssprachlich für alle Frauen im Durchschnittsalter und die bedeutend älter als man selbst sind, verwendet) so typischen Art. „Da ist der Altersunterschied aber vielleicht doch ein bisschen zu groß!“ scherzt sie nun gutmütig, Gelächter folgt, es hat sich inzwischen um uns ein kleiner Kreis Neugieriger gebildet, die die Versuche der ayi, mir ihren Sohn zu verkaufen, interessiert und belustigt mitverfolgt haben.Weiterlesen

Kooperation und Brückenbauen im Fokus

Kuratorentag und Vertreterinnenversammlung der Frauenarbeit am Samstag

Ausgabe Nr. 2570

Gruppenbild der Kuratorinnen und Kuratoren mit Bischof Reinhart Guib (1. Reihe, 3. v. l.) und Landeskirchenkurator Friedrich Philippi (1. Reihe, 4. v. l.) vor dem Bischofspalais.                  
Foto: Cynthia PINTER

Die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR) erwies sich am Samstag als besonders geschäftig. Während in Hermannstadt der Kuratorentag abgehalten wurde, tagte in Heltau die Vertreterinnenversammlung der Frauenarbeit und in Mediasch trafen sich die Kirchenführer aus dem Mediascher Kirchenbezirk. Weiterlesen