Dichter unter sich

Ausgabe Nr. 2441
 

Streiflichter vom Artgothica-Poesiefestival

 

Am vergangenen Wochenende schwebten Verse in der Luft und die Stadt bekam den Duft der faszinierenden Dichterwelt zu spüren. Anlass war das Internationale Poesiefestival Artgothica.

Dichter, Vertreter literarischer Zeitschriften oder Liebhaber der Poesie aus Rumänien, Deutschland oder Israel, bestritten bzw. besuchten die Lesungen im Hof des Landeskirchlichen Schülerwohnheims und im Spiegelsaal des Deutschen Forums, wo Gedichte für jeden Geschmack zu hören waren, vom klassischen Endreim bis zu postmodernen Texten.

 

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„Bedeutendstes Forschungswerk“

Ausgabe Nr. 2441
 

100 Jahre seit dem Tod des siebenbürgischen Botanikers Josef Barth

 

Als besten Kenner der Flora des mittleren und unteren Kokeltales würdigte der spätere Gründer des Botanischen Gartens der Universität Klausenburg Prof. Dr Alexandru Borza das Lebenswerk des Lehrers, Pfarrers und leidenschaftlichen Botanikers Josef Barth anlässlich dessen Todestages, der sich am 29. Juli 2015 zum hundertstenmal jährt. Bereits als junger Geobotaniker war Borza mit ihm zusammengetroffen und hatte dabei  in ihm einen herausragenden Kenner der Pflanzenwelt Siebenbürgens gesehen. Im Rahmen eines späteren Forschungsprogramms der Zweigstelle Klausenburg der Rumänischen Akademie der Wissenschaften zur Erfassung der Pflanzengemeinschaften hatte Professor Borza auch die Hügelgebiete um den Mittel- und Unterlauf der Großen Kokel in die Forschungen einbezogen. Dabei war er fast 50 Jahre nach Josef Barths Tod auf dessen Spuren gewandert und hatte sich in seinen eigenen Geländeforschungen vergleichend auf Barths frühere Ergebnisse gestützt, die er 1964 als „bedeutendstes Forschungswerk“ im Gebiet einschätzte. An dieser Einschätzung hat sich bis zum heutigen Tag kaum etwas geändert. 

 

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Epik und Sprachgewalt

Ausgabe Nr. 2440
 

Hans Bergel feiert am 26. Juli seinen 90. Geburtstag

 

Hans Bergel wird am 26. Juli d. J. 90. Wer ihn sieht und erlebt, dem fällt es schwer, das zu glauben. Der Geist hellwach, die Formulierungen druckreif: Der Schriftsteller hat eben die Neuauflage seiner drei großen Romane begleitet und arbeitet bereits an seinem nächsten Buch.

Hans Bergel wurde 1925 im siebenbürgischen Rosenau/Râșnov bei Kronstadt/Braşov (Rumänien) geboren. Seine frühen Jahre waren geprägt von humanistischer Bildung und vom gelebten Neben- und Miteinander im multikulturellen Südosteuropa. Hans Bergel war später Partisan, Lehrer, Leistungssportler und Orchestermusiker. Immer wieder geriet er in Konflikte mit der Staatsgewalt. Schon zweimal war er verhaftet worden, als er 1959 im „Kronstädter Schriftstellerprozess“ zusammen mit Wolf von Aichelburg, Andreas Birkner, Georg Scherg und Harald Siegmund zu insgesamt 95 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt wurde.

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Delegation aus Hessen

Ausgabe Nr. 2437
 

16 Landtagsabgeordnete aus dem Bundesland Hessen gehörten zu der Delegation des Landes Hessen, die am Montag zum Auftakt ihres Rumänienbesuches Gespräche mit Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor hatten. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 3. Unser Bild: Landtagspräsident Norbert Kartmann, Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg, Astrid Fodor und Sozialminister Stefan Grüttner bei der anschließenden Pressekonferenz (v. l. n. r.).  Foto: Sebastian MARCOVICI

Garfield unter dem Messer

Ausgabe Nr. 2434
 

Neues Narkosegerät lässt Tierarztherz hüpfen

Eine knappe halbe Stunde dauern die Vorbereitungen für die Katzen-OP, die der Tierarzt Dr. Nicolae Coldea durchführen wird. Zig sterile Packungen jeder Größe werden vorbereitet, dann kann es losgehen. Der orangefarbene Kater, der für diese OP aus Karlsburg/Alba Iulia gebracht wurde, hat Glück im Unglück: Er ist einer der ersten Kunden, bei denen der Arzt sein neues Narkosegerät einsetzt, das er besonders bei den schwierigen und langen OPs benutzen will. Ich denke, das ist das erste Inhalationsnarkosegerät in Hermannstadt, das auch für die künstliche Beatmung zuständig ist, so Dr. Nicolae Coldea.

 

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„…mit eisernem Willen sich selbst geformt“

Ausgabe Nr. 2427
 

Zum 100. Todestag des Bischofs Friedrich Müller I.

 

 

Am 25. April 1915, mitten im Ersten Weltkrieg, starb Altbischof D. Dr. Friedrich Müller, doch hing sein Tod keineswegs mit dem Krieg zusammen: er war schon neun Jahre vor seinem Tod auf eigenes Ansuchen hin wegen hochgradiger Schwerhörigkeit emeritiert worden. Weshalb uns das nach 100 Jahren noch interessiert? Zunächst, weil er im Urteil seiner Zeitgenossen eine ungewöhnliche Persönlichkeit war; dann aber auch, weil er im Schatten seines berühmten Vorgängers und seines gleichfalls berühmten Nachfolgers vielfach übersehen wurde. Repräsentation war nicht seine Stärke und deshalb wurde er auch bald vergessen. Dazu kommt, dass er immer wieder mit dem späteren Bischof gleichen  Namens verwechselt wird, den wir zur Unterscheidung Friedrich Müller II. zu nennen pflegen und der mit Friedrich Müller I. nicht anverwandt war.

   Bei der Beerdigung des Altbischofs Friedrich Müller erklangen aus dem Mund seines Amtsnachfolgers Friedrich Teutsch die Worte: „Wie hat er mit eisernem Willen sich selbst geformt, … die Kleinmütigen gestärkt, den Zagenden Mut eingeflößt… Ein Abglanz der ewigen Liebe glühte in seinem Herzen, das nicht nur für die Seinen schlug…“. Aber der Sprecher ließ auch durchblicken, dass diese Liebe „nicht jedem sichtbar entgegen trat.“ Müllers Art galt vielmehr als schroff. Nur wer länger mit ihm zusammengearbeitet hatte, erkannte, dass in seinem Inneren ein Kern lebendiger Nächstenliebe glühte. Wir fragen: Wer war dieser einzigartige und gelegentlich fast sonderbare Mensch?

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„Minderheiten bereichern die Mehrheit“

Ausgabe Nr. 2421
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Dr. Frank-Walter Steinmeier hielt Festrede beim 25. Gründungsjubiläum des DFDR

 

Die Fotografien und Modelle geben einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der deutschen Minderheit hier im Lande, in Ihre Geschichte. Was beim Betrachten der wunderbaren  Zeugnisse Ihres Zusammenlebens ganz deutlich wird, ist vor allem eins: Minderheiten bereichern die Mehrheit, Sie bereichern mit ihrer Kultur und ihren Traditionen die rumänische Gesellschaft".

 

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Von Belgrad bis Fogarasch

Ausgabe Nr. 2418
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Martin Braune war zum 112. Mal in Rumänien

 

Wenn es noch eines Beweises dafür bedurfte, dass der inzwischen in den Ruhestand getretene Martin Braune seiner eigenen Einschätzung nach an einem „untherapierbarem Helfersyndrom" leide, so ist dieser vor kurzem erbracht worden. Der für die Osteuropahilfe der von Bodelschwinghschen Stiftung Bethel bei Bielefeld zuständige und kompetente Diakon war am Wochenende wieder einmal in Hermannstadt. Zum 112. Mal übrigens.

 Martin Braune und seine Gattin Johanna Braune, die seinerzeit die vom Diakonischen Werk der EKD für die zukünftigen Mitarbeiterinnen des „Dr. Carl Wolff"-Altenheims in Hermannstadt angebotenenen Altenpflegekurse geleitet hat sowie zwei Erzieherinnen vom Verband evangelischer Kirchengemeinden Brackwede waren mit zwei VW-Kleinbussen aus Bielefeld losgefahren, um zunächst einen christlichen Kindergarten in Belgrad mit Sach- und Geldspenden zu beliefern.

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„An Ort und Stelle zu sein“

Ausgabe Nr. 2417
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Gespräch mit der Vizebürgermeisterin ad interim Corina Bokor

 

Die DFDR-Stadträtin Corina Bokor wurde vom Hermannstädter Stadtrat am 18. Dezember 2014 zur Vizebürgermeisterin ad interim gewählt, nachdem am 2. Dezember 2014 die damalige Vizebürgermeisterin Astrid Fodor zur Bürgermeisterin ad interim gewählt worden war. Mehr über die Neue im Leitungsteam der Hermannstädter Stadtverwaltung erfahren Sie in dem nachstehenden Interview, das Corina Bokor der HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r gewährt hat.

 

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„Hier kann der Geist von heute wehen“

Ausgabe Nr. 2416
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Gespräch mit Jean-Baptiste Joly, Leiter der Akademie Schloss Solitude

 

Das Schloss Solitude bei Stuttgart auf einem Hügel mit Blick auf die ehemalige Residenzstadt Ludwigsburg,  das barocke weiße Schloss, empfing mich mit sonnigem Lächeln. Der  Württembergische Herzog Carl Eugen ließ es 1769 erbauen. Die Hohe Karlsschule des mächtigen Herzogs zog ein und Friedrich Schiller besuchte sie freudlos. Dichter wollte er  werden, nicht Medicus. Die Eltern des Bundespräsidenten Richard von Weiszäcker liegen auf dem kleinen Friedhof begraben und Fritz von Graevenitz, arbeitete hier oben auf der Höhe bis 1952 in seinem Atelier als Bildhauer.

1989 wurde die Akademie Schloss Solitude an diesem historischen Ort gegründet und Jean-Baptiste Joly, der einstige Leiter des Französischen Instituts in Stuttgart, übernahm die Direktion. Die rumänischen Schriftsteller Mircea Cărtărescu und Nora Iuga waren u. a. hier Stipendiaten. Mit Jean Baptiste Joly sprach die Berliner HZ-Mitarbeiterin Christel W o l l m a n n-F i e d l er.

 

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