„Eine Idee von Respekt“

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US-Botschafter Hans Klemm überreichte Spende in Hundertbücheln

 

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Eine Spende von 59.300 Dollar überreichte der US-Botschafter Hans Klemm vergangenen Donnerstag in Hundertbücheln dem Bischof der evangelischen Kirche A.B. in Rumänien Reinhart Guib. Das Geld wurde von der US-Botschaft dem Evangelischen Landeskonsistorium durch das Programm zur Sicherung von Kulturerbe „Ambassador Fund for Cultural Preservation“(AFCP) zur Verfügung gestellt, wobei damit Maßnahmen an den evangelischen Kirchen in Hundertbücheln, Denndorf und Arbegen finanziert werden sollen.

 

„Eines meiner Ziele ist es, das Einvernehmen zwischen den beiden Ländern zu vertiefen und um das zu erreichen muss man mit der Idee von Respekt beginnen, dass wir Rumänien respektieren, wir respektieren seine Kultur, seine Traditionen, und durch diesen Respekt entwickeln wir ein goßartiges Einvernehmen“, sagte Hans Klemm. Als US-amerikanischer Botschafter sei er glücklich über die Unterstützung seiner Regierung, seines Landes, das die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, um in Bemühungen zu investieren, die Kulturgüter in Rumänien zu schützen. Getan werde das durch internationalen Wettbewerb. Dieses Projekt habe in Europa neben vielen anderen konkurriert, wobei nur eine geringe Zahl von Projekten zur Finanzierung ausgewählt wurden.

Für den Botschafter war der Moment von zweierlei Bedeutung: eine amtliche, zur selben Zeit aber auch eine private Angelegenheit, denn er selber habe deutsche Wurzeln.

Von einem Teil des Geldes, etwa 10.000-12.000 Dollar, sollen für alle drei Kirchen komplette Bauprojekte finanziert werden. In Hundertbücheln und in Denndorf sollen von dem Geld auch Arbeiten finanziert werden, wobei es sich um die wichtigsten Maßnahmen handelt wie u. a. Dachreparaturen, Mauerreparaturen, das Ableiten des Regenwassers. Geleitet wird das Projekt vom Architekten Liviu Gligor. Wenn man die Bauprojekte habe, könne man dann weiterhin Fördergelder bekommen, ohne wieder groß investieren zu müssen, erläuterte Sebastian Bethge, Denkmalbeauftragter von der Stiftung Kirchenburgen. Weiterhin sollen im Rahmen des Projekts auch einige Workshops mit lokalen Handwerkern vor allem aus den betroffenen Dörfern gemacht werden, sowie einige Veranstaltungen pro Dorf, durch die das Interesse der Dorfgemeinde geweckt werden soll sowie eine Brücke zu dieser hergestellt wird.

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Die Pflege soll durch je eine Gruppe, einen Verein, seien es die HOGs oder andere Organisationen übernommen oder weitergeführt werden. Dabei war auch Uwe Hann von dem gemeinnützigen Verein „7 Brazi“ (Sieben Tannen) aus Denndorf, einem Verein, der sich als Ziel gesetzt hat, Spenden zu sammeln, um die Kirche zu erhalten. Letztes Jahr hat der Verein u. a. ein Haus im Dorf renoviert für die Romafamilie, die bis dahin in einem Gebäude der Kirchenburg gelebt hat.

Regelmäßige Gottesdienste gibt es in Hundertbücheln nicht mehr, allerdings aber kehren die „Sommersachsen“ immer wieder zurück, so auch Erika Orendt, die dabei war. Und wer sich in der Kirche ein bisschen umsah, entdeckte, dass hier nicht zum ersten Mal ein Geschenk von jenseits des Ozeans eingetroffen ist, denn auf dem Taufbecken ist zu lesen: „Zum Andenken an Martin u. Sofia Mygendt geb. Kelp samt Familie derzeit weilend in Aliance Ohio, 25. Dec. 1902“.

Bischof Reinhard Guib bedankte sich bei dem Botschafter für die Unterstützung aber auch dafür, dass die Botschaft ein klares Zeichen setzte bezüglich Bekämpfung der Korruption und Erhaltung der demokratischen Werte im Kontext der politischen Ereignisse dieses Jahres und sprach seine Hoffnung auch auf die weitere Unterstützung der Botschaft in diesem Sinne aus.

Seit 2002 wurde durch das Programm „Ambassador Fund for Cultural Preservation“ Geld für verschiedene Projekte rumänienweit vergeben, darunter 39.185 Dollar im Jahr 2010 für die Sicherung der evangelischen Kirche in Mardisch.

Werner FINK

 

Foto 1: Der Legende nach haben die Siebenbürger Sachsen in Hundertbücheln die Kirchenburg auf den hundertsten „Büchel” (Hügel) gebaut. 99 weitere Hügel, die Hühnengräbern ähnlich sind, bei denen es sich aber laut Fachleuten um Rutschungshügel handelt, bestimmen die Landschaft in der Umgebung dieser Ortschaft im Oberen Harbachtal, die am Donnerstag der Vorwoche vom US-Botschafter besucht wurde.  

Foto 2: Unser Bild: Botschafter Hans Klemm (links) überreicht Bischof Reinhart Guib den symbolischen Scheck über 59.300 Dollar.

Fotos: der Verfasser