Das Forum 2030 im Blick

„Hermannstädter Gespräche“ zur Zukunft des DFDR

 Ausgabe Nr. 2575

Michael Mundt, Nathalie Höniges, Benjamin Józsa, Dr. Paul-Jürgen Porr, Monika Hay und Winfried Ziegler (v. l. n. r.).   
Foto: Aurelia BRECHT

Letzte Woche Dienstag fand eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Hermannstädter Gespräche“ statt, die von dem DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa moderiert wurde. Zur Diskussion stand der Entwurf des Strategiepapiers Forum 2030″, für die Bereiche Politik, Schule, Jugend, Kultur und Medien. 

Die jeweiligen Koordinatoren der einschlägigen Arbeitsgruppen stellten die Erkenntnisse sowie die Vorschläge aus den fünf Bereichen  vor. Der Geschäftsführer des Siebenbürgenforums, Winfried Ziegler, kündigte an, dass durch erhöhte Jugendarbeit die Pflege und Weiterentwicklung der deutschen Kultur gefördert werden soll. Dies solle durch gezielte Anwerbung und Einbindungen der Kinder ab der Einschulung erfolgen. Von klein auf sollen sie an die deutsche Sprache, Kultur und Gemeinschaft herangeführt werden. Geplant sind viele Aktionen, die dem Alter angepasst werden. So wolle man die Jugendlichen auch nach ihrem 18. Geburtstag miteinbeziehen.

Dr. Paul-Jürgen Porr, Vorsitzender des DFDR, verkündete die zu bearbeitenden Felder in der Politik der Minderheit.  Es soll die Identität bewahrt und beschützt werden. Sie wollen eine Brückenfunktion übernehmen und die wesentliche Mentalität übertragen, sowie gemeinsame politische Ziele definieren. Auch die Effizienz in verschiedenen Bereichen, wie Verwaltung, Infrastruktur und Bildung solle gesteigert werden. Um dies umzusetzen, soll die innere und äußere Kommunikation verbessert werden, durch eine zentrale Datenbank und einen Pressesprecher. Für die Jugend- und Nachwuchsarbeit soll in den eigenen Kreisen und Netzwerken rekrutiert werden. Auch sollen eine politische Sommerschule organisiert werden, um junge Leute auf Mandate vorzubereiten. Arbeitskreise in Bereichen wie Politik, Kultur, Gesundheit und viele mehr sollen des Weiteren gebildet werden.

Die Direktorin der Brukenthalschule, Monika Hay, gab bekannt, dass das DFDR deutschsprachige Schulen und Kindergärten unterstützen möchte. Ziel ist es, den Fortbestand der deutschen Sprache und Kultur zu fördern, sowie Werte und Traditionen zu vermitteln. Auch Lehrerfortbildungen für korrektes Deutsch sollen angeboten werden. Das DFDR möchte sich weiterhin dafür einsetzen, dass Lehrerentsendeprogramme der Bundesrepublik Deutschland beibehalten und ausgeweitet werden.

Das DFDR möchte darauf hinarbeiten, dass die deutsche Minderheit als Ganzes, aber auch deren politische Vertretetung eine gesicherte Zukunft haben, so Nathalie Höniges die Kulturreferentin des DFDR. Das materielle und immaterielle Kulturerbe solle gepflegt und weiterentwickelt werden, indem sie zum Beispiel Bauten und Dialekte dokumentieren und erfassen.  Um die Sprache und Kultur in die Gegenwart zu bringen, sollen Projekte, Ausstellungen, aber auch kleine Anlässe geschaffen werden, Gelegenheiten, die deutsche Sprache zu nutzen, aus welchen  eine Tradition entstehen soll. Jedoch sagt das Forum ganz klar, dass mit anderen Akteuren im Bereich Kultur kooperiert werden muss.

„Im 21. Jahrhundert ist die Präsenz in den Medien von grundlegender Bedeutung,…“, heißt es im Strategiepapier zum Forum 2030. Dieser Meinung ist auch Michael Mundt, welcher als Redakteur bei der ADZ arbeitet. „Das DFDR muss ein größeres Gewicht auf professionelle Öffentlichkeitsarbeit im medialen Bereich legen“, so Mundt. Um mehr Menschen zu erreichen, sollen die verschiedenen Medien intensiv genutzt werden. Auch hier wird auf Presseverantwortliche, für die regelmäßige Treffen und Fortbildungen stattfinden sollen, verwiesen. Doch auch in den Bereichen audiovisuelle Medien, Printmedien sowie digitalen Medien soll viel verbessert werden. Dazu gehört die Unterstützung von deutschsprachigen Fernsehsendungen, die Nutzung deutschsprachiger Zeitungen oder Radios, um Veranstaltungen oder Informationen bekannt zu geben. Sowie den Aufbau einer eigenen Website, die dem DFDR, Regional- oder Zentrumsforen zur Unterstützung dient. Wichtig sei es auch, die Kooperation zwischen deutschsprachigen Medienvertretern zu fördern und auszubauen.

Rebecca KOLBE

 

 

 

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