Klug und tiefgründig

Der neue Roman von Iulian Ciocan

Ausgabe Nr. 2961

Iulian Ciocan: Am Morgen kommen die Russen. Roman. Aus dem Rumänischen von Peter Groth. Dittrich Verlag, Weilerswist-Metternich 2025, 240 Seiten, ISBN 978-3-910732-88-9, 18 Euro.

Mit seinem Roman „Am Morgen kommen die Russen“, der 2015 auf Rumänisch unter dem Titel „Iar dimineaţa vor veni ruşii“ im Polirom Verlag erschienen ist, liefert Iulian Ciocan eine kraftvolle literarische Vision, die sich zwischen dystopischer Fiktion und bitterer politischer Realität bewegt. Der Autor, der als eine der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Literatur der Republik Moldova gilt, greift ein zentrales Thema seiner Heimatregion auf: die wiederkehrende Angst vor Fremdherrschaft, Besetzung und Identitätsverlust.Weiterlesen

Glück hatten immer nur die anderen

Zum Roman ,,Glücksfeuer – Regionales Liebeschaos“ von Christine Schleifer

Ausgabe Nr. 2959

Christine Schleifer: Glücksfeuer. Regionales Liebeschaos. ISBN 978-3-95667-360-3, 147 Seiten (links); Christine Schleifer: Sehnsucht die mich trägt. Erinnerungen. ISBN 978-3-944343-79-2, 158 Seiten (rechts) Beide Bücher erschienen im Verlag 3.0 Zsolt Majsai Linz am Rhein 2019 bzw. 2016, http://buch-ist-mehr.de. Informationen und Bestellungen im Erasmus-Büchercafé unter erasmus@buechercafe.ro oder bei der Autorin unter http://www.christine-schleifer.com/

Im zweiten Roman von der 1972 in Arad geborenen Autorin Christine Schleifer „Glücksfeuer – Regionales Liebeschaos“ begleiten wir die 31-jährige Werbe-Designerin Marie auf ihrer Suche nach der großen Liebe, auf die sie schon lange Zeit sehnsüchtig wartet. Wobei sie eigentlich glaubte, diese im charmanten Harry schon gefunden zu haben. Aber so leicht ist es leider nicht… An einem Wasserrad an der Saline entdeckt sie einen Mann, der sie sofort in seinen Bann zieht und den sie unbedingt wieder sehen will. Immer wieder besucht sie den Ort, in der Hoffnung ihm zu begegnen, doch es scheint, als habe sie auch dabei kein Glück. Weiterlesen

Zwischen Geschichten und Realität

Albumbilder – ein neues Buch von Carmen Elisabeth Puchianu

Ausgabe Nr. 2958

Carmen Elisabeth Puchianu: Albumbilder-Geschichten. Paramon Verlag Zug, 2026; ISBN 978-3-038-865-3, 246 Seiten, 18,80 Euro. Informationen und Bestellungen unter www.paramon.ch

Die Kronstädter Autorin Carmen Elisabeth Puchianu veröffentlichte Anfang Februar im Zuger Paramon Verlag mit ihrem neuen Buch „Albumbilder – Geschichten“ eine literarische Sammlung mit Erzählungen, die unter die Haut gehen. Sie beschreibt in ihren Geschichten den Alltag und die Lebensrealität in Rumänien im politischen und geografischen Kontext. Weiterlesen

Historischer Rückblick

Ausgabe Nr. 2956

Buchpräsentation im Parlament der Republik Österreich

Andrea Amza-Andraș, Geschäftsträgerin a. i. der rumänischen Botschaft in Österreich, begrüßte alle Anwesenden. Foto: Rumänische Botschaft Wien

Zwischen Wien und Siebenbürgen verläuft weit mehr als eine historische Verbindungslinie – es ist ein gemeinsamer politischer und kultureller Erfahrungsraum, dessen Bedeutung bis in die Gegenwart reicht. Mit dem Band „Transsilvanien in Wien. Die Parlamentarier aus Siebenbürgen im österreichischen Reichsrat 1863–1865“ wird ein bemerkenswertes Kapitel europäischer Geschichte neu erschlossen. Das Werk ist nicht nur eine fundierte wissenschaftliche Studie, sondern zugleich ein starkes Zeichen für die lebendige Verbundenheit zwischen Österreich und Rumänien.Weiterlesen

Ein Mosaik der Erinnerungen

Ausgabe Nr. 2956

Briefe und Tagebücher erzählen von Deportation und Heimkehr

Reinhardt Schuster, Bernhard Heigl und Manfred Copony bei der Buchvorstellung am 12. März in Kronstadt (v. l. n. r.). Foto: John ASHT

Ein silberner Löffel kann vieles sein: Alltagsgegenstand, Erinnerungsstück oder stiller Begleiter durch Zeiten größter Not. Im Band „Dem Himmel näher als der Heimat. Aus einem Zettelkoffer gesammelt“, herausgegeben von Reinhardt Schuster und Manfred Copony, steht dieser Gegenstand sinnbildlich für das, was dieses Buch leistet: Es bewahrt Erinnerungen, die sonst leicht verloren gehen könnten.

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Ausreisen, aber nicht ankommen…

Ausgabe Nr. 2956

Anton Sterbling und sein neuestes Buch über kulturelle Identität


Anton Sterbling: Fragen der kulturellen Identität. Donauschwäbische Kultur, Schriftsteller in der Fremde, Relevanz der Sprache. Pop Verlag Ludwigsburg, 2026; Reihe Universitas, Bd. 15, 244 S.; ISBN 978-3-86356-434-6; 21,50 Euro.

Es mag ungewöhnlich sein, aber gern beginne ich mit einem Dank an den Ludwigsburger Pop-Verlag, der einmal mehr bei einer Herausgabe seiner Bücher ein gutes Händchen bewiesen hat. Angesichts der schwierigen Situation auf dem Buchmarkt, der allgemeinen in Kriegs- und Krisenzeiten erschwerten Produktions- aber auch Verkaufsbedingungen ist die Herausgabe anspruchsvoller Buchtitel schon ein nicht zu unterschätzender Wert. Umso mehr bei Büchern, die die Bestsellerlisten nicht erobern werden. Nun mag dem Verlag der Bekanntheitsgrad des Autors Anton Sterbling und sein beachtenswertes und vielfach gelobtes Gesamtwerk helfen, auch dieses Buch in der geneigten Leserschaft zu platzieren, gleichwohl selbstverständlich ist das nicht.

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Landkarte fürs Leben

Ausgabe Nr. 2954

Der Philosoph Carsten Adler über Stoizismus, Veränderung und sein Buch

Der gebürtige Burgdorfer Geisteswissenschaftler Carsten Adler. Foto: Privat

Was bedeutet es, ein gutes Leben zu führen? Für den Philosophen Carsten Adler liegt die Antwort nicht in äußeren Umständen, sondern im eigenen Umgang mit ihnen. In seinem Buch „Pepe Poseidonios – der kleine Stoiker aus dem Atlantik“ nähert er sich dem Stoizismus auf persönliche Weise. Eine Rezension ist aus der Feder von Eduard Reschke in der HZ Nr. 2950 vom 13. März 2026 erschienen. Im Gespräch berichtet Carsten Adler dem HZ-Praktikanten Eduard R e s c h k e von seinem Zugang zur stoischen Philosophie, persönlichen Wendepunkten und die Gedanken hinter seinem Buch.

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7. Rolf Bossert-Gedächtnispreis verliehen 

Ausgabe Nr. 2954

Die 36. Auflage der Reschitzaer Deutschen Literaturtage fand vom 26. bis 29. März statt, einen Bericht dazu können Sie in einer unserer nächsten Ausgaben lesen. Im  Rahmen der Veranstaltung hat Hauptorganisator Erwin-Josef Țigla dem DFDR-Landesvorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr am Samstag, den 28. März, den Ehrentitel „Europäer des Jahres 2026 innerhalb der deutschen Gemeinschaft im Banater Bergland“ überreicht. Ebenfalls am Samstag fand die Verleihung des „Rolf Bossert“-Gedächtnispreises 2026 an den 1981 in Sigmaringen geborenen Autor Tobias Pagel statt. Die Laudatio hält der Preisträger 2025 Dietrich Machmer. Die Preisverleihung fand in  der Intermodalstation (das ist die Endstation der neuen Straßenbahnlinie, von wo man umsteigen kann zu den Bussen, die in die bergwärtigen Vororte von Reschitza sowie in die ehemaligen deutschen Niederlassungen am Semenik – Franzdorf/Văliug, dem Ort, wo Rolf Günther Bossert seine Ferien im Josephinental verbrachte, Wolfsberg/Gărâna und Weidenthal/Brebu Nou fahren) des Reschitzaer Nahverkehrsunternehmens TUR. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt: Die Intermodalstation befindet sich knapp hundert Meter von Rolf Bosserts erster Schule, aber auch keine 300 Meter von dessen Geburtshaus in der Castanilor-Straße. In dem „Die Federleichtigkeit der Gedanken” getitelten Geleitwort zum 7. Rolf Bossert-Gedächtnispreis sagte der Initator des Preises, Hellmut Seiler, u. a.: „Der diesjährige Gedächtnispreis stand unter besonderen Vorzeichen: 1. sind wir bei seiner siebten Auflage und Rolf Bosserts Debütband von 1979 hieß ’siebensachen‘; 2. sind 40 Jahre seit seinem erschütternd jähen und immer noch unbegreiflichen Ende vergangen. Und 3. hat die Anzahl der Einsendungen zum Preis die Tausendermarke überschritten: Es sind bislang deren 1022 aus 16 Ländern Europas, Asiens, Afrikas und Südamerikas eingegangen.” Unser Bild: Erwin Josef Țigla, Laudator Dietrich Machmer, Preisträger Tobias Pagel mit Ehrendiplom und Initiator Hellmut Seiler (v. l. n. r.).                                      Foto: DFDBB

Vom langen 18. Jahrhundert

Zwei Bücher zur Geschichte Südeuropas von Harald Heppner vorgestellt

Ausgabe Nr. 2951

Prof. Harald Heppner in der Bibliothek des Forschungsinstituts für Geisteswissenschaften der Rumänischen Akademie in Hermannstadt mit seinem Buch „Neuzeit mit Verspätung“.                           Foto: Alisa SCHWARZ

Der Historiker Harald Heppner stellte am 6. März gleich zwei Bücher im Forschungsinstitut für Geisteswissenschaften der Rumänischen Akademie in Hermannstadt auf Rumänisch, Deutsch und Englisch vor. Es handelte sich um „Yearbook of the Society for 18th Century Studies on South Eastern Europe. Secularisation between the Adriatic and the Carpathians/Säkularisierung zwischen Adria und Karpatenbogen”, Band 8/2025 und „Neuzeit mit Verspätung. Die Anfänge der Transition in Europas Südosten (1683-1821)”. Weiterlesen

Geld, Bildung und Politik

Ex-HZ-Praktikant schreibt für ,,Politicum“

Ausgabe Nr. 2950

Jedes Semester veröffentlicht die Fachschaft des Studienganges Politik & Soziologie der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit freiwilligen Studierenden das Magazin „Politicum“. Bei der neusten Ausgabe hilft auch Daniel Cautnic, ehemaliger Praktikant der Hermannstädter Zeitung. Weiterlesen

Gurkensuppe als Auftakt

Lesung mit Peter Biro im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2948

Peter Biro (links) und Ruxandra Stănescu bei der Lesung im Erasmus-Büchercafé.                                                                               Foto: Eduard RESCHKE

Mit einem Rezept begann der Literaturabend im Erasmus-Büchercafé am 21. Februar d. J., um 17 Uhr. Peter Biro eröffnete seine Lesung mit Texten aus „Tarator – 158 Variationen einer kalten Gurkensuppe“ und machte damit deutlich, dass es ihm weniger um Kulinarik als vielmehr um Sprache geht. Ein schlichtes Gericht dient ihm als Ausgangspunkt für gedankliche Experimente: Das Rezept wird aus unterschiedlichen ideologischen, gesellschaftlichen und kulturgeschichtlichen Blickwinkeln neu formuliert. Der Inhalt bleibt, doch der Ton verändert sich – mal klingt er pathetisch, mal wie eine theoretische Abhandlung. Gerade diese Verschiebungen prägen den Charakter des Buches. Eine kalte Gurkensuppe als Auftakt war somit Programm. Weiterlesen

Kulturfolger in dem Park

Neuer Band von Klaus Fabritius und Eduard Duldner

Ausgabe Nr. 2948

Klaus Fabritius (stehend) und Benjamin Józsa bei der informativen Buchvorstellung im Spiegelsaal des DFDH.                           Foto: Beatrice UNGAR

„Die Biodiversität im Park ist ein Indikator für die Gesundheit der Stadt” lautet der letzte Satz im Vorwort zu dem neuesten Band, den Dr. Klaus Fabritius und Eduard Duldner herausgegeben haben. Dabei handelt es sich um „Willkommene Gäste/Musafiri bineveniti, ein Buch, das den sogenannten Kulturfolgern gewidmet ist. Was Kulturfolger sind, erläuterte der Diplom-Biologe Fabritius in bewährter Weise bei der Buchvorstellung, die am Mittwoch der Vorwoche im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt stattgefunden hat.Weiterlesen