„Es ist ein großes Fest“

Reflexionen zum Clara Haskil-Festival 2016
Ausgabe Nr. 2507
 

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Leer erscheint sie, die große Bühne im Thaliasaal. Ein einziger Flügel, wenige Stühle. Der Dirigent fehlt. Nur ein Pianist, drei oder vier Instrumentalisten betreten jeweils das Podium und erzeugen in der Intimität der Aufführungssituation eine einzigartige Atmosphäre, wie es nur die Kammermusik vermag. Kammermusik ist Musik, in der der einzelne Musiker zurückgeworfen ist auf seine Individualität, in der durch kooperatives Zusammenwirken ein lebendiger Zwischenraum entsteht, in der der Rezipient die feinen Klänge vernehmen kann und die Materialität des Instruments noch hörbar wird. Eine Wohltat in einer digitalisierten Musikwelt der perfekten, technisch generierten Klänge. Wie klingt es, wenn der Bogen die Saiten berührt, die Hämmerchen auf die Saiten schlagen oder der Atem das Blasinstrument hörbar macht? Kleine Besetzungen provozieren die sensible Wahrnehmung.Weiterlesen

„Einfach ein Musiker“

Der Jazzpianist Marius Popp ist tot
Ausgabe Nr. 2507
 

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Der Klavier spielende Architekt wurde zum Pianisten, der Architektur studiert hat, und später war er ganz einfach Musiker“. So hatte der bekannte Jazzmusiker Richard Oschanitzky (1939-1979) den Jazzpianisten Marius Popp seinerzeit treffend charakterisiert. In einem Nachruf auf den am 8. November d. J. Verstorbenen bezeichnet Florian Lungu, Rundfunkjournalist und Jazzkenner, Marius Popp als „einen Hauptpfeiler an der Kuppel der rumänischen Jazzszene“. Weiterlesen

Von der Mutter zu lernen: Ein Privileg

US-Geiger Nicholas Kitchen bestritt Schlusskonzert im Heltauer Musiksalon
Ausgabe Nr. 2506
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Anfang 2015 gründeten US-amerikanische Musiker die Erich Bergel&Dorothy Kitchen Foundation mit dem Ziel, einen internationalen Violin-Wettbewerb für Nachwuchsgeiger zu veranstalten. Initiator ist der in Heltau geborene Mihai (Mitch) Scurtu, der seit mehreren Jahrzehnten in Hills Borough/North Carolina lebt und Erich Bergel sen. am Heltauer deutschen Gymnasium als Lehrer hatte. Erich Bergel jun. (1930-1998), der eine Namensgeber der Stiftung, war in den USA u. a. Chefdirigent des Houston Symphony Orchestra und ab 1989 Chefdirigent der Budapester Philharmoniker. Die Musikpädagogin Dorothy Kitchen von der Duke-University North Carolina, die Erich Bergel jun. persönlich gekannt hat, war von Scurtus Idee begeistert und so kam es im März 2015 zu dem ersten Wettbewerb in Heltau. Die zweite Veranstaltung der Stiftung fand vom 4. bis 6. November d. J. als „Internationales Festival Erich Bergel – Dorothy Kitchen“ ebenfalls in Heltau statt, in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Remember Enescu, der evangelischen Kirchengemeinde und dem Bürgermeisteramt von Heltau.  Weiterlesen

Brahms gewidmet

Konzertreihe im Spiegelsaal des Deutschen Forums
Ausgabe Nr. 2505
 

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Wer Kinder hat, kann sich bestimmt erinnern, wie schwer es war und ist, ein Konzert zu besuchen. Die neueste Konzertreihe der Stadt, „Florescu-Fernandez & Friends“, kommt geplagten Eltern entgegen, die gerne auch mal ein Konzert genießen und ihre Kinder dabei haben können. Dem 120. Todestag von Johannes Brahms, dem 2017 gedacht wird, gewidmet ist die von dem Musikerehepaar Monica Florescu und Makcim Fernandez-Samodaiev ins Leben gerufene Veranstaltung, die eine Lanze für die Zukunft der Kammermusik bricht und sich zum Ziel setzt, in Hermannstadt langfristig ein Kammermusik-Festival zu etablieren.Weiterlesen

Eindrucksvolle Klangtürme aufgebaut

St. Johannis-Chor aus Hamburg zu Gast in Hermannstadt
Ausgabe Nr. 2504
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Ein außergewöhnliches Chorkonzert zum herbstlichen Thema „Trauer und Trost“ gab es am vergangenen Freitag in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt. Zu Gast war der Chor St. Johannis aus Hamburg. Die 60 Sängerinnen und Sänger (von sage und schreibe hundert Chormitgliedern insgesamt) hielten sich eine ganze Woche in Hermannstadt auf, probten intensiv ihr Konzertprogramm, erkundeten Stadt und Umgebung und äußerten sich schließlich begeistert über die Sehenswürdigkeiten und ganz besonders über die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen ihnen gegenüber. Weiterlesen

Tastenzauber mit siebenbürgischem Wunderkind

Die Pianistin Henriette Gärtner spielt erstmals Werke von Carl Filtsch
Ausgabe Nr. 2503
 

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Die Pianistin Henriette Gärtner gastiert am 6. November, 17 Uhr, im Neuen Schloss Bad Lobenstein. Bei ihrem 21. Auftritt in dieser Thüringer Stadt möchte sie das treue Stammpublikum wie immer verwöhnen, verzaubern und bestens unterhalten. Das von ihr angekündigte Repertoire sorgt bereits jetzt für Vorfreude bei Kulturliebhabern. Denn nachdem sie das Buch „Klavierwerke. Revidierte Jubiläumsausgabe“ von Carl Filtsch (1830-1845) herausgegeben und mit Fingersätzen versehen von Peter Szaunig und Ferdinand Gajewski, im vergangenen Jahr erhielt, wird sie erstmals mehrere Stücke des siebenbürgischen Komponisten spielen. Weiterlesen