„Vom Hausschwein bis zur Hauswurst“

„Worschtkoschtprob“ der Banater Zeitung fand in Schag/Șag statt

Ausgabe Nr. 2565

Einige Jurymitglieder bei der Arbeit…                         Foto: Werner FINK

Am Donnerstag der Vorwoche veranstaltete die Redaktion der Banater Zeitung die „Worschkoschtprob“ (Wurstkostprobe), das traditionelle Redaktionsfest, in diesem Jahr erstmals in Schag, zehn Kilometer südlich von Temeswar, wobei dieses Mal 21 hausgemachte Wurstproben verkostet werden konnten. Als Gewinner ging die Wurst des Teams „die 8“ hervor, das mit einer anderen Wurstprobe zugleich den Platz drei belegte. Eine Neuigkeit war in diesem Jahr, dass den Teilnehmern auch das Schweineschlachten im Hof von Iosif Ștef gezeigt wurde, wobei er für die Anwesenden Kesselfleisch zubereitete.

 

Beim Betreten des Kulturheimsaales in Schag fiel der Blick des Wurstliebhabers sofort auf die reich gedeckten Tische in der Mitte des Saales. Um diese herum hatte sich bereits eine Menschenmenge angesammelt. Die Blicke streiften immer wieder die vielen Wurstproben, das Wasser lief schon im Mund zusammen und man wollte schon zugreifen. Die Organisatoren allerdings baten alle Anwesenden, die offizielle Eröffnung abzuwarten. An den Ständen ringsherum gab es die Möglichkeit, Wurst zu kaufen, oder die Wurstmacher kennen zu lernen. „Vor 20 Stunden hatten wir für diese Wurstverkostung die Musikanten und ein wenig Kartoffelsalat”, sagte Siegfried Thiel Hauptveranstalter und Redaktionsleiter der Banater Zeitung, der sich auf das gut gelungene Redaktionsfest freute. Auch wenn das Veranstalterteam geschrumpft sei, habe man den Mut aufgebracht, neue Elemente ins Programm einzubinden. Zum ersten Mal wurde das Schlachten eines Schweines gezeigt. „So konnten wir die Wertschöpfungskette vom Hausschwein bis zur Hauswurst präsentieren”, betonte Thiel.

Johann Fernbach (am Mikrofon) beglückwünschte im Namen des Regionalforums Banat den anwesenden Landesvorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Paul Jürgen Porr, zu dessen Geburtstag, den dieser am 2. Februar feierte. Dazu bot die Blaskapelle Banater Musikanten ein Ständchen.                                                
Foto: Werner FINK

An dem einen der Stände bot Sanja Moga mit ihrem Ehegatten Flavius Moga die Würste aus Schweinefleisch sowie Würste aus Schweine- und Rindfleisch der serbischen Familie Neșin aus Schag an. Bereits Sanyas Großvater Neșin Sieva machte Wurst für das Restaurant als auch für den eigenen Gebrauch. Die Tradition des Wurstmachens führte dann Sanjas Vater Neșin Jivco weiter.

Apfelsaft, Traubensaft und verschiedene Konfitüren, alles Produkte ohne Konservierungsmittel, wurden an dem Stand der Voitegonia Farming angeboten. Hier wurden die Interessenten u. a. vom evangelische Pfarrer Hans Koller und seinem Sohn Karsten bedient. „Wir sind eine Sozialfarm“, erklärte Hans Koller. Koller ist ein gebürtiger Banater Schwabe und ist in Birda, eines der wenigen Dörfer im Banat, wo es eine evangelische Kirchengemeinde gab, geboren. Er studierte Theologie in Hermannstadt und war bis zu seiner Auswanderung 1980 evangelischer Pfarrer in Kirtsch. Danach war er Pfarrer in der Schweiz, wo er Heimweh bekam. Nach der Wende kam er bereits im Januar 1990 mit zwei Lastwagen Hilfsgütern nach Hermannstadt. „Wir haben die ehemalige Kollektivwirtschaft in Woiteg gekauft und sind ein christliches Missionswerk“, erklärte Koller. Im Missionswerk werden bedürftige Familien aufgenommen, hauptsächlich alleinerziehende Mütter oder Jugendliche, die gestrandet sind. Eine Schule angefangen mit dem Kindergarten bis zur Klasse acht wurde auch gestartet. „Wir wünschen, dass wir diese Menschen von klein auf einander näher bringen“, betonte Koller. Dabei zähle die Konfession nicht.

Iosif Ștef (mit dem Messer in der Hand) zeigt, wie man aus frischem Schweinefleisch fachgerecht Kesselfleisch zubereitet.
Foto: Werner FINK

Außer den Sponsoren für die Worschtkoschtprob fand man einen guten Partner vor allem im Ortsforum, dessen Vorsitzender Gemeinderat Alexandru Hubert ist. Hubert ist ein gebürtiger Blasendorfer. Er verbrachte viele Jahre in Kronstadt und landete durch seine Gattin vor etwa acht Jahren in Schag. „ Ich wollte mich in der Gemeinde engagieren. Ich habe die Wahl getroffen, dies über das Deutsche Forum zu tun, da es die korrekteste und ehrlichste Organisation ist”, betonte Hubert.

Der Höhepunkt war wie jedes Jahr die Preisverleihung. Die Jury mit Jurypräsidentin Ramona Lambing an der Spitze hatte es wieder nicht leicht. „Fast alle hätten den ersten Preis verdient, das Angebot war fantastisch“, sagte Ralf Krautkrämer, Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, der die Auszeichnungen überreichte. Der Preis 1 und 3 ging schließlich an das Team „die 8“, bestehend aus den acht Freunden Ștefan Malanciuc, Zoltán Ferencz-Gross, Christian Sertea, Harald Pinzhoffer, Nicolae Guștere, Laurențiu Maniu, Hansi Müller und Andreas Henz. „Wir machen seit vielen Jahren Wurst und jedes Jahr ist jemand dazugekommen. Heuer waren wir acht Freunde“, erklärte Andreas Henz, ein Mitarbeiter im Temeswarer Funkhaus. Der zweite Preis ging an Timotei Ţintoi aus Temeswar, der schon im Rahmen von vielen anderen Auflagen zahlreiche Preise gewonnen hatte und der Publikumspreis ging an Andrei Herczeg.

Im Anschluss zeigte Siegfried Thiel den Ehrengästen den neuen Sitz der Banater Zeitung. Die Räumlichkeiten stellte als Herausgeber das Landesforum der Banater Zeitung und dem Korrespondentenbüro der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien zur Verfügung.

Werner FINK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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