Versachlichung der Debatte zu spüren

Der Historiker Martin Jung setzt sich mit rumänischer Zeitgeschichte auseinander
Ausgabe Nr. 2510
 

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Kurt Tucholsky meinte einmal über den Journalisten, seine Waffe sei das Totschweigen. Für die Geschichtswissenschaft gilt dasselbe: Wichtiger als was niedergeschrieben wird ist oft, was verschwiegen wird. Der Historiker Martin Jung ist solchen „Leerstellen“ nachgegangen. Seine Dissertation „In Freiheit. Die Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte in Rumänien (1989 bis 2009)“ ist nun in der Reihe „Forum Rumänien“ erschienen. Darin zeigt Martin Jung, wie Holocaust und Kommunismus in Rumänien verarbeitet wurden ‒ und wann dies nicht geschah. Weiterlesen

Was meinen Rumänen über Deutsche?

Lesenswerte Dissertation von Cosmin Budeancă erschienen
Ausgabe Nr. 2508
 

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Was haben die Rumänen von den Siebenbürger Sachsen gelernt? Wie haben sie mit diesen zusammengelebt? Wie haben sie mit ihnen gestritten und getrauert? Solchen und ähnlichen Fragen geht die wissenschaftliche Studie Das Bild der Deutschen bei den Rumänen in Siebenbürgen nach 1918″ des in Broos geborenen Historikers Cosmin Budeancă nach, die 2016 im Verlag Cetatea de Scaun Târgoviște herausgegeben wurde. Finanziert wurde der Druck von dem Departement für interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung durch das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien und das Demokratische Forum der Deutschen in Hermannstadt.Weiterlesen

„Wenn sie hörenswert erzählt werden“

Michael Markels Buch zur Deportations-Literatur in Nürnberg erschienen
Ausgabe Nr. 2508
 

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Die Wörter „Deportation“ und „schöne Literatur“ im selben Buchtitel zu lesen, mag auf den ersten Blick irritierend sein. Doch spätestens seit Herta Müller 2009 für ihren Roman „Atemschaukel“ mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist klar, dass die Poetisierung des Grauens möglich ist. Der Literaturwissenschaftler Michael Markel hat nun den „Versuch einer Bestandsaufnahme“ (so der Untertitel) über „Die Deportation der Rumäniendeutschen im Spiegel der schönen Literatur“ verfasst. Herausgegeben hat das Buch das Haus der Heimat Nürnberg.Weiterlesen

Guter Startpunkt für den Überblick

Hans Kleins „Kleine Geschichte der antiken Religion und Denkweise“
Ausgabe Nr. 2507
 

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Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich der Hermannstädter Theologe Prof. Hans Klein in seinem neuen Buch vorgenommen hat. Der Titel sagt es schon: „Kleine Geschichte der antiken griechischen Religion und Denkweise“. Das Buch gibt eine Einführung in antike Welterklärungsversuche, von der minoischen Zeit mit ihrem Kultus der Ackerbauer und Viehzüchter, über die bekanntesten Figuren Sokrates, Platon und Aristoteles, bis hin zum Neuplatonismus in den letzten Jahren des Römischen Reiches.

Dabei berücksichtigt Prof. Klein auch die großen Epen und Tragödien und stellt die wichtigsten Götter des Olymp vor. Anhand dieser Fülle an Material zeichnet er nach, wie sich das Weltbild der antiken Griechen entwickelte und wie Religion und Philosophie dabei ineinander spielten. Weiterlesen

Aus der Zeit gefallen

Lesung mit der österreichischen Autorin Andrea Sailer
Ausgabe Nr. 2507
 

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Gut, dass das Publikum eine großzügige Portion Selbstironie mitgebracht hatte: Die österreichische Autorin Andrea Sailer brachte sie bei ihrer Lesung am vergangenen Freitag in der Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt zum Lachen ‒ vor allem über sich selbst. Vor dem schwarzen Humor der Autorin war keine menschliche Schwäche sicher. Weiterlesen

„Mesopotamien“ in Siebenbürgen

Reiseführer von Lucy Abel Smith erschienen
Ausgabe Nr. 2507
 

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Unter dem Titel „Routes of the heart: Lucy Abel Smith’s Transylvania“ (Routen des Herzens: Lucy Abel Smith’s Siebenbürgen) stellt die Autorin Lucy Abel Smith ihren in der Reihe „Blue Guide“ erschienenen Reiseführer für die Große Kokel am Dienstag, dem 22. November d. J., 19 Uhr, im Rumänischen Kulturinstitut in London vor. Die Hermannstädter Studentin der Angewandten Sprachen Cătălina Barbu hat den Reiseführer gelesen und stellt ihn im Folgenden kurz vor:Weiterlesen

Sonderfall Rumänien

Gut besuchter Vortrag von Dr. Mathias Beer
Ausgabe Nr. 2506
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Warum wurden die Deutschen nicht aus Rumänien vertrieben? Dieser Frage ging der Zeithistoriker Dr. Mathias Beer – ein gebürtiger Hermannstädter – am 1. November in seinem Vortrag im Erasmus-Büchercafé nach. Mit seinem Interesse an diesem Rätsel der Geschichte ist er nicht allein: So viele Zuhörer kamen in das Büchercafé, dass immer weitere Stühle herbeigeschafft werden mussten und diese auch dann gerade noch reichten. Selbst die Veranstalter hatten scheinbar keinen so großen Andrang erwartet. Nur acht Exemplare von Dr. Beers Buch „Flucht und Vertreibung der Deutschen“ lagen zum Verkauf bereit, sie waren sofort vergriffen.  Weiterlesen