Anstieg der Besucherzahlen erwartet

Die Agnethler Kirchenburg wird mit EU-Mitteln saniert
Ausgabe Nr. 2544

 

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Ein weiterer Finanzierungsvertrag aus nicht rückzahlbaren Mitteln, die Rumänien aus dem Regionalen Operationellen Programm für die Zeitspanne 2014-2020 zustehen, betrifft ebenfalls ein Kulturerbeobjekt der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, die Kirchenburg in Agnetheln. Es handelt sich um das Projekt „Sanierung des Ensembles der Agnethler Kirchenburg“. Den Finanzierungsvertrag haben am Montag Maria Ivan, Direktorin der Abteilung Koordination der Entwicklungsagentur Mitte und Stadtpfarrer Reinhardt Boltres in Karlsburg unterzeichnet.

 

Die Finanzierung erfolgt durch die Investitionspriorität 5.1 des Programms. Die Gesamtkosten betragen 6,528 Millionen Lei. Der beantragte und bewilligte Zuschuss beläuft sich auf 6,24 Millionen Lei, 280.000 Lei stellen den Eigenbeitrag der Agnethler evangelischen Kirchengemeinde A. B. dar. Mit der Unterzeichnung des Vertrags geht das Projekt in die Umsetzungsphase mit einer Laufzeit bis Oktober 2020.

Angestrebt ist durch die Sanierungsarbeiten eine bessere touristische Nutzung des Ensembles der Kirchenburg, die auf der Stelle einer romanischen Basilika aus dem 13. Jahrhundert errichtet worden und 1466 erstmals urkundlich erwähnt worden ist. Die Kirchenburg verfügt über Elemente der Gotik, der Renaissance bzw. des Barockzeitalters. Relativ gut erhalten sind der Burghof, die Verteidigungsmauer und die vier Wehrtürme: Der Fassbinderturm, der Schneiderturm, der Schusterturm (auch als Speckturm verwendet, in dem die Agnethler ihren Speck aufbewahrten), der Schmiede- oder Hottentottenturm.

Die Arbeiten betreffen natürlich sowohl die Kirche selbst als auch die erwähnten Wehrtürme und den Innenhof. Man werde versuchen, dem Ensemble mindestens sein Aussehen im 19. Jahrhundert zurückzugeben, aber auch einige für die Gegenwart unumgängliche Ausstattungen einzurichten, heißt es in einer diesbezüglichen Pressemitteilung der Entwicklungsagentur Mitte.

Laut Pfarrer Boltres, der seit knapp 20 Jahren die Geschicke der Kirchengemeinde in Agnetheln sowie der Kirchengemeinden im Oberen Harbachtal leitet, habe man nach 1997 lediglich das Kirchendach erneuert bzw. die Fassade neu gestrichen. Nach Abschluss der Arbeiten erwartet die Agnethler evangelische Kirchengemeinde einen erheblichen Anstieg der Besucherzahlen.

Beatrice UNGAR

 

Die 1466 erstmals erwähnte Agnethler Kirchenburg verfügte ursprünglich über einen dreifachen Mauerring, der bis auf den ersten Mauerring in verschiedenen Zeiten abgetragen wurde. Auf unserem Bild zu sehen sind neben dem Kirchturm der Fassbinderturm und der Schmiedeturm.

 

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