Kritische Zeiten positiv reflektiert und verarbeitet

Besuch bei Pfarrer i. R. Walther Gottfried Seidner in der Kempelgasse

Ausgabe Nr. 2555

 

Walther Gottfried Seidner.
Foto: Hannelore BAIER

Am 12. Oktober, kurz vor elf Uhr, trete ich aus dem Haus, um meiner Anmeldung bei Pfarrfamilie Walther Gottfried und Margot Seidner Folge zu leisten. Ein eifriges Glockengeläut tönt über meinem Kopf und ich frage mich, welchen Heiligen-Gedenktag unserer orthodoxen Mehrheitsbevölkerung ich wohl vergessen haben mag. Meine sakralen Kenntnisse reichen weit, aber man kann nie eingeweiht genug sein.

Nach einigem Suchen finde ich das Haus in der Kempelgasse und trete in die Stube in dem guten Hause unter den Stadtmauern von Hermannstadt ein, ins heimelige, noch im Morgenschatten ruhende Zimmer der Familie Seidner. Frau Seidner hantiert bereits in der Küche, um uns den versprochenen Früchtetee zu bereiten, gut gegen die herbstliche Kälte dieses Vormittags. Weiterlesen

Herkunft – Eine lebensprägende Mission

Paul Philippi nahm in Berlin den Georg Dehio-Preis entgegen

Ausgabe Nr. 2549

Gruppenbild mit Preisträgern und Veranstaltern: MDg i. R. Winfried Smaczny, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa e.V., Jaroslav Ostrčilík, Dr. Paul Philippi, Maria Bering, Gruppenleiterin „Geschichte und Erinnerung“ bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa (v. l. n.r). Foto: © Deutsches Kulturforum östliches Europa Fotograf Mathias Marx

Klänge von Bachs Cello Suite Nummer eins erfüllen den Otto-Braun-Saal der deutschen Staatsbibliothek zu Berlin. Man versammelte sich, um Paul Philippi und Jaroslav Ostrčilík zu ehren. Seit 2003 verleiht das deutsche Kulturforum östliches Europa den Georg-Dehio-Kulturpreis an Personen und Institutionen, die „sich mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa bewahrend, zukunftsorientiert und im partnerschaftlichen Dialog mit den Nachbarn auseinandersetzen.” beschreibt das Kulturforum seine Leitidee. Der Preis ist dem in Reval geborenen Kunsthistoriker Georg Dehio gewidmet, dessen Errungenschaften in der modernen Denkmalpflege auch die Arbeit des Forums inspirierten. Die Tätigkeit des Kulturforums umfasst die Organisation von Veranstaltungen, wie Podiumsdiskussionen, Konzerten und Wanderausstellungen, sowie die Publikation von Kulturreiseführern und historischen Sachbüchern im eigenen Verlag.Weiterlesen

Unermüdlich am Werk

Hans Liebhardt ist tot

Ausgabe Nr. 2549

Hans Liebhardt 2016. Foto: Christian BINDER

Unser Kollege bei der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, der Schriftsteller und Publizist Hans Liebhardt, ist am Samstag im Alter von 83 Jahren plötzlich verstorben. Zwei Tage vor seinem Tod saß er noch an seinem Schreibtisch in der Redaktion, verfasste Nachrichten und stellte die Lokalseiten zusammen.Weiterlesen

Eine reisende Leckerei

Konditorin Ruth auf Tippelei
Ausgabe Nr. 2544

 

4-wandergesellin-kuchen

Dieser Tage sieht man die fleißigen Handwerksgesellen in der Sonne arbeiten. Im Zuge der 11. Schauwerkstatt am Huet-Platz trotzen sie der Hitze und zeigen, was sie können. Viele verschiedene Handwerke kommen zusammen: Metall-, Holz- und Steinmetzarbeiten werden vorgeführt. Aber da gibt es doch auch noch anderes Handwerk. Weiterlesen

„Manche gehen den Jakobsweg, ich gehe den Thomasweg”

Ein Hesse auf der Suche nach seinen siebenbürgisch-sächsischen Wurzeln
Ausgabe Nr. 2543

 

 gollner

Vielleicht haben Sie sich gefragt, wer dieser Mann mit dem Grabstein auf dem Rücken war, der gegen Anfang des Monats durch die Straßen Hermannstadts lief. Wir verraten es Ihnen – über eine abenteuerliche Reise, das Finden der eigenen Wurzeln, und die nicht zu unterschätzende Bedeutung von Sport als soziales Bindemittel.

Anlässlich des 27. Sachsentreffens vor zwei Wochen fanden 15.000 im Ausland lebende Sachsen über verschiedenste Wege in ihre Heimat zurück. Manche stiegen in ein Flugzeug, andere fuhren im eigenen PKW oder mit dem Zug. Reinhold Göllner kam mit dem Fahrrad. Aus Deutschland.Weiterlesen

Viel Herzblut für Blumen

Sara Eiwendt, die Blumenhändlerin von Neppendorf
Ausgabe Nr. 2543

 

6-sara-blumen 

„Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.“ Johann Wolfgang von Goethe konnte es nicht besser ausdrücken. Blumen sind die schönste Sprache der Welt. Kein Geschenk ist komplett ohne Blumen. An Mariä Himmelfahrt, am 15. August, ging es auf dem Zibinsmarkt zu, wie in einem Bienenstock. Männer und Frauen waren auf der Suche nach den schönsten Blumensträußen für ihre Verwandten und Bekannten, die an dem Tag ihren Namenstag feierten. Unzählige Blumenstände lockten mit Angeboten, doch ein einziger stach aus der Menge hervor: das Wagerl von Sara Eiwendt aus Neppendorf. Weiterlesen

Von Heimat und Apfelbäumchen

Streiflichter von der Festveranstaltung und dem Festgottesdienst
Ausgabe Nr. 2541

 

3-hans,-astrid,-martin

„Unter dem Kommunismus ist für viele unserer Landsleute die Heimat zur Fremde geworden und sie haben sich eine neue Heimat gesucht – in Deutschland, in Österreich, in den USA, in Kanada, oder sonstwo. Viele sind überzeugt, diese gefunden zu haben, sie fühlen sich da wohl, sie fühlen sich geborgen, sie fühlen sich zu Hause. Auch wenn oft von der neuen und der alten Heimat gesprochen wird, so ist es mit der Heimat jedoch wie mit der Mutter: Es gibt nur eine! Man kann eine Wahlheimat haben, man kann sich da sehr gut fühlen und vollkommen integriert sein, aber daheim bleibt daheim, ob das nun in Zeiden, Fogarasch, Grossau oder Kleinschelken ist.“ So Paul-Jürgen Porr in seiner Festrede am Samstagnachmittag bei der Festveranstaltung im Thaliasaal, in deren Rahmen Grußworte gesprochen wurden und die Honterus-Medaille an Pfarrer i. R. Wolfgang Rehner überreicht wurde.Weiterlesen