„…an dem ich gerade schreibe“

Elena Dumitrescu-Nentwig las im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2577

Luminița Mihai-Cioabă, Elena Dumitrescu-Nentwig und Beatrice Ungar bei der Buchvorstellung im Erasmus-Büchercafé (v. l. n. r.). Foto: Fred NUSS

Auf die Frage, welches ihrer Bücher sie am liebsten habe, antwortete die Autorin Elena Dumitrescu-Nentwig: „Das, an dem ich gerade schreibe“. Sie verriet zwar nicht, worum es sich bei dem Buch handelt, man darf aber getrost darauf gespannt sein, denn bisher haben alle ihre Veröffentlichungen Erfolg gehabt. Ihr Roman Credinciosul meu dușman“ (Mein treuer Feind) wurde sogar mit dem Itaca-Prosapreis der rumänischen Diaspora ausgezeichnet. Am 5. Mai hat sie in Dublin persönlich die Auszeichnung entgegennehmen dürfen.

Eine Lesung im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt gehört schon zur Tradition, wenn die 1942 in Brăila geborene ehemalige Opernsängerin in Rumänien weilt, um ihre neuen Bücher vorzustellen. Bis auf ihren Erstling – Naufragiații din Brăila“ (2014) – trifft diese Aussage auf alle zu. Ihr Debüt“ in Hermannstadt war mit dem Kinderbuch Zum Blättern/De răsfoit“ (2015) verbunden, es folgte die Vorstellung des ebenfalls in deutscher und rumänischer Sprache veröffentlichten Romans Wir, die Roma, und der Rest der Welt/Noi romii și restul lumii“ (2016) sowie des Prosabändchens Adevărate sau imaginate, de întâmplat s-au întâmplat“ (2017) dessen deutsche Fassung noch in Arbeit ist.

Am 24. April war es wieder soweit. Die Roma-Schriftstellerin Luminița Mihai-Cioabă stellte den jüngsten Roman der ehemaligen Opernsängerin vor, der nicht wie alle bisherigen Bände im Klausenburger Limes-Verlag sondern im Istros-Verlag des Carol I.-Museums Brăila erschienen ist. Besonders hervozuheben sei in dem Roman Iubire la margine de eșafod“ (Liebe am Rande des Schaffots) die einfühlsame Art in der die Autorin die Gestalten beschreibe, sagte Luminita Mihai-Cioabă. Es sei bewundernswert, wie lebensnah diese herüberkommen.

Bei der anschließenden Lesung konnte sich auch das Publikum davon überzeugen.

Rafaela Fernandez Samodaiev umrahmte die Lesung musikalisch. Foto: Fred NUSS

Tatsache ist, dass man diesen jüngsten Roman in einem Atemzug lesen kann und nicht enttäuscht wird. Auch wenn die Autorin selbst behauptet, sie habe die Gestalten erfunden, so spricht doch aus allen Seiten die Lebenserfahrung der im Südosten Rumäniens geborenen Opernsängerin, die es in den Norden Deutschlands verschlagen hat und die heute vorwiegend in Lissabon lebt und unterrichtet. Der Literaturkritiker Daniel Nicolescu meint sogar, dieser Roman biete den Schlüssel für alle früheren Prosawerke“ der Autorin.

Beatrice UNGAR

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