Mehr als ein Sammelband

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Band 32 der Kärnten Dokumentation vorgestellt

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Von „A wie Alba Iulia” über „B wie Baumstriezel” bis hin zu „Z wie Zibinsgebirge” führte die alphabetische Reise von Udo Puschnig, Unterabteilungsleiter im Amt der Kärntner Landesregierung, der statt eines Grußwortes seine Gedanken zum Thema „Siebenbürgen von A bis Z” vorlas. Die zahlreichen Anwesenden im Spiegelsaal des Forumshauses in Hermannstadt zollten ihm begeistert Beifall.

 

Puschnig war aus Klagenfurt angereist, um erneut zu bestätigen, dass man sich in Hermannstadt die Uhr danach stellen kann, wenn die „Kärnten Dokumentation” vorgestellt wird. Am letzten Freitag war es auch in diesem Jahr soweit. Vorgestellt wurde der Band 32, der Vorträge von der 26. Auflage des Europäischen Volksgruppenkongresses beinhaltet, die am 27. November 2015 in Klagenfurt, Hermannstadts Partnerstadt, stattgefunden hatte. Wie schon die zwei vorherigen Bände Nr. 30 und 31 handelt es sich nicht nur um einen Sammelband mit den beim jeweiligen Volksgruppenkongress gehaltenen Vorträgen sondern um eine mit äußerst interessanten Sonderthemen erweiterte Ausgabe.

Die Buchvorstellung moderierte wie immer einfühlsam und aufmerksam als Gastgeber Hans Klein, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH).

Zunächst findet man natürlich in dem Band 32 die Beiträge zum 26. Volksgruppenkongress, der dem Thema „Volksgruppen – sprachliche Vielfalt – ökonomischer Vorteil” gewidmet war und bei dem auch eine Delegation aus Rumänien, genauer aus Hermannstadt, Bistritz und Reschitza dabei gewesen ist. Den dort vorgestellten Beitrag mit dem Titel „Plurikulturalität nicht Multikulturalität” präsentierte die Autorin Beatrice Ungar kurz auch im Rahmen der Buchvorstellung. Ein zweiter Beitrag aus Rumänien, der im Kapitel „Sonderthemen” zu lesen ist, wurde von Waldemar Günter König und Erwin Josef Țigla (beide Reschitza) verfasst und betrifft „Volkszählungen in Rumänien und die deutsche Minderheit”.

Der Jahreszeit entsprechend umrahmten die Stadtkantorin Brita Falch-Leutert und Musikwart Jürg Leutert die Veranstaltung mit einem jazzigen Musikstück für vier Hände am Klavier. Es handelte sich um „Three Marches” von Steve Dobrogosz. „March” bedeutet nämlich nicht nur „Marsch” sondern auch „März”. Hans Klein dankte denn auch für das „musikalische Märzchen”.

Am Tag davor hatte Udo Puschnig, der seit dem 5. Februar 2016 provisorischer Leiter des Flüchtlingsreferates des Landes Kärnten ist, im Rahmen der Vortragsreihe der Evangelischen Akademie Siebenbürgen zum „Flüchtlingswesen-Grundversorgung im Bundesland Kärnten in Österreich” referiert. Dabei ging er den Fragen nach, die gewöhnlich in der Berichterstattung untergehen: Wie sieht die Arbeit mit Migranten auf administrativer Ebene konkret aus? Was erwarten Migranten und was finden sie vor? Wie sieht der Alltag in der Arbeit mit Migranten aus?                       B. U.

 

Der DFDH-Vorsitzende Hans Klein, die HZ-Chefredakteurin Beatrice Ungar und Udo Puschnig vom Amt der Kärntner Landesregierung stellten den Band 32 der Reihe Kärnten Dokumentation” vor. (v. l. n. r.).

Foto: Fred NUSS