Einzigartiges Kulturgut

Zweiter Band von Peter Jacobis „Bilder einer Reise“

Ausgabe Nr. 2554

 

Peter Jacobi: Siebenbürgen. Bilder einer Reise II. Wehr- und Kirchenburgen. Stilleben nach dem Exodus. Schiller Verlag Hermannstadt – Bonn 2017, 423 Seiten, ISBN 978-3-944529-87-5. Der Band liegt in Hermannstadt im Erasmus-Büchercafé und in der Schiller-Buchhandlung auf.

Nach dem Erscheinen seines ersten Buches „Bilder einer Reise“, 2007, richtete Prinz Charles zwei anerkennende Briefe an den Autor, die diesen laut eigener Aussage, in seiner Arbeit bekräftigt haben. Peter Jacobi widmet diesen zweiten Band „all denen, die sich aktiv um den Erhalt des kulturellen Erbes der Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen bemühen. All den Menschen, die in Siebenbürgen leben, und jenen, die aus anderen Ländern nach Siebenbürgen kommen und gemeinsam für dieses einzigartige Kulturgut einstehen“.

 

Herausgeber sind Peter Jacobis Stipendienstiftung für angehende Künstler und Peter Jacobi selbst, der zu seinen Fotos Aufnahmen aus der eigenen Sammlung aus den 1920er-1950er Jahren hinzufügte. Die Texte stammen von Peter Jacobi, Konrad Gündisch, Dorothée Bauerle-Willert, Ioana Vlasiu, Manfred Schmalriede, Isabell Greschat, Magda Petrescu und Liviana Dan.

Mit dem Blick des Bildhauers habe er „eine Vielzahl von Motiven und Situationen“ aufgespürt, „die mich Bezüge zur alten, modernen und zeitgenössischen Kunst, aber auch zu cineastischen Szenen und historischen Romanen herstellen ließen“, schreibt Jacobi in der Einführung und fügt hinzu: „Ich habe die Absicht und Hoffnung, dass darin meine Neugierde, meine Überraschung und schließlich auch meine Bewegtheit zum Ausdruck kommen, die ich bei meinen Reisen zu den Kirchen und Kirchenburgen meiner früheren Heimat empfunden habe“. Schließlich wünsche man sich, so Jacobi, „dass all diese Bauten erhalten bleiben, und ich hoffe sehr, dass die rumänische Gesellschaft dieses auf ihrem Gebiet befindliche Erbe auch als das ihre ansehe und zu seinem Erhalt beitragen wird.“

In der rumänischen Gesellschaft ist Jacobi schon längst angekommen, nicht zuletzt durch seine Monumentalwerke, zu denen u. a. das Holocaust-Denkmal in Bukarest zählt. Seinem Werk widmete z. B. Dr. Magda Petrescu ihre Dissertation.

Den Bildhauer und Fotografen Peter Jacobi stellt die Hermannstädter Kunstkritikerin Liviana Dan vor. Sie schreibt u. a.: „Peter Jacobis Werke suchen oft die Konfrontation mit den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit. Die Installationen und Fotografien (…) bringen zwangsläufig den Niederschlag des Biopgraphischen zum Ausdruck und werden zu Sinnbildern einer Befindlichkeit. Das Thema Siebenbürgen lässt Peter Jacobi nicht los und so kommt es zu einem besonders gearteten Diskurs über Tradition. Tradition ist nicht, was wir ständig in Frage stellen, sondern das, was wir ständig übersehen, was wir nicht mehr verstehen können.“

Dem Buch in einer Rezension gerecht zu werden ist ein Ding der Unmöglichkeit, das Buch gehört einfach in jede Bibliothek, man kann es immer wieder hervorholen und darin blättern und auch wenn man einmal durch ist, kann man von vorne anfangen, denn es birgt Überraschungen aller Art, auch für jene, die mit Siebenbürgen vertraut sind. Und es bietet Ausblick und Einblick zugleich. Ausblick auf mögliche Nutzungen der Baudenkmäler, Einblick z. B. in die Architektur der Roma-Paläste, die sich von der Bauweise der Siebenbürger Sachsen stark unterscheiden.

Ein „Aufruf zur Rettung der Baudenkmäler in Siebenbürgen“ von Peter Jacobi, biograpfische Daten zu den Autorinnen und Autoren der Texte schließen den Band ab, der allen zu empfehlen ist, die sich für die Vergangenheit, die Gegenwart aber auch für die Zukunft dieser Kulturlandschaft interessieren.

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

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