Niveau ist stetig gewachsen

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28 NachwuchspianistInnen aus 12 Ländern beim Carl Filtsch-Wettbewerb

 

5-szaunigpreis

Den von der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt (HDH) gestifteten Peter Szaunig-Sonderpreis teilten sich bei der 22. Auflage des Carl Filtsch-Klavier-Interpretations- und Kompositionswettbewerb, die vom 3. bis 9. Juli in Hermannstadt stattgefunden hat, die Landshuterin Carla Usberti (Kat. B) und der aus Sighetul Marmației stammende Alexandru-Cadmiel Boțac.

 

Ausgezeichnet wurden sie laut der HDH-Vorsitzenden Dagmar Zink, die beide Preise überreichte, für „außergewöhnliche Musikalität, originelle empathiehafte Interpretation, die Gabe des Pianisten, Gefühle und Intuition auf die Zuhörer zu übertragen”. Die Idee, in Hermannstadt einen Filtsch-Klavierwettbewerb zu veranstalten, hatte der Pianist und Musikpädagoge Peter Szaunig schon in den 1960-er Jahren. Erst 1995 konnte er sie dank der Zusammenarbeit mit Walter Krafft vom Münchner Musikseminar umsetzen. In diesem Jahr fand die 22. Auflage statt, die zweite Auflage ohne den Initatioren, der 2015 verstorben ist.

Die aus Landshut, Hermannstadts Partnerstadt, stammende Carla Usberti wurde mehrmals auf die Bühne gerufen. Außer dem Peter Szaunig-Preis erhielt sie auch den Carl Filtsch-Sonderpreis für die beste Interpretation eines Filtsch-Werkes, in ihrer Kategorie, der Kategorie B (11-15 Jahre), den II. Preis.

Jurypräsident Csiky Boldizsár sagte, das Festival sei eines der langlebigsten in Rumänien überhaupt, dazu sei die Teilnahme inzwischen auf 25 Länder der Welt ausgedehnt worden, und er habe mit Freude festgestellt, dass das Niveau der Nachwuchspianisten stetig gewachsen sei. In diesem Jahr waren nur 28 Teilnehmer angemeldet aber alle erwiesen sich als konkurrenzfähig. Wie auch bei den anderen Auflagen war die größte und härteste Konkurrenz in der Kategorie C (15-30 Jahre) verzeichnet worden. Von den 13 jungen Pianistinnen und Pianisten schafften es nur acht ins Finale. Preisgekrönt wurden Alexandru-Cadmiel Boțac (Rumänien, I. Platz), Lin Pin-chun (Taiwan/Russland, II. Platz) und Lizaveta Bormotova (Belarus/Österreich, III. Platz). Anna Leyerer (Russland/Österreich) erhielt eine Belobigung und Norbert Kaszta (Rumänien) den III. Preis für Komposition. Kaszta war heuer der einzige Teilnehmer, der eine eigene Komposition im Wettbewerb präsentierte.

Infolge der in diesem Jahr erneut erfolgten Online-Abstimmung – der gesamte Wettbewerb wurde gefilmt und im Internet direkt übertragen – ging der Publikumspreis an Iedida Condria (Rumänien/Irland).

Der lebende Beweis dafür, dass eine Auszeichnung beim Carl Filtsch-Wettbewerb besonders wertvoll für die Laufbahn ist, war bei der feierlichen Eröffnung am 3. Juli im Thaliasaal die Pianistin Adela Liculescu, die ein Klavierkonzert der besonderen Art bot. Adela Liculescu, Jahrgang 1993, hat die Marin Sorescu-Kunstschule in Craiova absolviert und als Schülerin von Prof. Mihai Ungureanu beim Filtsch-Wettbewerb 2002, 2006 und 2009 jeweils den ersten Preis gewonnen. Heute studiert Adela Liculescu Klavier bei Prof. Martin Hughes an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien.

Für die Qualität des Festivals spricht auch, dass auch bei der 22. Auflage die gleichen Einrichtungen, wie bei der ersten, finanzielle Unterstützung geboten haben: der Kreisrat Hermannstadt, der Stadtrat Hermannstadt, die Hermannstädter Staatsphilharmonie, das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, das Haus des Deutschen Ostens München, das Münchener Musikseminar, das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, die Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung München, die Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt, der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. und das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.

Beatrice UNGAR

 

HDH-Vorsitzende Dagmar Zink (rechts) überreichte den Peter Szaunig-Sonderpreis an Alexandru-Cadmiel Boțac (links) und Carla Usberti.

Fotos: Beatrice UNGAR