Künstlerinnen eines Jahrhunderts

Sonderausstellung in der Galerie für zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums

Ausgabe Nr. 2554

 

Sieglinde Bottesch: Knabe am Strand, 1978, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm

„Zu jener Zeit war ich in den Sommerferien öfter im Donaudelta (in Sf. Gheorghe ab 1975) gewesen. Die Weite des Himmels und der damals noch einsame Strand, ließen jede Einzelheit – ob Muschel oder Grasbüschel – in ihrer Einmaligkeit erscheinen. Es war eine Welt von lichtvollem Zauber.“ Soweit die Worte der Künstlerin Sieglinde Bottesch zu dem Gemälde „Knabe am Strand“, das sie 1978 gemalt hatte und das derzeit in einer „Jahrhundertfeier der Frauen in der rumänischen Kunst“ getitelten Ausstellung zu sehen ist.

 

Die Ausstellung befindet sich in den Räumlichkeiten der Galerie für zeitgenössische Kunst des Bruken-
thalmuseums in der Quergasse/Tribunei 6, wurde am Mittwoch eröffnet und kann daselbst bis zum 28. Februar 2018 besichtigt werden. Im März 2018 wandert die Ausstellung ins Kronstädter Kunstmuseum.

Beim Gang durch die Ausstellung, die von bisher von den Veranstaltern „archivierten“ in Rumänien von 1917 ab geborenen 850 Künstlerinnen (die Liste steht offen und wird laufend ergänzt, mehr dazu unter www.postmodernism.ro) eine Auswahl von Werken zeigt, musste die Autorin dieser Zeilen feststellen, dass es wohl wenigen dieser Künstlerinnen gegönnt ist, persönlich Auskunft über ihre Werke zu geben, wie es freundlicherweise die heute in Ingolstadt lebende Sieglinde Bottesch tun konnte.

Für die Künstlerinnen sprechen ihre Werke, zum Teil kommen auf dem projekteigenen Video-Stream Modernism.ro Künstlerinnen zu Wort und es ist dem Kurator Ovidiu Nasoi und seinem Co-Kurator Robert Strebeli zu verdanken, dass sie gemeinsam mit weiteren Kunstkritikern und -historikern an dem Projekt arbeiten, das die Frauen in der rumänischen Kunst in den Mittelpunkt stellt.

Im Rahmen des Projekts sind ein Rundtischgespräch geplant, am 26. November d. J., aus Anlass des „Startschusses“ für Rumäniens Jahrhundertfeier, sowie die Vorstellung einer Dokumentation zum Thema der Ausstellung.

Beatrice UNGAR

 

 

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