Eine gefährliche Reise

Störche durch Stromschlag ums Leben gekommen

Ausgabe Nr. 2545

 

Jedes Jahr im August machen sich tausende Störche aus Europa auf den Weg nach Afrika. Die meisten von ihnen fliegen auf der Ostroute über Rumänien. Ein besonderer Punkt auf der langen Reise der Störche ist die Querung der Karpaten bei Kronstadt. Kommen die Vögel erst am Nachmittag hier an oder zieht schlechtes Wetter auf, sind die segelfliegenden Störche gezwungen zu landen.

Zwei Ornithologen aus Deutschland verfolgten in diesem Jahr vier besenderte Störche im Auftrag der Stork Foundation (www.the-stork-foundation.org), einer privaten Stiftung, die sich schon seit Jahren für den Schutz des Storches in Deutschland engagiert. Die Störche sind mit einem GPS-Logger ausgestattet, so dass die Wissenschaftler immer wissen, wo sich die Störche aufhalten und somit die Störche verfolgen können. Am 29. August d. J. überflog ein Storch dieses Projektes die Ebene des Burzenlandes/Țara Bârsei.

Bei der Verfolgung des Senderstorches machte das Team der Stork Foundation am 29. August d. J. in der Nähe der Mülldeponie von Kronstadt unweit des Rangierbahnhofs eine traurige Entdeckung. Unter Elektromasten fanden sie 36 Störche, die durch Stromschlag ums Leben gekommen sind. Auch in Polen hatte das Team mehrere tote Störche unter Elektroleitungen gefunden. Die Störche fliegen die Strommasten zum Schlafen an und erhalten dabei einen tödlichen Elektroschlag. So kommen insbesondere die noch unerfahrenen Jungstörche während ihrer ersten Reise in den Süden ums Leben. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa 75 Prozent der Jungstörche im ersten Jahr ums Leben kommt.

Es ist dringend erforderlich, dass die Energieversorgungsunternehmen an den gefährlichsten Stellen, besonders an den bekannten Rastplätzen der Störche, kurzfristig die Strommasten sichern, damit nicht noch mehr Störche sterben müssen. Das ist heute technisch z. B. durch Schutzhauben aus Plastik, die auf den Isolatoren der Masten angebracht werden, möglich.

Helmut EGGERS

Steffen HOLLERBACH

 

Einer der 36 unerfahrenen Jungstörche, die bei der Landung auf einer Starkstromleitung den Tod gefunden hat.            

Foto: Helmut EGGERS

 

 

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