Hund, Katze und Iguana

2537

Dr. Dombi ist seit 6 Jahren Tierarzt aus Leidenschaft

 

4-tierarzt-dombi

„Gestern habe ich zwei Socken und eine Strumpfhose aus einem Labrador Retriever heraus operiert“. Der Tierarzt Dr. Sebastian Dombi zeigt auch das „Beweismaterial“ gerne auf seinem Handy. In seine Kleintierpraxis „Exclusive Vets“, deren Eingang sich in der Johann Wolfgang von Goethe Straße (vis a vis vom Haus Nummer 24) in Hermannstadt befindet, kommen Kunden am laufenden Band. Ein besorgtes Frauchen bittet um Rat, denn ihr Hund hat sich den Magen verdorben. Gerade eben war ein schwarzer Kater untersucht worden. Das Ärzteteam der „Exclusive Vets“ Klinik, gebildet aus dem Ehepaar Dr. Mihaela und Dr. Sebastian Dombi und Dr. Maria Dumitru hat alle Hände voll zutun. Der frisch operierte Labrador ruht sich mit seinem Nachbarn, einem Pekingesen, der nun zahnsteinfrei ist, im Erholungsraum, aus.

 

Es passiert hier immer etwas. Manchmal schaut Sebastian Dombi auch nachts nach den frisch operierten Tieren. Der 1986 in Fogarasch geborene Tierarzt hat nach dem Schulabschluss an der Brukenthalschule in Hermannstadt das Veterinärstudium in Bukarest abgeschlossen, um 2011 in zwei Kleintierpraxen in Bonn und Nürnberg zu agieren. Danach arbeitete er in Fogarasch an einem Sterilisationsprojekt, wo er 800 Straßenhunde in nur vier Monaten sterilisierte. Seit September 2013 gibt es die Tierarztpraxis, deren offizielle Adresse Argeșului Nr. 9C lautet, aber den Eingang aus der Goethe-Straße hat. Zur Tierarztpraxis gehört auch ein Raum für Kosmetik, das heißt hier werden Hunde geschoren, frisiert, gebadet und gepflegt.

Im Hauptuntersuchungsraum stehen Hämatologiegerät, ein Biochemisches Analysegerät, Zentrifuge, Mikroskop, Harnuntersuchungsgerät, Blutsalze-Analysegerät und Ultraschallgerät einsatzbereit. In den OP-Raum mit Narkosegerät kommen die schlimmen Fälle. Zur Tierklinik gehören noch ein Warteraum, eine Apotheke, ein zweites Behandlungszimmer und der Kosmetikraum.

„Es ist ein 24-Stunden-Job“, erzählt der 31-jährige Sebastian Dombi, der im Notfall auch zu seinen tierischen Patienten nach Hause fährt, manchmal auch in die Dörfer rings um Hermannstadt. „Das exotischste Tier, das ich untersucht habe, war eine Iguana. Sie hatte Lungenentzündung und Dermatitis verursacht durch einen Streptococcus“, sagt Dombi, der sonst aber meistens Hunde und Katzen als Patienten hat. Die Hermannstädter hielten allerdings immer mehr Nagetiere als Haustiere. Vor allem Kaninchen, aber auch Meerschweinchen, Hamster und Degu habe er unter seinem Stethoskop gehabt. „Nagetiere haben sehr oft Zahnprobleme. Ihre Zähne wachsen kontinuierlich und wenn die nicht genau aufeinander treffen, dann passt das nicht und sie schleifen sich nicht genug ab“, erklärt der 31-jährige Fogarascher, der zugibt, dass es viel schwieriger ist, sehr kleine Tiere zu untersuchen. Beim Hamster zum Beispiel sei schon Blutabnehmen ein Problem. Bei Hunden oder Katzen gehöre so etwas zur Routine.

Ob er in seiner Tierarzt-Laufbahn schon oft gebissen wurde? „Von Hunden eher selten und wenn dann nur von kleinen Hunden. Katzenbisse sind aber sehr viel gefährlicher, weil sie in der Mundhöhle sehr viele Bakterien haben. Nach einem Katzenbiss konnte ich einmal zwei Wochen mit der Hand gar nicht arbeiten“, sagt der Tierarzt, der übrigens ein perfektes Deutsch spricht. Was ihn am meisten an den Haustierbesitzern in Rumänien ärgert, ist die fehlende Erziehung und der mangelnde Respekt den Ärzten gegenüber. Ein rumänischer Hundebesitzer war auch an einem seiner schockierendsten Fälle Schuld. Er verfütterte viel zu viele Knochen an seinen Labrador. Die Folge: eine Operation, bei der 1,7 kg Knochen aus der Magenhöhle entfernt werden mussten. Der Hund hat es überlebt. Trotzdem sollten Hundebesitzer keine Knochen an ihre Lieblinge verfüttern. „Hunde können die Knochen nicht verdauen. Das ist ein Mythos, dass man den Hunden Knochen zum Fressen geben soll. Knochen haben in der Ernährung des Hundes nichts zu suchen,“ warnt Dr. Sebastian Dombi vor den Konsequenzen. Am gesündesten seien Hunde, die nur Trockenfutter bekämen. Darin seien alle Nährstoffe enthalten, die sie brauchen. Katzen sollte man abwechselnd mit Trocken- und Nassfutter füttern.

Einen Sommertipp hat Dr. Sebastian Dombi für alle Hundehalter: „Achtung beim Gassi Gehen im Sommer! Bei zu langen Spaziergängen in glühender Sonne erhitzt sich der Asphalt auf mehr als 60 Grad Celsius. Die Pfoten der Vierbeiner können dabei verletzt werden und es kann im schlimmsten Fall sogar zu Haut-Verbrennungen oder Sonnenstich kommen”.

Geöffnet hat die Tierklinik „Exclusive Vets“ Montag bis Freitag 9-12 und 16-20 Uhr mit Rufbereitschaft (Tel. 0745-60.70.80) bis 23 Uhr und am Samstag 10-14 Uhr.

Cynthia PINTER

 

Der Tierarzt Dr. Sebastian Dombi und sein Patient.

Foto: die Verfasserin