Alle fieberten mit

Zuschauerrekord bei TIFF in Hermannstadt
Ausgabe Nr. 2535

 

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Obwohl der beim TIFF-Filmfestival in Klausenburg für sein gesamtes Lebenswerk geehrte Alain Delon nicht nach Hermannstadt gekommen ist, wurde bei der diesjährigen Hermannstadt-Auflage laut Veranstaltern ein Zuschauerrekord verzeichnet. Mehr als 18.000 Filmfans besuchten die mehr als 40 Vorstellungen an den fünf Festivalstagen.

Letzte Woche gastierte das TIFF-Festival (Transilvanian International Film Festival) zum elften Mal in Hermannstadt. Vom 21. bis zum 25. Juni d. J. wurden Filme aus der ganzen Welt gezeigt, darunter Klassiker wie „Pădureanca“ (1986, Regie Nicolae Mărginean), als Ehrung der Schauspielerin Manuela Hărăbor oder „La pazza gioia“ aus Italien (2016, Regie Paolo Virzi) oder der diesjährige Oscargewinner „Moonlight“ aus den USA (2016, Regie Barry Jenkins). Die beliebte rumänische Schauspielerin Manuela Hărăbor war bei der Filmnacht auf dem Großen Ring dabei und wurde von den zahlreichen Anwesenden, die ein Autogramm haben wollten, regelrecht belagert.

Doch auch eine der jüngsten Produktionen rumänischer Filmkunst hatte großen Erfolg. Am Freitag wurde im Gong-Theater für Kinder und Jugendliche das rumänische Drama „Ana, mon amour“ gezeigt. Der Saal war komplett gefüllt, wie übrigens bei den meisten Filmen während des TIFF. Alle Zuschauer fieberten mit und unterhielten sich auch über den Film.

Das Beziehungsdrama „Ana, mon amour“ des rumänischen Regisseurs Călin Peter Netzer aus dem Jahr 2017 ist eine rumänisch-deutsch-französische Koproduktion und basiert auf dem Roman „Luminiţa, mon amour“ von Cezar Paul-Bădescu. In dem Film wird die komplizierte Beziehung zwischen Toma (Mircea Postelnicu) und Ana (Diana Cavallioti) dargestellt. Ana leidet unter einer psychischen Erkrankung und stellt die Beziehung auf eine harte Probe.

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Toma kommt aus einem gutbürgerlichen Elternhaus, doch Ana ist in einem komplizierten Familienverhältnis in Botoșani aufgewachsen. Trotz aller Widerstände ihrer Eltern gehen beide eine Beziehung miteinander ein.

Anas Gesundheitszustand verschlechtert sich im Laufe des Films kontinuierlich und sie wird immer abhängiger von Toma. Als Ana schwanger wird, entscheiden sie zu heiraten und dass sie eine Psychotherapeutin besuchen soll. Zusammen schaffen sie es, dass sich die Situation allmählich normalisiert.

Nach der Geburt des Sohnes Tudor findet Ana in die Selbstständigkeit zurück und steigt in der Redaktion einer Frauenzeitschrift schnell zur Chefredakteurin auf. Währenddessen gibt Toma seinen Beruf als Journalist auf und widmet sich allein der Erziehung des gemeinsamen Kindes.

Nun ist Ana unabhängig und emanzipiert und der eifersüchtige Toma kann mit der neugewonnenen Unabhängigkeit seiner Frau nicht umgehen.

Es kommt nach Jahren zur Trennung. Der psychisch vermeintlich robustere Toma nimmt am Ende selbst psychoanalytische Sitzungen in Anspruch, um seine zerbrochene Ehe zu verarbeiten. Das Ende ist offen…

Regisseur Călin Peter Netzer hat übrigens 2013 bei den 63. Internationalen Filmfestspielen in Berlin (Berlinale) den Goldenen Bären mit dem Film „Mutter & Sohn“ (Originaltitel: „Poziția Copilului“) gewonnen und für „Ana, mon amour“ erhielt er erneut eine Einladung zum 67. Wettbewerb 2018.

Pierluigi GAETA

 

Foto 1: Bis auf den letzten Platz ausverkauft war auch die Projektion der französisch-belgischen Komödie Raid Mad“ (Raid Dingue) in der Regie des bekannten Schauspielers Dany Boon im Hof der ehemaligen Brukenthalschen Sommerresidenz in Freck am Freitag.

Foto: Dragos DUMITRU

Foto 2: Toma (Mircea Postelnicu) und Ana (Diana Cavallioti) in der ersten Phase ihrer Beziehung.                                                          

Foto: www.aarc.ro

 

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