Kirchenmusik hat eine lebendige Zukunft

Orgelkurs der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien erfolgreich abgeschlossen

Ausgabe Nr. 2547

 

Gruppenbild mit KursteilnehmerInnen (alle links) und Dozenten (alle rechts am Spieltisch) auf der Empore der Johanniskirche vor dem Abschlusskonzert am Samstag.                                     Foto: die Verfasserin

Ein weiterer von der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien angebotene und von Musikwart Jürg Leutert organisierte Orgelkurs hat vom 14. bis 17. September in Hermannstadt stattgefunden. Die 13 TeilnehmerInnen kamen aus Heltau (Ingrid Buertmes, Johanna Kezdi und Adriana Matei), Schäßburg (Eduard Suciu und Anne Türk), Hermannstadt (Teodora Paraschivescu, Andreea Tănase und Carina Fernandez), Mediasch (Raphael Toth), Bukarest (Andrei Mitrea), Bassen (Viorel Todoran) und Keisd (Hans Bruno Roth).

 

Als Dozentin konnte dieses Jahr zusätzlich die neue Kantorin von Heltau, Zsuzsanna Molnar, gewonnen werden. Sie nahm sich mit viel Hingabe der vier JuniorInnen an. Zwei weitere Gruppen bestanden aus vier resp. fünf Erwachsenen/Jugendlichen, die von Kantorin Brita Falch Leutert und Musikwart angeleitet wurden.

Unterrichtet wurde in Hermannstadt in der evangelischen Stadtpfarrkirche, in der Johanniskirche und in der Grünen Kirchenburg Hammersdorf. Die DozentInnen und die Gruppen wechselten gemeinsam die Lokale, die Gruppen wurden also immer vom gleichen Dozenten unterrichtet, mit dem Vorteil, dass der Wissensstand der LehrerInnen gegenüber den einzelnen SchülerInnen immer klar war. Das gemeinsame Vorspielen und Singen in der Johanniskirche – eigentlich eine Generalprobe für den Sonntagsgottesdienst – rundete am Samstagabend die gemeinsamen musikalischen Aktivitäten ab, ein gemeinsames, feines Essen im Restaurant Hochmeister die sozialen.

Musikalisch fand das Finale – das eigentliche Ziel dieses Kurses – an drei Orten statt: am Sonntagmorgen gestalteten sieben StudentInnen die Schulanfangsgottesdienste in der Hermannstädter Stadtpfarrkirche bzw. in Heltau und vier den Hauptgottesdienst in Michelsberg. Laut Musikwart Jürg Leutert ist das wichtigste Kursziel, „auf lange Sicht OrganistInnen für den Sonntagsdienst zu rekrutieren und bereits amtierende OrganistInnen für ihre Arbeit zu inspirieren. Wir sind im Alltag als OrganistInnen oft alleine – es ist wichtig, eine Art Gemeinschaft zu spüren über (oder durch) die dicken Mauern der eigenen Kirchenburg hinaus.“

Das schien am Kurs gut zu gelingen: Jüngere (ab 9 Jahre) und ältere Semester (bis über 70 Jahre) fanden einen guten Ton und halfen sich gegenseitg. AnfängerInnen und Erfahrene lernten an den Fähigkeiten und freuten sich an den eigenen und Fortschritten des/der andern.

Leutert: „Mögen diese Kontakte zu neuer Energie und zum weiteren Arbeiten im kommenden Winter führen. Der nächste Kurs wird bestimmt stattfinden, doch sind wir für das Orgelspiel auf die warme Jahreshälfte angewiesen; unsere Instrumente stehen in eiskalten Kirchen. Dieses Jahr nahmen vier neue StudentInnen teil, während die andern bereits alte Hasen waren: sie hatten schon an einem oder mehreren Kursen teilgenommen. Die meisten verspüren das Bedürfnis, sich in der einen oder anderen Form wieder zu treffen, sei es an Kursen, am jährlichen KantorInnentreffen der Landeskirche oder bei anderen Gelegenheiten“.

Eine kurze Teilnahme an der Chorprobe für die „Messe von Kronstadt“, die beim Evangelischen Kirchentag am 30. September in Kronstadt uraufgeführt werden soll, gehörte auch zum Programm. Musikwart Leutert stellte fest: „Einige KursteilnehmerInnen namen die Chance wahr, bis spät in der Nacht an den ihnen zur Verfügung stehenden Instrumenten zu üben. Die Orgelmotoren waren jeweils am Morgen, bei Kursbeginn, immer noch warm – dies stärkt unsere Motivation, weitere Kurse anzubieten und nach neuen, inspirierenden Formen der Rekrutierung und Weiterbildung von KirchenmusikerInnen in Siebenbürgen zu suchen“.

Den Kurs unterstützten der Förderkreis für kirchenmusikalische Aufbauarbeit aus Deutschland sowie die evangelischen Kirchengemeinden in Hermannstadt, Heltau und Michelsberg. Dazu Leutert: „Die drei Gottesdienste mit den vielen StudentInnen an den Orgeln fanden guten Anklang. Es ist wichtig, den Gemeinden zu zeigen, dass Kirchenmusik einer lebendigen Zukunft entgegengeht.“

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

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