Über Europa und seine Krisen

Politische Bildung auch für Schüler in Karlsburg

Ausgabe Nr. 2577

Gruppenbild mit Konsul Tischler und Schwester Maria.

 

In Zeiten europaweiter Krisen, wie die der Eurokrise, des Brexit und der Flüchtlingskrise, ist für Schüler die Heranführung an europäische Politik von größter Bedeutung. Die Sankt-Josefs-Schule in Karlsburg/Alba Iulia hatte am 7. Mai die Ehre, den deutschen Konsul aus Hermannstadt, Hans Erich Tischler, zu empfangen. Er sprach über den Europatag, der am 9. Mai begangen wird.

Im Gespräch mit dem  deutschen Konsul  wurden deshalb die großen Fragen der Europäischen Union beleuchtet. Ein wichtiger Punkt dabei war das Thema der Migration in der EU. Konsul Tischler bekräftigte die Schüler in ihrem Wunsch, langfristig in Rumänien tätig zu sein. Um junge Leute zum Bleiben zu bewegen, sei es besonders wichtig, duale Ausbildungsstellen zu fördern. So schaffe man Perspektiven für die jungen Bürger in Rumänien. Das Deutsche Konsulat beteiligt sich deshalb auch an der Förderung solcher Ausbildungsmöglichkeiten. Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Stärkung der Identität und des Bezugs zum Vaterland. Ohne den Heimatgedanken sei es schwer, die nötige Motivation aufzubringen, um im Lande etwas aufzubauen; mit demselben hingegen stünde dem Erfolg nichts entgegen. Da Identität eng mit Kultur verbunden ist, war es eindeutig, dass das Gespräch auch dieses Thema berührte. Den Schülern wurde nahegelegt, Kultur sei wandelbar, aber dennoch sei es unsere Pflicht, sie zu lenken und vor Verhunzung zu bewahren.

Im Zuge des Gespräches über Europa wurde auch der Populismus wichtig. Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer darin, dass einfache Antworten nie komplizierte Fragen lösen können.  Dennoch wurden unter den Schülern Stimmen stark, welche dem Populismus Positives abgewinnen konnten.  So vertrat ein ehemaliger Schüler die These, im Laufe der Geschichte sei es dem Populismus schon oft gelungen, sich von seiner guten Seite zu zeigen. Außerdem sei es ja generell nicht falsch, den Bedürfnissen der Bürger Gehör zu schenken. Auf die Frage, ob konkret Populisten rechts von der CDU in einer Demokratie Platz hätten, antwortete der Konsul sehr klug. Er sagte, man solle abwarten, ob sie im Parlament echte Oppositionsarbeit leisten könnten oder ob sie nur auf Provokation aus seien. Um die Demokratie zu stärken, ermahnte er alle Volljährigen, sich an den Europawahlen im Mai 2019 zu beteiligen.

Am Ende der Debatte schenkten die Lyzeaner dem deutschen Konsul einen brausenden Applaus.

Kilian WÜNSCH

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