Tagung und Buchvorstellung

Ausgabe Nr. 2408
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Zum 275. Jubiläum des Hermannstädter Militärspitals

 

Mit einer Jubiläumstagung und einer Buchvorstellung feierte das Hermannstädter Militärspital Anfang November 275 Jahre seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung. 1999 hatte die Einrichtung, die heute Dr. Alexandru Augustin-Militärnotkrankenhaus heißt, ihr 140. Jubiläum gefeiert. Als Stichdatum hatten die Veranstalter damals die 1859 erfolgte Eröffnung des Garnisonsspitals im ehemaligen Militärerziehungshaus in der Schewisgasse/Bd. Victoriei angesetzt.

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„Dieses Buch erzählt von allem“

Ausgabe Nr. 2406
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Das Klavier im Nebel" auf Rumänisch

Wie alle schönen Bücher der Welt erzählt dieses Buch von allem. Vom Krieg und von der Diktatur, von Verfall und Hoffnung, von Menschlichkeit und Dramen, vom Leiden, von untergegangenen Welten, von Randexistenzen und Freuden. Und über die Liebe, die über allem steht. Im Tumult der Welt von heute (und von jeher) bietet sich uns eine Lektüre, die nicht über aktuelle kleine Dinge erzählt sondern über stets bedeutende Dinge". So beschreibt die Übersetzerin Catrinel Pleșu den dritten Roman von Eginald Schlattner, der nun wie auch die ersten beiden in rumänischer Fassung vorliegt.Weiterlesen

Er erzählt gerne

Ausgabe Nr. 2405
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Cătălin Dorian Florescu auf Lesereise

 

Vier Monate lang erkundete der in Rumänien geborene Schweizer Autor Cătălin Dorian Florescu Berlin, schrieb an Geschichten und einem neuen Roman. Ein Stipendium des Kantons Zürich machte es möglich. Bei Uslar & Rai, einer wunderbaren neuen Buchhandlung in der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg, erzählte Florescu am Abend des 30. September, über sich, über Rumänien, die Mythologien und Menschen in den Bergen, den Karpaten, den Dörfern des Banats oder des Donaudeltas, berichtete vom großen Kulturreichtum dieses Landes, das in Westeuropa kaum eine Rolle spielt. Er erzählte es den Zuhörern, und dem Moderator von Deutschlandradio Kultur, Vladimir Balzer.Weiterlesen

Resonanz und Widerspruch

Ausgabe Nr. 2401
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Sein neuestes Buch, das unter dem Titel Resonanz und Widerspruch. Von der siebenbürgischen Diaspora-Volkskirche zur Diaspora in Rumänien", das im Martin-Luther-Verlag Erlangen erschienen ist, stellte am 23. September der Kirchenhistoriker Dr. Ulrich Andreas Wien (unser Bild) vor einem zahlreichen interessierten Publikum im Terrassensaal des Teutsch-Hauses vor. Der Sammelband beinhaltet Aufsätze von Dr. Wien über die Kirchen in Siebenbürgen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert, wobei er vor allem der Frage nachgeht, wie die enge Verknüpfung zwischen ethnischem Bewusstsein und evangelischer Konfession gefährdet war aber auch missbraucht wurde". Ein Aufsatz ist der nationalsozialistischen Missbrauchsgeschichte der evangelischen Kirche A. B. in Rumänien gewidmet. Bischof Reinhart Guib sagte in seinem Grußwort, ich denke, wir werden überrascht sein, wie tiefgründig dieses Buch ist". Dr. Wien nahm im Anschluss teil an einer Reformationstagung an der Evangelischen Akademie Siebenbürgen, von der die HZ in der nächsten Ausgabe berichten wird.                                      

Foto: Fred NUSS

 

Eine literarische Einladung

Ausgabe Nr. 2399
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Anthologie Im Schatten der Kirchenburgen" im Wunderwaldverlag erschienen

Die Anthologie „Im Schatten der Kirchenburgen“ überrascht mit einem erfrischenden Ansatz – doch scheitert stellenweise an der Ausführung. Auf knapp hundert Seiten setzen sich zehn Autoren mit dem Thema „Kirchenburgen“ auseinander. Oder mit den Worten der Herausgeberin Michaela Stadelmann gesprochen: In den Kurzgeschichten muss „eine existierende Wehrkirche bzw. Kirchenburg vorkommen“. 

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Medien und Minderheiten

Ausgabe Nr. 2397
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ifa veröffentlicht dankenswerte Studie

 

 

Das Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart veröffentlichte in der ifa-Edition Kultur und Außenpolitik eine dankenswerte Studie, die  sich mit „Identität und Hybridität am Beispiel der Medien der deutschen Minderheit in den Ländern Mittel- und Osteuropa (MOE) als Identitätsstifter“ befasst. Die Publikation entstand im Rahmen des Forschungsprogramms Kultur und Außenpolitik", das aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert wird.

 

Bevor sich die Historikerin und Autorin Lou Bohlen der vergleichenden Analyse im Blick auf die Wirkung der Medien der deutschen Minderheiten in den Ländern Polen, Rumänien und Ungarn widmete, bemühte sie die Geschichte der Psychologie, um anhand so namhafter Autoren wie S. Freud, C. G. Jung und L. Niethammer, eine Begriffsbestimmung zu Minderheit, Identität und Ethnizität vorzunehmen.

Minderheiten waren stets Mittler zwischen den jeweiligen Kulturen, und geben wertvolle Impulse, nicht nur für ein Zusammenleben in kultureller Vielfalt, sondern auch im gesellschaftspolitischen, so, wie wir es im Blick auf die Präsidentschaftswahl im Land, momentan erleben!

Lou Bohlen hat die Medien der deutschsprachigen Minderheiten der drei genannten Länder auf Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Parallelen untersucht. Gemeinsame Sprache, gemeinsame Landesgrenzen, sowie historische und politische Ereignisse sind Merkmale, die das Leben der Gemeinschaft prägen. Seit den Umbrüchen im ehemaligen Osteuropa, wandelte sich das Bild der Minderheiten, da eine nicht unerhebliche Zahl nach Westeuropa auswanderte. Dies offenbarte sich insbesondere in Polen und Rumänien, so dass die Bundesregierung ab 1993 versuchte, die zunehmende Auswanderung durch gesetzliche Zuwanderungshürden zu verzögern.

In Polen haben das jeweilige Wochen- und Monatsblatt, sowie die drei Hörfunkprogramme und die zwei Fernsehsendungen in deutscher und polnischer Sprache, eine bemerkenswerte Konsolidierung der deutschen Minderheit gezeigt. Insbesondere im Jugendbereich zeige sich dies durch eine ausgeprägte Politisierung.

In Rumänien seien sowohl die Tageszeitung ADZ  nebst wöchentlichen Beilagen, als auch die Wochenzeitung HZ, sowie die regionalen Hörfunk- und Fernsehprogramme, in erster Linie ein Indikator für eine stabile und starke Bindung an die deutsche Sprache und Kultur. Es werden unzählige Traditionen, Feste und Bräuche aufgegriffen, ebenso wird die enge Bindung an die beiden Konfessionen der deutschen Minderheit veranschaulicht.

Darüber hinaus spiegeln die Medien die Tätigkeit der Vertreter der deutschen Minderheit in den Stadt- und Kreisräten Rumäniens wieder.

In diesem Kontext fällt auf, dass in der Studie die Siebenbürger Sachsen und die Banater Schwaben Erwähnung finden, nicht jedoch die Sathmarer Schwaben, die ja nach der letzten Volkszählung von 2011, im Verbund mit den Banater Schwaben, 13.500 Personen zählen. Die Volkszählung ergab, dass  36.000 Personen der deutschen Minderheit angehören. Dies bedeutet einen Rückgang von 38 Prozent gegenüber der Volkszählung von 2002. 

Auch die Wochenzeitung NZ in Ungarn, neben der täglichen Hörfunksendung und der wöchentlichen Fernsehsendung in deutscher Sprache, offenbaren eine starke  Bindung der Menschen an Traditionen, Bräuche und auch Dialekte. Allerdings zeigt sich hier auch die Schwierigkeiten und Bemühungen, sprachliche und kulturelle Traditionen zu erhalten und an die jüngere Generation weiterzugeben!

Die Studie empfiehlt u.a. die Gründung eines transnationalen Netzwerks für den Kinder- und Jugendbereich. Dies könnte eine lohnenswerte Aufgabe für die Jugendverbände der deutschen Minderheiten sein, indem sie ihre Zielgruppe von Jugendlichen zum Mitmachen motiviert, und Kooperationen mit anderen Jugendformaten im deutschsprachigen Ausland sucht.

Desweiteren empfiehlt die Autorin die Herausgabe einer transnationalen Online-Zeitung in deutscher Sprache. Es würden Ideen und Kompetenzen zusammengeführt und neue Formen einer Zusammenarbeit entwickelt. Darüber hinaus würde die virtuelle Vernetzung den Infor- mationsaustausch zwischen den Jugendverbänden intensivieren. Beide Projektvorschläge könnten ggf. Unterstützung bei transnationalen Dachverbänden finden.

Auch wenn inzwischen die Online-Medien als „eine Abkehr vom Journalismus“ diskutiert werden, so könnte eine solche Initiative, wo regelmäßig aktuelle Texte und Reportagen zu erstellen wären, die sprachliche Kompetenz und das organisatorische Talent der Jugendlichen erheblich fördern.

Das Institut für Auslandsbeziehungen wird diese vergleichende Studie allen dort genannten Medien mit Sicherheit schnellstens zur Verfügung stellen, um insbesondere die Empfehlungen der Autorin Lou Bohlen aufzugreifen und um sie landesweit in den Foren zu diskutieren.    Elke SABIEL

 

Lou Bohlen: Identität und Hybridität – am Beispiel der Medien der deutschen Minderheiten in den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOE) als Indentitätsstifter. ifa-Edition Kultur und Außenpolitik, Stuttgart, 2014, 96 Seiten, online kostenfrei abrufbar unter http://www.ifa.de/publikationen/kultur-aussenpolitik.html

 

 

Deutsche in Rumänien erinnern sich

Ausgabe Nr. 2394
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„Schicksale“ –  ein spannendes Buch gegen das Vergessen

 

Wie haben die Deutschen in Rumänien das 20. Jahrhundert und den Anfang des neuen Jahrtausends erlebt? Welche unterschiedlichen Erfahrungen haben sie mit den Diktaturen des letzten Jahrhunderts gemacht? Wie haben sie die neue Freiheit und gleichzeitig den schmerzhaften Exodus der meisten Volksgenossen wahrgenommen? Auf solche Antworten rund 30 Interviews, die der Museumswissenschaftler Sören Pichotta in seinem Band „Schicksale – Deutsche Zeitzeugen in Rumänien"  versammelt und veröffentlicht hat. Wie ein Fazit des ganzen Buches wirkt schon der Untertitel „Lebensmut trotz Krieg, Deportation und Exodus“. 

 

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